Warum das Herz-Jesu-Fest wichtig ist!

Gesinnung und Haltung, die Liebe Gottes zu den Menschen, ein Fest der Rückschau und des Blickes in die Zukunft, eine frohe und herzliche Begegnung untereinander und mit denjenigen, die zu uns gehören. All das ist das Herz-Jesu-Fest für die Herz-Jesu-Priester. In den Klöstern wird es unterschiedlich gefeiert.

Provinzial P. Heinz Lau SCJ betont zunächst, dass er an diesem Tag nicht das zentrale Organ eines Menschen verehre, sondern „ich verehre und achte die Gesinnung eines Menschen. Darum bin ich Herz-Jesu-Priester geworden. P. Leo Dehon spricht in diesem Zusammenhang von „etat enterieure“, von Gesinnung.

Die Gesinnung Jesu entdecken

Diese Gesinnung Jesu möchte ich durch Betrachten der Bibel, durch Stille und Gebet immer tiefer entdecken, sie erwerben, in der Gesinnung Jesu leben, Jesus Christus gleichförmig werden. Gesinnung heißt dann konkret: barmherzig sein, dienen, aufmerksam sein, verlieren können, die Nähe zu Ausgegrenzten suchen, im Heute Gottes leben und die Reinheit des Herzens anstreben.

Leider wird das Symbol des Herzens und das Wort Liebe heutzutage inflationär gebraucht und überall auf der Welt begierig mit Leben und Sehnsucht gefüllt. Dagegen lautet das Gebot Jesu: Du sollst den Herrn, deinen Gott, mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und mit all deiner Kraft lieben. Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer.

Ich muss zugeben, den Feind zu lieben, überfordert oft meine Grenzen. Ich versuche deshalb, mich an die Kernsätze Jesu zu halten; wesentlich für mich ist das folgende:

  • Gott ist Liebe – das ist das kürzeste Glaubensbekenntnis
  • Wie mich der Vater geliebt hat, so habe ich euch geliebt
  • Ich weiß mich von Jesus Christus geliebt und umfangen
  • Die größte Liebe hat der, der sein Leben verliert und hingibt für Andere – Jesus spricht von hingebender Liebe, nicht von Tausch- oder ausgleichender Liebe
  • Wer nicht liebt, ist jetzt schon tot: Haben zu viele lebende Leichen?“
Freiburg: „ … Wie eine Familienfeier“

P. Lau lebt wie P. Marcio Auth SCJ im Kloster Freiburg. Dort hält die Klostergemeinschaft am Vorabend zum Herz-Jesu-Fest um 20.30 Uhr die Hora sancta, eine Heilige Stunde mit einer gestalteten Eucharistischen Anbetung. „Am Herz-Jesu-Fest beten wir gemeinsam das Morgengebet zum Fest und um 10 Uhr feiern wir den festlichen Gottesdienst in der Kirche, wozu jeder herzlich eingeladen ist. Wir halten dann einen Aperitif und gemeinsames Mittagessen mit unseren Mitarbeitern des Klosters und schließen den Tag mit der festlichen Vesper um 18.30 Uhr“, berichtet Rektor P. Auth.

„Das Herz-Jesu-Fest“, sagt er, „ist für mich wie eine Familienfeier, eine frohe und herzliche Begegnung untereinander und mit denjenigen, die zu uns gehören. Es macht mir deutlich: Jesus war und ist am Menschen interessiert. Wir liegen ihm am Herzen. Den Menschen, denen Jesus begegnete, fragte er als Erstes: ,Was kann ich für dich tun?´ Er begegnet den Menschen nicht amtlich, sondern herzlich und barmherzig."

Neustadt: Das Herz steht für eine Haltung

In Neustadt wird das Herz-Jesu-Fest mit einem Festgottesdienst um 18 Uhr im Klosterpark gefeiert, gemeinsam mit dem Speyerer Domkapitular Franz Vogelgesang. Im Anschluss wird die neu renovierte Krypta eingeweiht; ein großes Einweihungsfest mit allen am Bau Beteiligten und den vielen Spenderinnen und Spendern wird nachgeholt, sobald die Corona-Lage dies zulässt.

Rektor P. Gerd Hemken SCJ sagt: „Wir feiern, dass Gott uns so sehr liebt, dass er bereit war für uns am Kreuz zu sterben. Wie sagt der Heilige Bonaventura: ,Nicht die Nägel hielten Jesus am Kreuz, sondern es war seine Liebe zu uns´.

