Das Herz öffnen und schenken: Der Inhalt des Herz-Jesu-Festes

„Ich habe ihm / ihr mein Herz geschenkt: Das sagen Menschen, wenn sie sich lieben. Das Herz-Jesu-Fest bedeutet das und noch viel mehr: Jesus hat sich uns geschenkt, sein Herz für uns geöffnet und lässt sich von uns berühren. Er hat sich selbst öffnen lassen aus Liebe zu den Menschen“.So erklärt Pater Marcio Auth SCJ, Rektor des Herz-Jesu-Klosters in Freiburg, die Bedeutung des Herz-Jesu-Festes. Am Freitag, 24.06.2022, feiern die Herz-Jesu-Priester diesen Tag als ihr Patrozinium.

„Der Begriff Herz wird ja in vielen ganz verschiedenen Zusammenhängen genutzt, es ist für die Menschen von großer Bedeutung. Es ist das Symbol für Liebe“, fährt er fort.
In Freiburg trifft sich die Hausgemeinschaft zur Anbetungsstunde am Vorabend um 20.30 Uhr. Am Herz-Jesu-Fest findet um 10 Uhr der Festgottesdienst in der Klosterkirche statt, dem Pater Provinzial Stefan Tertünte SCJ vorstehen wird. Im Anschluss sind die Gottesdienstbesucher zu einem Umtrunk und zur Begegnung in der Klosterbibliothek eingeladen, daran schließt sich das Mittagessen mit der Kommunität und den Mitarbeitenden an.

„Herzlichkeit hat in unserem Orden eine große Bedeutung“, betont P. Auth, „in der Kommunität, aber auch im Miteinander mit den Menschen, denen wir begegnen. Wir begegnen uns nicht oberflächlich, sondern bemühen uns, Menschen, die zu uns kommen, herzlich zu empfangen und zu begegnen. Das ist bestimmt auch ein wichtiger Teil unseres Charismas.“

Als Christen Menschen der Liebe sein

„Das Herz-Jesu-Fest erinnert uns daran, dass Gott die Liebe in Person ist, dass Jesus sein Herz für uns aus Liebe durchbohren ließ, dass wir als Christen Menschen der Liebe sein sollen und dass die Liebe der Weg zum Leben in Fülle für alle Menschen auf der Welt ist.“ Das ist für Pater Gerd Hemken SCJ die zentrale Aussage des Herz-Jesu-Fests. Im Bildungs- und Gästehaus geschieht dies mit einem festlichen Gottesdienst um 18 Uhr in der Klosterkirche und – wenn es das Wetter zulässt – mit einem anschließenden Umtrunk auf dem Vorplatz der Kirche.

Was ist nicht belanglos?

Mit dem Gottesdienst um 18.30 Uhr in der Kirche beginnt das Herz-Jesu-Fest in Berlin. Pater Markus Mönch SCJ hat dafür eine Geschichte ausgesucht aus dem Buch „Das Kloster jenseits der Zeit“. Die Geschichten darin erzählen, was im Leben so alles passieren kann, und P. Mönch hat eine ausgesucht, in der es darum geht: „Was ist belanglos, und was ist nicht belanglos?“

Das Herz Jesu, sagt er, ist ein „Schatz für das Leben“. Nicht belanglos ist alles das, was Jesus gesagt hat, wo er die Menschen begleitet und ihnen zu Seite gestanden hat. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es im Innenhof ein Fest für die Freunde und Wohltäter des Herz-Jesu-Klosters. Gemeinsam mit P. Jacinto Weizenmann SCJ will P. Mönch dafür Sorge tragen, dass es auch etwas Leckeres zum Essen und Trinken gibt.

Das Herz sagt ganz einfach: „Ich liebe dich!"

In Maria Martental feiert man bereits am Vorabend die Heilige Stunde in der Wallfahrtskirche. Am Freitag findet dann um 17 Uhr die Heilige Messe statt, anschließend ist ein Grillfest auf dem Klostergelände geplant, sagt Rektor Pater Ryszard Krupa SCJ. „Es haben sich schon mehr als 60 Menschen angemeldet“, freut er sich. Dabei handelt es sich um Mitglieder des Freundeskreises, Ehrenamtliche und den Chor aus Leienkaul, die den Gottesdienst gestalten, Hauptzelebrant ist Pater Konrad Flatau SCJ.

