Fasten aus kulinarischer Sicht: Mit allen Sinnen und Genuss essen

Einfach, schnell, preiswert – aber trotzdem lecker. Das sind für Birgit Hümbs, Haushälterin im Dehonhaus in Oberhausen, typische Charakteristika für ein Fastenessen. Früher, erinnert sie sich, war das klassischerweise eingelegter Hering: „Das war das typische Arme-Leute-Essen.“

Einfach, aber schmackhaft und schön fürs Auge

Heute würde sie Fisch nicht mehr in diese Kategorie stecken: „Fisch ist teuer geworden, manchmal fast schon ein Luxusgut!“ Und deshalb scheidet er eigentlich als Fastenessen aus.

Deshalb schlägt Birgit Hümbs als ein wirklich gutes Fastenessen Pellkartoffeln – alternativ Rösti - und Kräuterquark vor.

„Das kann man mit einfachen Mitteln sehr schmackhaft zubereiten“, sagt sie: Für den Quark nutzt sie Joghurt und Magerquark, dazu Gewürze und Kräuter nach Wunsch – „da gibt es eine riesige Palette, die wir nutzen können, aus Deutschland, oder auch mal asiatisch oder aus einem anderen Land.“

Auch beim Fastenessen müsse man auf den geschmacklichen Genuss nicht verzichten, betont sie. Außerdem: „Es darf optisch nach etwas aussehen“, fordert sie. Ebenso wichtig: Es muss nicht die Riesenportion sein.

Verzicht ist für Birgit Hümbs durchaus positiv zu verstehen: Verzicht auf teure Zutaten, Verzicht auf Fleisch, aber dafür mit der Möglichkeit, das Essen „sinnvoll“ zu genießen – also mit den Augen und indem man dem individuellen Geschmack des Essens nachspürt.

Zudem solle man sich bewusst mehr Zeit lassen, auch beim Essen: „Wir leben in einer schnellen und wechselhaften Zeit“, sagt sie. Und deshalb ist die Fastenzeit für sie ganz persönlich die Zeit im Jahr, in der sie „herunterfährt“ und ruhiger wird.

Rezeptvorschläge von Birgit Hümbs:

Pellkartoffeln für 4 Personen

4 große Kartoffeln gründlich abwaschen
ca. 30 Min. in kochendem Salzwasser kochen.
Vor dem Abgießen bitte den Gabeltest machen, ob die Kartoffeln weich genug sind
 
Kräuter-Tzaziki

500 gr. Griechischer Joghurt
1 Limette ausdrücken
1/2 Salatgurke schälen und grob raspeln (in ein Tuch, damit die Gurke Wasser verliert), leicht salzen
frischer Knoblauch und eine kleine Zwiebel klein schneiden
1 Teelöffel Olivenöl
nach Geschmack Salz und Pfeffer
frischen Schnittlauch in Röllchen schneiden und zum Dekorieren nutzen

Rösti

1 kg Kartoffeln schälen und grob raspeln und mit einem Tuch das Wasser auspressen
1 kleine Zwiebel klein schneiden
1 Ei
2 Esslöffel Haferflocken
nach Geschmack Salz Pfeffer und Muskatnuss hinzugeben und alles miteinander verrühren
Öl zum anbraten

Champignons

250 g Champignon (braun oder weiß) putzen und klein schneiden
Etwas Schnittlauch klein schneiden
1 Zwiebel hacken
In einer Pfanne Öl erhitzen und alles hineingeben und rühren anbraten
Die Champignons zusammen mit den Rösti mit etwas Kräutertzaziki,
den Rest Tzaziki für die Pellkartoffeln verwenden

Tischgebet der Misereor-Fastenaktion 2021: „Es geht. Anders!“

Herr, wir bitten Dich, lass uns die Menschen nicht vergessen, die nicht die Wahl haben, denen die Gaben Deiner reichen Schöpfung noch verwehrt sind.
Herr, behüte uns vor den Lastern unserer Zeit: dem Leben im Überfluss, der Verschwendung, der Selbstsucht. Schenke uns die Kraft, mit Deiner Schöpfung verantwortungsvoll umzugehen und selbstlos zu teilen.
Herr, segne unsere Tischgemeinschaft für und mit den Menschen im Süden, mit der wir zu einer gerechteren Welt beitragen möchten.
Amen.

Bisher in dieser Fastenreihe erschienen:

Gabriele Sych: Fasten aus therapeutischer Sicht

Dr. Christoph Götz: Fasten aus ethischer Sicht

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