Eine Schule als Waffe gegen die Armut in Madagaskar

Pater Bruno Razafimanantsoa SCJ, der im Herz-Jesu-Kloster Freiburg gelebt und in Freiburg studiert hat, betreut jetzt als Kaplan im Norden Madagaskars 42 Gemeinden. Er verfolgt ein großes Ziel: Er möchte eine Schule bauen, bestehend aus zwölf Klassenräumen für Gymnasium und Grundschule sowie eine Mensa.

P. Bruno will, dass alle Kinder zur Schule gehen können

Unterstützung findet P. Bruno bei der Missionsprokura der Herz-Jesu-Priester.

Die Lage in Madagaskar ist verheerend: In dem afrikanischen Inselstaat, ohnehin eines der ärmsten Länder der Welt, herrscht eine furchtbare Hungersnot. Betroffen ist vor allem der Süden des Landes. Durch die schlimmste Dürre seit 40 Jahren haben rund 1,3 Millionen Menschen kaum etwas oder gar nichts mehr zu essen. Am meisten leiden darunter die Kinder.

P. Bruno berichtet: „Viele der Kinder und Jugendlichen hier müssen hungern. Manche gehen ohne Frühstück zur Schule oder bekommen kein Mittagessen. Aber am schlimmsten ist es für mich, dass viele Mädchen und Jungen überhaupt keine Schule besuchen. Ihre Eltern können sich das Schulgeld nicht leisten. Sie sind so arm, dass es kaum zum Leben reicht.“

Der junge Herz-Jesu-Priester erzählt beispielsweise von der Familie des 40jährigen George und seiner Frau Joseline. Seit der fünffache Familienvater schwer erkrankt ist, verdienen Joseline als Haushaltshilfe und der erst 13-jährige Sohn Fabrice das Nötigste zum Leben. Zur Schule gehen konnte noch keines der Kinder, obwohl George sagt: „Meine Kinder wollen alle zur Schule gehen. Aber es ist einfach nicht möglich. Ich bin zu krank, um zu arbeiten. Meine Frau arbeitet viel, bekommt aber nur wenig Lohn. Es reicht kaum zum Überleben. Wir wünschen uns so sehr, dass unsere Kinder zur Schule gehen können! Sie sollen etwas lernen und es besser haben als wir. Sie sollen nicht von anderen ausgenutzt werden, sondern auf eigenen Füßen stehen und selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen können.“

Armut in Madagaskar bedeutet in Zahlen konkret: 72 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Mehr als die Hälfte aller Kinder sind chronisch unterernährt, nur ein Drittel der Menschen hat Zugang zu sauberem Trinkwasser. Und jeder dritte Einwohner kann weder lesen noch schreiben.

Die Schule, die P. Bruno plant, soll allen Kindern offenstehen, denn: Wir Herz-Jesu-Priester sind überzeugt, dass mehr Bildung der beste Schlüssel für eine bessere Zukunft und die schärfste Waffe gegen Armut ist.

Die Schule wird in der Kleinstadt Andrebakely mit rund 23.000 Einwohnern gebaut. Ausgestattet mit einem „Vorschuss“ der Missionsprokura ist der Bau bereits gestartet und wächst erfreulich schnell in die Höhe. Dazu wird eine bestehende Grundschule erweitert, die momentan nur Platz für 120 Kinder bietet und damit viel zu klein ist.
„Wer hungrig ist, kann nicht gut lernen. Aber wer nicht gut lernt, wird immer hungrig bleiben“, fasst P. Bruno seine Motivation zusammen.

Ein mühsames Leben auch für Bruno

Auch ansonsten ist er bemüht, in jeder Hinsicht nah bei den Menschen zu sein, die er betreut. Zu einigen Gemeinden kann er mit dem Fahrrad fahren – eine Spende aus Deutschland, auf die er stolz ist. Zu anderen Gemeinden ist er stundenlang unterwegs, um mit ihnen Gottesdienst feiern zu können und die Sakramente zu spenden. Manchmal nimmt er auf seine Wanderungen Kinder und Jugendliche mit.

Auch sein eigenes Leben ist nicht leicht: Die Gläubigen seiner Pfarrei sind so arm, dass sie für seinen Lebensunterhalt nicht aufkommen können. Stattdessen helfen sie ihm, seine eigenen Lebensmittel anzubauen. Auch das schweißt zusammen.

Wenn Sie P. Bruno über die Missionsprokura unterstützen möchten, nutzen Sie bitte dieses Spendenkonto:

Missionsprokura der Herz-Jesu-Priester
IBAN DE05 4006 0265 0000 1230 00
BIC GENODEM1DKM
Stichwort "Madagaskar"

 

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