Hilfe für Osteuropa – da, wo die Not besonders groß ist

Autor
Deutsche Ordensprovinz der Dehonianer SCJ
Datum
30.11.23

Die Weihnachts-Spendenaktion der Missionsprokura kommt in diesem Jahr der Arbeit der Herz-Jesu-Priester in drei osteuropäischen Ländern zugute: Transnistrien, Belarus und natürlich Ukraine. In jedem dieser drei Länder gestaltet sich die Arbeit ein wenig anders, aber die Hintergründe sind überall die gleichen: Große Armut herrscht vor allem bei alten Menschen, bei Familien und Kindern, und es besteht ein Mangel an Anlaufstellen für soziales Miteinander und Bildung.

Zum Beispiel in Transnistrien, wo Pater Roman Gorincioi SCJ seit Sommer tätig ist. Er stammt aus Moldawien, hat einige Jahre im Herz-Jesu-Kloster in Martental gelebt und gearbeitet und ist jetzt fest entschlossen, vor allem Kindern und Jugendlichen in Transnistrien zum Start in ein besseres Leben zu verhelfen.

Hoffnungslosigkeit in Transnistrien

Nicht immer fällt ihm das leicht, wie er zugibt: „Ich sage oft zu den Menschen: Ich träume vom Reich Gottes hier auf Erden. Aber die meisten antworten mir dann: Das gibt es nicht!“ Es ist vor allem diese Hoffnungslosigkeit bei den Menschen in Transnistrien, die ihn gerade jetzt vor Weihnachten bedrückt. Denn dieses Gefühl betrifft junge wie alte Menschen gleichermaßen.

Transnistrien zählt zu den ärmsten Ländern Europas – und es ist tief gespalten. Es herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit, Menschen haben nur geringe Einkommen selbst bei guter Ausbildung. Vergrößert wird die Not durch hohe Preise und eine kippende Bevölkerungsstruktur: Gut ausgebildete junge Menschen verlassen das Land, zurück bleiben alte und kranke Menschen sowie Kinder. All das lässt nicht darauf hoffen, dass sich die Lage schnell ändern wird.

Linderung verschaffen die Herz-Jesu-Priester an verschiedenen Orten unter anderem mit dem Kinderzentrum Pietruszka, Sozialstationen, Suppenküchen und finanziellen Hilfen sowie ihren Kirchen mit den Gottesdiensten und pastoralen Angeboten.

Ein marodes Sozialzentrum in Belarus

Ganz ähnlich verhält es sich in Postawy, einer Stadt mit rund 20.000 Einwohnern im Norden von Belarus nahe der Grenze zu Litauen: Ein warmes Mittagessen für die Bedürftigen, das gibt es in ganz Postawy nur bei den Herz-Jesu-Priestern. „Unsere Küche steht allen offen“, betont Pater Eduard Sinkevich SCJ. „Alle Bedürftigen wissen, dass sie bei uns Essen bekommen. Wir fragen nicht, wer sie sind, oder woher sie kommen.“

Auch viele Kinder und Jugendliche besuchen das Sozialzentrum. Vor allem Mädchen und Jungen aus armen Familien nutzen die Gelegenheit, ihrem tristen Alltag zu entkommen, Spaß zu haben und Freunde zu treffen; außerdem bekommen sie Nachhilfe für die Schule oder können Hobbys ausüben, für die der Familie das Geld fehlt.

Das Sozialzentrum ist in der Kleinstadt ein unverzichtbarer Rückzugsort für all diese Menschen. Aber ihn zu erhalten, verlangt den Herz-Jesu-Priestern fast Unmögliches ab: Weiterhin fehlen fast 400.000 Euro für eine zwingend notwendige Sanierung. In diesem Jahr ist es – vor allem dank Spenden aus Deutschland – immerhin gelungen, das Dach eines benachbarten Gebäudes zu isolieren und neu zu decken.

Dabei ist die Sanierung kein Luxus. Angesichts des großen Zulaufs des Zentrums ist der „alte“ Teil des Zentrums zu klein geworden. Zudem haben staatliche Behörden mit der Schließung gedroht, wenn sicherheitsrelevante Maßnahmen nicht vorgenommen werden.  

Für die Suppenküche wenden die Herz-Jesu-Priester durchschnittlich 200 Euro pro Woche auf.

Darüber hinaus teilen P. Sinkevich mit P. Gorincioi einen großen Wunsch: „Wir möchten den Kindern so gerne eine Freude machen und ihnen ein persönliches Weihnachtsgeschenk kaufen!“, sagen beide.

Medizinische und psychologische Hilfe für Kriegsopfer in der Ukraine

Existenziell wichtig ist die Hilfe weiterhin in der Ukraine, wo nun schon der zweite Kriegswinter angebrochen ist. Bisher ist es gelungen, zusammen mit der polnischen Provinz der Herz-Jesu-Priester regelmäßige Spendentransporte mit Nahrungsmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs zusammenzustellen. Mit Hilfe deutscher Spenderinnen und Spender kann die Missionsprokura zudem die Kulbabka-Stiftung unterstützen. Deren Aufgabe wird dringender, je länger der Krieg andauert: Sie kümmert sich um traumatisierte Kinder.

Mindestens ebenso gebraucht wird ein weiteres Projekt: die mobile medizinische Versorgung der Bevölkerung. Serhii Barnych, ein junger Mediziner und Herz-Jesu-Priester, ist dabei aktiv und koordinierend tätig.

Seit März bietet er an verschiedenen Orten medizinische Behandlungen für Menschen an, die wegen des Krieges sonst keinen Arzt aufsuchen könnten. „Meist sind es einsame, arme und verlassene Menschen jeden Alters. Wir sehen auch viele Binnenflüchtlinge.“

Er erzählt, dass Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Arthrose, aber auch Angstzustände, Depressionen und Schlaflosigkeit zunehmen, und ist überzeugt: „Alle diese Krankheiten oder ihre Verschlimmerungen hängen mit dem Krieg zusammen.“ Da viele alte Menschen jetzt alleine leben und nicht mehr versorgt werden, leiden sie zunehmend unter Knochen- und Muskelproblemen.

Doch die einfachsten Medikamente und Hilfsmittel sind derzeit nicht verfügbar oder finanzierbar, und so erhalten die Patienten aus Spendengeldern Krücken, Rollstühle, Rollatoren, einige Hygieneartikel, Verbandsmaterial für Wunden sowie Blutzucker- oder Blutmessgeräte.

Zusammenfassend könnte eine Weihnachtsspende zum Beispiel so aussehen:

- Für 20 Euro können P. Sinkevich und P. Gorincioi einem Kind eine Weihnachtsfreude bereiten
- für 200 Euro ist eine Woche lang die Ausgabe von warmem Essen in Postawy gesichert
- 1000 Euro ermöglichen einen Monat lang die Ausgabe von lebensnotwendigen medizinischen Hilfen in der Ukraine

Für Ihre Spende können Sie das Spendenkonto der Missionsprokura verwenden:

IBAN DE05 4006 0265 0000 1230 00
Stichwort Osteuropa

oder online gleich hier:

Foto ©: scj.de; der Herz-Jesu-Priester Serhii Barnych SCJ bei der ambulanten medizinischen Versorgung