Berichte aus Südafrika und Philippinen zur Situation angesichts von Corona

Missionsprokurator Pater Horst Steppkes SCJ hat sich in Südafrika und den Philippinen umgehört: Wie erleben die Herz-Jesu-Priester dort den Alltag, der sich durch die Corona-Pandemie stark verändert hat?

Corona in Südafrika: Studenten in Pietermaritzburg sind gute Köche 

P. Gilbert Kamta SCJ, Formator im internationalen Scholastikat in Pietermaritzburg, berichtet über die Lage im Land hinsichtlich der Corona-Pandemie: Seit März  befindet sich auch Südafrika in den Klauen der Pandemie, und Ende März wurde der komplette Lockdown verordnet. Inzwischen werden die Einschränkungen schrittweise wieder gelockert.

„Die Regierung“, lobt P. Kamta, „hat bemerkenswerte Anstrengungen unternommen, um Menschen in Not zu helfen.“ Es habe eine Versorgung mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser gegeben und Unterstützung für Geschäfte, die ihren Betrieb herunterfahren mussten. Aber es habe auch sofortige Solidarität unter den Menschen gegeben und großzügige Spenden, um die Not der Menschen zu lindern.

Mit dem nationalen Lockdown veränderte sich auch der Alltag im Scholastikat. „Wir befolgten die Anordnungen der Regierung zur Eindämmung von Covid-19 wörtlich“, berichtet P. Kamta. Der Ökonom fungiert seither als Verbindungsmann nach draußen und erledigt alle Einkäufe und anderen Besorgungen außerhalb. Die Angestellten kommen nicht mehr, „die Studenten und Priester kochen und erledigen die Hausarbeiten.“

P. Kamta kommt nicht umhin festzustellen, dass „einige von uns wirklich gute Köche sind.“ Gekocht wird reihum. Und dass alle weiterhin gesund sind, ist sicher auch darauf zurückzuführen, dass die Bewohner des Scholastikats sich auch sportlich betätigen.

Die Studenten konnten ihre Studien online bewältigen, haben ihre Prüfungen geschrieben und warten nun darauf, dass sie das nächste Semester beginnen können.

Auch die südafrikanische Bischofskonferenz, berichtet P. Kamta weiter, habe die Anordnungen der Regierung gebilligt und befolgt und unter anderem sofort auf Versammlungen und Gottesdienste verzichtet. Auch die Bischofskonferenz, so der Formator weiter, habe sofort  wahrgenommen,  dass die Menschen Angst vor Arbeitslosigkeit haben und zu Hause sitzen, während ihnen das Nötigste zum Leben fehlt.

Die Kirche habe den Menschen geholfen, nicht nur durch das Gebet, sondern durch tatkräftige Unterstützung, um die Situation zu erleichtern – während des Lockdown und in der Zeit danach. „Die katholische Kirche in Südafrika hat Hilfsdienste organisiert, um den anfälligsten Brüdern und Schwestern während dieser Zeit zur Seite zu stehen“, schließ P. Kamta seinen Bericht.

In der Regio Philippinen sind die Herz-Jesu-Priester besonders gefordert

P. Joseph Butlig SCJ von den Philippinen kritisiert den politischen Umgang mit der Pandemie: „Die medizinische Ausrüstung, um damit gut umzugehen, ist nicht gut.“

Als Folge der vielfältigen Herausforderungen seien die Herz-Jesu-Priester – „vor allem dort, wo wir Pfarreien haben“ – gefordert. „Drei unserer Pfarreien, alle im Gebiet von Manila, sind schwer betroffen.“ Jede dieser Pfarreien habe ein Team gebildet und einen Plan entwickelt, wie den Bewohnern schnell geholfen werden kann. „Gott sei Dank haben wir vor Ort noch andere großzügige Menschen, die außer uns den Betroffenen helfen.“

Andererseits seien auch die eigenen Kommunitäten in Manila vom Virus betroffen, „aber wir bewältigen die Situation einigermaßen.“ Durch Gebet und Unterstützung versuchten die Patres dennoch, Anderen Hilfestellung zu geben. Weil die Kommunitäten in Mindanao nicht so stark betroffen sind, gaben sie von ihren finanziellen Mitteln ab für eine Pfarrei in Luzon. „Wir haben das Beste versucht, das zu teilen, was wir haben, und sind Gott sehr dankbar, dass bisher noch kein Mitglied der Herz-Jesu-Priester vom Virus betroffen ist.“

Denn auch nach mehr als drei Monaten im Kampf gegen Corona sei es der Regierung der Philippinen noch immer nicht gelungen, es zurückzudrängen. Die Zahl der Infektionen steigt weiter – unter anderem, weil die Regierung ein angeblich gutes Programm zur Bekämpfung schon wieder zurückgefahren habe. „Trotzdem sind wir weiter guter Hoffnung, dass eines Tages das alles hinter uns liegt.“

Foto © scj / Feier mit Abstand zum Gründungstag des Ausbildungshauses in Cagayan de Ort City (Mindanao, Phil.)
 

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