Das Herz Jesu ist das Symbol der Liebe Gottes zu uns Menschen. Das Herz Jesu steht aber auch für eine Haltung. Für uns Christen bedeutet das: Wir sollen so lieben wie Jesus geliebt hat: vorbehaltlos Gott und den Menschen.“

Berlin: Das ausgeschnittene Herz füllen

Zum Herz-Jesu-Fest in Berlin kommen Menschen aus den Gemeinden (deutsch und portugiesisch sprachig) und Menschen, die regelmäßig mit den Herz-Jesu-Priestern zusammenarbeiten oder ihre Veranstaltungen besuchen. „Wir feiern in diesem Jahr gemeinsam den Gottesdienst und laden dann anschließend zu einem Glas Sekt und einem Gebäck ein, um den Tag ausklingen zu lassen. Normalerweise gibt es anschließend noch einen Grillabend im Innenhof, das ist aber zurzeit nicht möglich“, berichtet Rektor P. Markus Mönch SCJ.

„In unserem Kreuz ist ein Herz ausgeschnitten, als Symbol, dass es in dieser Welt gefüllt werden muss. Es geht darum, dass ich immer wieder darauf schauen muss, wie Jesus gelebt, geliebt und gehandelt hat, um diese Haltung in meinem Leben nachzuahmen. Das Herz-Jesu-Fest ist dann ein Fest, an dem ich auf mein Leben schaue und suche, wo bin ich dieser offenen Stelle schon nähergekommen bin, und wo ich die Unterstützung durch Jesus brauche, um immer mehr dahinein zu wachsen.

Es ist ein Fest der Rückschau und aber auch des Blickes in die Zukunft. Und natürlich ist es ein Fest des Dankes, dass wir gemeinsam diesen Weg zurückgelegt haben – mit den Menschen, die mit uns feiern, aber auch mit Jesus an meiner und unserer Seite."

Handrup: Erinnerung an 100 Jahre Grundsteinlegung

Das Herz-Jesu-Kloster Handrup und die Pfarrei Herz-Jesu in Handrup feiern ihr Patronatsfest gemeinsam. Das Gymnasium Leoninum hat in den vergangenen Jahren die Feier des Patronatsfestes in die letzte Schulwoche vor den Sommerferien verlegt und den Feiertag „Dehontag“ genannt, um so mit einem eigenen Tag die Erinnerung des Namengebers der Schule und seine Spiritualität lebendig zu halten. In der Regel wird der festliche Gottesdienst von Gemeinde und Kloster schon am Vorabend des Herz-Jesu-Festes gefeiert, so dass möglichst viele daran teilnehmen können. Dem Gottesdienst schließt sich dann ein Begegnungsfest auf dem Rasen unserer Klosterpforte an.

Die Klostergemeinschaft trifft sich am späten Nachmittag zur „Heiligen Stunde“, die als Andacht gestaltet ist und auf verschiedene Weise mit den Gesinnungen Jesu verbinden will. 

In diesem Jahr aber wird das Herz-Jesu-Fest seitens der Schule mit dem 100-Jahr-Gedächtnis der Grundsteinlegung zusammen gefeiert. „Dazu erwarten wir am 18. Juni den Großneffen des ehemaligen Osnabrücker Bischofs Wilhelm Berning, der unserer Ordensgemeinschaft die Genehmigung zur Klostergründung gab. Er wird an seinen Großonkel erinnern und über seine Handruper Internats- und Schulzeit berichten. Vor genau 50 Jahren machte er hier sein Abitur, wurde Architekt und ist nun pensioniert“, berichtet Rektor P. August Hülsmann.

Maria Martental: Gott hat ein Herz für uns

Auch in Maria Martental beginnt das Herz-Jesu-Fest am Vorabend mit einer Heiligen Stunde in der Wallfahrtskirche, die öffentlich gefeiert wird. Am Herz-Jesu-Fest wird um 17 Uhr eine Heilige Messe gefeiert. „Leider können wir dieses Jahr wieder keinen gemeinsamen Abschluss mit den Gottesdienstteilnehmern machen, wir treffen uns aber danach in der Kommunität“, erzählt P. Ryszard Krupa SCJ.

„Für mich ist das Herz-Jesu-Fest wichtig, weil es mir das Wesentliche über Gott sagt: Er hat ein Herz für uns. So entdecke und erfahre ich Gott.“

Fotohinweis:

Das abgebildete Kreuz hängt in der Wallfahrtskirche in Aparecida (Brasilien) über dem Hauptaltar in der Vierung. P. Horst Steppkes SCJ hat es so aufgenommen, dass die gläserne Giebelwand durchleuchtet und so ausgerichtet, dass ein rotes Glas hinter dem Herzen durchscheint.

© P. Horst Steppkes SCJ / scj.de

 

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