„Kasanag Daughters Foundation“ gibt Mädchen das Gefühl, dass sie wertvoll sind

„Es gibt Tage, an denen wir Lehrerin, Krankenschwester oder Beraterin sind, und an manchen Tagen sind wir Mutter, Schwester und Freundin.“ So beschreibt Pamela Jane R. Romasanta ihren Alltag. Sie arbeitet seit fünf Jahren als Sozialarbeiterin in der „Kasanag Daughters Foundation“.

Die Stiftung ist ein Werk, das die Herz-Jesu-Priester 1996 gegründet haben. Mädchen und junge Frauen, die Opfer von sexueller Gewalt wurden, werden in der dafür geschaffenen Wohnanlage aufgenommen und so gestärkt und ausgebildet, dass sie mit ihren schrecklichen Erfahrungen leben und umgehen können. Zugleich wird die Basis geschaffen, dass sie zukünftig ihr Leben selbstständig organisieren und führen können.

Inzwischen arbeiten in der Einrichtung zwei Sozialarbeiterinnen und zwei Hausmütter sowie eine Mitarbeiterin als Centermanagerin und eine als Buchhalterin. P. Joseph Butlig SCJ, der kürzlich verstorben ist, war sieben Jahre lang hauptverantwortlich dafür, dass die Einrichtung läuft. „Wir Dehonianer haben diese Einrichtung gegründet, weil wir die Notwendigkeit für diese Arbeit sehen. Denn die Regierung tut es nicht“, sagte er schlicht.

Umfassende Intervention

Die Aufgaben der Sozialarbeiterinnen und ihrer Kolleginnen sind vielfältig, berichtet die Sozialarbeiterin Pamela Romasanta: „Wenn ein sexuell missbrauchtes Mädchen ins Haus aufgenommen wird, bieten wir neben der Unterkunft und der Versorgung der Grundbedürfnisse eine umfassende Intervention an. Sie umfasst die physische, psychologische, soziale, spirituelle, erzieherische und rechtliche Unterstützung. Alles zusammen ist wichtig für die Heilung, Stärkung und die Rückkehr ins Leben. Ich glaube, das wichtigste ist, den Mädchen das Gefühl zu geben, dass sie wertvoll, geliebt, akzeptiert, gehört und geschützt sind, trotz der traumatischen Erfahrungen, die sie durchgemacht haben.“

Vivian P. Yecyec, die Einrichtungsleiterin, zählt die Bereiche auf, in denen die Hilfen angeboten werden: Schutz vor weiteren Übergriffen, Gesundheitsversorgung, therapeutische und soziale Genesung, Haushaltsführung, spirituelle und werteorientierte Bildung, Rechtshilfe und Schul- beziehungsweise Ausbildung. Ihre Tätigkeit ist vorwiegend organisatorisch, und so ist auch ihr Kontakt zu den Mädchen geprägt: Es geht meist um administrative Fragen. „Trotzdem lerne ich alle Mädchen kennen. Sie kommen zu mir ins Büro, erzählen mir von sich, und es ist ihnen wichtig, dass ich mir Zeit für sie nehme.“

„Erfolgsgeschichten“

Sie tun bei „Kasanag Daughters Foundation“ eine „erfüllende Aufgabe“, davon ist auch Marie Noel V. Galvez überzeugt. Sie arbeitet als Hausmutter, ist also rund um die Uhr für die Mädchen da. Sie wie auch ihre Kolleginnen kann viele Geschichten von Mädchen erzählen, die ganz unterschiedlich sind und trotzdem eines gemeinsam haben: Mädchen wurden Opfer von Gewalt, weil niemand es wahrgenommen hat. Maria Galvez denkt aktuell an eine Neunjährige, die vom Nachbarn missbraucht wurde. Ihr hat sie viele Dinge beigebracht, aber das wichtigste darunter war: „Ich glaube, dass ich ihr geholfen habe, die Bedeutung von Leben und Bildung zu schätzen.“

„Erfolgsgeschichten“ aus der mehr als 20jährigen Arbeit kennt auch Einrichtungsleiterin Yecyec: „Während die Mädchen bei uns sind, ermutige ich sie dazu durchzuhalten. Einige sind erfolgreich geworden im Beruf, sind selbst Lehrerinnen oder Sozialarbeiterinnen geworden, haben geheiratet oder studiert. Diese Geschichten sind für die Mädchen, die heute bei uns sind, Ermutigung, dass sie ihre Träume entschlossen verfolgen – gepaart mit Mut, Fleiß und Glauben.“

Viele Menschen auf den Philippinen kennen die Einrichtung nicht. Trotzdem gibt es immer wieder Anfragen von öffentlichen und nicht-öffentlichen Organisationen, und für die insgesamt 32 Plätze in der Wohnanlage gibt es Wartelisten. In der Regel können die Mädchen vier Jahre bleiben, dann wird ein neuer guter Ort für sie gefunden, sie sind erwachsen, oder sie gehen zurück in ihre Ursprungsfamilie.

Finanziert und damit langfristig gesichert wird das Projekt unter anderem durch Spenden der deutschen Missionsprokura.

Wenn Sie helfen wollen, können Sie diese Bankverbindung nutzen:

Missionsprokura der Herz-Jesu-Priester
IBAN DE05 4006 0265 0000 1230 00 (Stichwort Kasanag Daughters Foundation)
BIC  GENODEM1DKM bei der DKM Münster eG

 

 

  • S
  • M
  • L