Dehonianer in Angola: Soziale und pastorale Aufgaben in dem ehemaligen Bürgerkriegsland

Mit einer Hostienbäckerei wollen die Herz-Jesu-Priester in Angola einen Geschäftszweig entwickeln, der ihre vielfältigen sozialen und pastoralen Projekte sichert und sie unabhängiger von Spendengeldern macht.

Der Laden der Dehonianer mit religiösen Artikeln

Im Jahr 2004 sind drei Herz-Jesu-Priester ¬– zwei aus Portugal, einer aus Italien – nach Angola gekommen. Mit den Jahren sind weitere Missionare dazu gekommen, auch gibt es inzwischen eigenen Nachwuchs.

Heute leben und arbeiten 16 Dehoninaner in dem afrikanischen Land, das noch immer mit den Nachwirkungen des über 30 Jahre dauernden Bürgerkriegs zu kämpfen hat. Sieben stammen aus Portugal, zwei aus dem Kongo, und sieben sind Angolaner. Unter den Angolanern gibt es inzwischen einen Priester und zwei Diakone (die dieses Jahr zum Priester geweiht werden).

Am Anfang, erinnert sich der Provinzökonom Bruder José Manuel Braz Ferreira SCJ, in der direkten Nachkriegszeit, “war unser Schwerpunkt, Strukturen aufzubauen, für die Einheit in diesem zerrissenen Land zu sorgen und Feindschaften abzubauen. Danach erst machten wir uns an Evangelisation, auch in den Peripherien.” Die Arbeit der Herz-Jesu-Priester ist damit zweigeteilt: sozial und pastoral geprägt.

Drei Kommunitäten

Die Dehonianer bilden inzwischen drei Kommunitäten und haben dort unterschiedliche Schwerpunkte in ihrer Arbeit: In Luau, einer Kleinstadt an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo, leiten drei Mitbrüder eine Pfarrei und engagieren sich in sozialen Bereichen: für die Wasserversorgung und in der Landwirtschaft, in einer Grundschule gemeinsam mit einer Frauenordensgemeinschaft und einer Bibliothek.

In der deutlich größeren Stadt Luena gibt es vier Mitbrüder, die sich ebenfalls für die Verbesserung der Lebenssituation der Menschen einsetzen. Auch leiten sie eine Pfarrei, sie haben ein Ausbildungshaus mit 13 gymnasialen Kandidaten und sind in der geistlichen Begleitung im Priesterseminar des Bistums sowie in der Ausbildung für Pastoralleiter tätig.

Die größte Kommunität findet sich in der Hauptstadt Luanda mit sieben Mitbrüdern. Hier führen sie ein größeres Ausbildungshaus mit 20 Kandidaten, die Philosophie studieren. „Wir brauchen eine gute Ausbildung der jungen Mitbrüder, damit wir gemeinsam neue soziale und pastorale Projekte anstoßen und durchführen können. „Darüber hinaus leiten die Herz-Jesu-Priester eine riesige Pfarrei mit vier großen Pastoralzentren und unterstützen das Bistum in den Bereichen Spiritualität, Ausbildung von pastoralen Mitarbeitern sowie den Radiosender „Maria“.

Zudem hat die Kommunität gerade ein Grundstück gekauft, auf dem ein Ausbildungshaus gebaut werden soll, um junge Menschen auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten.

Vor allem aber betreibt diese Kommunität einen Laden mit religiösen Artikeln. Es ist der einzige dieser Art, der die Bistümer in ganz Angola mit liturgischen Materialen versorgt.

Die geplante Hostienbäckerei

„Wir haben schon früh gemerkt, dass der Bedarf an religiösen Artikeln groß ist in Angola. Inzwischen werden wir aus allen Ecken des Landes angefragt“, erzählt Bruder José. Wenn Priester nach Luanda kommen, besuchen sie den Laden, um hier alles zu kaufen, was sie brauchen.
Hostien gibt es in Angola bisher bei Klarissen zu kaufen, die sie ebenfalls selbst produzieren. Aber sie können damit nicht das ganze Land versorgen. Deshalb importieren die Dehonianer jährlich rund 2,5 Millionen kleine und zwischen 20.000 und 25.000 große Hostien in Portugal  für den Verkauf.

Problemlos ist das jedoch nicht, und das nicht nur wegen der Zollgebühren. Das größere Problem ist die Qualität: Wegen der langen Transportzeit – zwei Monate – sind die Hostien nicht mehr sehr lange haltbar. Deshalb hätte die eigene Bäckerei zwei große Vorteile: Die Hostien sind frisch, und vor allem wären sie für die Gemeinden billiger.

“Die Einnahmen in unserem Laden decken einen Großteil unserer Lebenshaltungskosten”, rechnet Broder José vor. “Aber mit der Herstellung und dem Verkauf der Hostien könnten wir auch Gewinn erwirtschaften, um unsere Arbeit zu finanzieren und unabhängiger von Spenden zu werden.”
Die verschiedenen Maschinen sind nicht billig, aber sie bieten eine hohe Qualität. Die Hosteienbäckerei wird rund 120.000 Euro kosten.

Spenden Sie für die Herz-Jesu-Priester in Angola

Wenn Sie die noch junge Provinz Angola bei der Errichtung der Hostienbäckerei unterstützen und dazu beitragen möchten, dass die Herz-Jesu-Priester in Angola unabhängig werden von finanzieller Unterstützung, nutzen Sie bitte das Spendenkonto der Missionsprokura:

DE05 4006 0265 0000 1230 00  ∙ BIC GENODEM1DKM ∙ Darlehnskasse im Bistum Münster; Stichwort: Angola

 

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