Weihnachten - Begegnung und Leben

Die Advents- und Weihnachtszeit steht vor der Tür. Wir werden zu dem großen christlichen Geheimnis der Menschwerdung Gottes hingeführt. Es steht unter dem großen Thema der Begegnung. Denn diese Botschaft – Gott wird Mensch mitten unter uns! – wird ausgelöst durch eine ganze Reihe von Begegnungen. – Gedanken von Pater Konrad Flatau SCJ

Der Adventskranz in der Wallfahrtskirche Maria Martental

Der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber sagt: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung. Wenn wir aufhören, uns zu begegnen, ist es, als hörten wir auf zu atmen."

Begegnungen!

Maria begegnet dem Engel, der sie in das Geheimnis der Menschwerdung Gottes hineinholt. Sie hat ihre Fragen: Wie soll das geschehen? Fragend werden auch wir uns diesem Geheimnis nähern müssen. Denn ist das möglich, dass der Schöpfer in seine Schöpfung eingeht und Mensch wird?

Maria wiederum trägt die Botschaft zu Elisabeth ihrer Verwandten weiter, und diese ruft erstaunt aus: „Gepriesen bist du unter den Frauen, und gepriesen ist die Frucht deines Leibes! Und wie geschieht mir das, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe“.

Begegnung des Vorläufers Johannes mit dem Kommenden: „Er muss wachsen, ich aber abnehmen."

Josef wird eingebunden und eingeweiht in das Geschehen. Denn auch er hat praktische Fragen, als er die Schwangerschaft seiner Verlobten wahrnimmt. Und er lässt sich darauf ein und trägt die Botschaft mit.

Für die Hirten öffnet sich der Himmel. Begegnung mit den Engeln und deren Botschaft für die Menschen guten Willens: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren.“  Mit dieser Botschaft laufen sie zu dem angegeben Ort, um zu schauen, was sich ereignet hat. Und sie finden das Kind…

Die Weisen folgen dem wegweisenden Stern bis zum Ort des Geschehens. Suchende und fragende Menschen, unterwegs zu einer sinnvollen Wegweisung in der Geschichte. Zeit und Geschichte sind kein Selbstläufer. Vor dem Kind fallen sie nieder und beten an. Hier öffnet sich der Himmel.

Aber es werden auch Menschen in das Geschehen hineingeholt, die abweisend reagieren, weil sie sich selbst in Frage gestellt sehen. Herodes fürchtet um seine Machtstellung; er bekommt einen Konkurrenten. 

Es gibt die Schriftgelehrten - die Vertreter der Religion - Menschen, die zwar um die Verheißung wissen und sogar die prophetische Ortsangabe kennen, die aber dieser Weisung nicht folgen. 

Das Weihnachtsgeschehen wird innerhalb der Geschichte auf Menschen treffen, die der Botschaft folgen und ihr Leben danach ausrichten: „Mach es wie Gott - werde Mensch!“ Die Kunde vom Kind in der Krippe wird auch auf Menschen treffen, die das Kind verfolgen wie Herodes es tut mit dem Kindermord von Bethlehem oder auf Menschen, die die Weihnachtsbotschaft einfach ignorieren.

Die Adventszeit gestalten

Weihnachten muss sich ja auch in uns entfalten und darf nicht untergehen in äußerer Geschäftigkeit. Der christliche Inhalt des Weihnachtsfestes darf nicht verloren gehen, denn dann wäre das Geheimnis und der tiefste Inhalt unseres menschlichen Lebens auf der Strecke geblieben. „Euch ist der Heiland geboren, der Retter der Welt!“

Der Dichter Angelus Silesius gibt den Impuls: „Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, und nicht in dir: Du bliebest doch in alle Ewigkeit verloren“.

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