Hier einige Gedanken aus seiner Predigt:

Das Herz-Jesu-Fest können wir nicht von außen anschauen Es betrifft uns selbst, ganz persönlich, denn: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen…“
„Herz Jesu“ hat eigentlich bei vielen - auch in der Kirche - keine Konjunktur. Viele verbinden damit „kitschige" Bildchen. Die Jüngeren unter uns haben vielleicht niemals davon gehört, dass es das Herz-Jesu-Fest überhaupt gibt.

Aber: Zunächst einmal ist ja festzuhalten, dass das Symbol des Herzens keineswegs ausgedient hat:
Immer noch und immer wieder wird das Herz - und nicht selten das mit einem Pfeil durchbohrte Herz - in Baumrinden geschnitzt.
Wie oft bekommen wir Karten oder SMS- Nachrichten mit kleinen Herzen gespickt!

Das Herz sagt ganz einfach: „Ich liebe dich!" - „Wir lieben uns!"

Beim Herz-Jesu-Fest schauen wir Jesu Verhalten und Handeln an:
Seine Leidensgeschichte mit dem durchbohrten Herzen am Kreuz zeigt die Botschaft Jesu:
•    es geht ihm nicht um Gewalt
•    es geht ihm nicht um süßliches Getue nach dem Motto: „Ihr seid alle lieb“;
•    er sagt ganz klar zu dem Diener im Hohen Rat: Warum schlägst du mich!
•    es geht um seine treue Geduld und seine Hand, die grundsätzlich segnet.

Für uns als Herz-Jesu-Priester und unsere Ordensgemeinschaft hat der Gründer P. Leo Dehon uns vier Schriftstellen mitgegeben, nach denen wir ein Verhalten nach dem Vorbild Jesu leben können.

•    „Herr, was willst du, das ich tun soll“: Die Frage des Paulus bei seinem Damaskuserlebnis. Es ist die Blickrichtung unseres Lebens.
•    „Siehe, ich komme deinen Willen zu tun!“ Dieser Satz wird im Hebräerbrief Jesus bei seiner Menschwerdung in den Mund gelegt. Es ist seine Lebenshaltung, den Willen des Vaters zu tun. Es soll auch unsere Lebenshaltung werden.
•    „Dein Reich komme!“ - Die bitte aus dem Vater unser. Hier ist unser Lebenseinsatz angesprochen: Wofür leben und arbeiten wir?
•    „Dass alle eins seien!“ Ein Gebetsruf aus dem hohenpriesterlichen Gebet. Hier ist die Seelsorge nach innen, in die Gemeinschaft angesagt.

Mit diesen konkreten biblischen Wegweisungen versuchen wir unser Ordensleben mit dem Blick auf den „durchbohrten“ Herrn zu leben und zu arbeiten. Dabei begleitet uns die Gewissheit des paulinischen Wortes: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen!“

 

Barmherzig sein und nicht vorschnell urteilen

In Handrup stehen in den nächsten Wochen einige Termine an: Dehon-Tag, Abitursfeier, Zeugnisübergabe. Trotzdem wird natürlich das Herz-Jesu-Fest gefeiert, betont Rektor Pater Heinz Lau SCJ. Gemeinsam mit dem Gemeindepfarrer wird er den Gottesdienst um 19 Uhr in der Klosterkirche halten und predigen. Musikalisch wird – passenderweise – der Jesus Heart Chor singen, und im Anschluss soll es ein Beisammensein und gemeinsames Grillen vor der Klosterpforte geben.

„Wir feiern nicht das Herz als ein Organ“, betont P. Lau, „sondern die Gesinnung Jesu Christi.“ In der heutigen verkopften Kirche sei dies eine ganz aktuelle Botschaft: „Wir Herz-Jesu-Priester denken an das Innere im Menschen und in Jesus. Es sagt uns, dass wir von Gott geliebt sind, und dass wir Anderen gegenüber barmherzig sein sollen und nicht vorschnell urteilen.“

 

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