„Ich will jetzt eine Lebensentscheidung treffen!“

Frater Martti Savijoki aus Finnland wird am 2. Adventssonntag, 08.12.2019, seine Ewigen Gelübde im Gottesdienst um 9 Uhr in der Kirche des Herz-Jesu-Klosters Freiburg, Okenstraße 17, ablegen. In zwei Jahren wird er auch sein Studium beenden.

Die Feier der ewigen Gelübde wird im regulären Sonntagsgottesdienst stattfinden. „Wir feiern sie mit den Leuten, die normalerweise zu uns zur Eucharistiefeier kommen“, sagt Frater Martti, hinzu kommen einige Gästen aus Deutschland und aus seiner Heimat Finnland. Die Musik wird eine Mischung von Altem und Neuem sein: „Unsere Organistin Lucia Steinert wird die traditionellen Kirchenlieder begleiten, und meine kamerunischen Mitbrüder werden eher etwas Modernes und Rhythmisches musizieren“ erwartet er.

In einem anderen Zusammenhang hatte der 36jährige einmal gesagt: „Ich habe mir lange Zeit alle Möglichkeiten offengehalten, jetzt weiß ich es genau: Ich möchte diesen Weg gehen!“ Das war sicher zu plakativ ausgedrückt, sagt er, aber im Kern stimmt die Aussage: Lange Zeit war er unentschlossen, ob der Weg als Priester und Ordensmann der richtige für ihn sein werde.

Erst im Alter von zehn Jahren wurde Martti freikirchlich getauft, mit der Erstkommunion und Firmung im Jahr 2003 wurde er Mitglied der katholischen Kirche. In dieser Zeit studierte er Kirchenmusik, anschließend solistisches Orgelspiel und machte den Master of Music. Im Laufe der Jahre fing der junge Mann an, über seine Berufung nachzudenken.

„Bis zum Sommer 2011 war ich unentschieden zwischen Musik und einer geistlichen Berufung. Ich stand in einer Kreuzung: Sollte ich Opernsänger werden oder den geistlichen Weg gehen? Und so habe ich einfach weiter studiert, gesucht und gebetet. Dann erst wurde mir klar, dass ich wirklich die größere Sehnsucht nach dem geistlichen Dienst habe.“

Die ignatianische Spiritualität hat ihm in dieser Zeit bei dem Unterscheidungsprozess viel geholfen und Richtung gegeben. „Und nach dem Sommer 2011 war die wichtigere Frage, was die geistliche Berufung für mich konkret heißen soll“, erzählt er. „Nach dem Eintritt bei den Jesuiten war es für mich schon relativ klar, dass das Ordensleben für mich genau das Richtige ist.“ Allerdings entschied er sich bei den großen 30-tägigen Exerzitien im Mai 2014 dann doch für den Eintritt bei den Herz-Jesu-Priestern.

„Nach dem Eintritt hatte ich wirklich eine große Klarheit, dass dies mein Weg ist – seither hatte ich keine Alternative mehr, die ernsthaft mit dem Leben als Herz-Jesu-Priester konkurrieren würde“, ist Martti nun froh: „Ich glaube, ich kann auf diesem Weg am besten Gott dienen. Er hat mich hierher berufen. Das hat sich immer wieder bestätigt, noch zum letzten Mal in den Vorbereitungsexerzitien im Sommer. Da habe ich noch gründlich alles durchgebetet, innerlich gekostet und überlegt. Und ja, ich glaube, es ist jetzt richtig.“

Die ewigen Gelübde haben für ihn eine tiefe Bedeutung: „Damit binde ich mich für immer an die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester. Ich glaube, dass diese endgültige Bindung eine ähnliche Bedeutung hat wie eine Ehe: Man muss die Beziehung nicht mehr grundsätzlich infrage stellen. Man kann gelassen in die Zukunft schauen.“

Marttis Theologiestudium dauert noch vier Semester, dann kommt bald die Diakonweihe und das Diakonatsjahr in seiner Heimat Finnland. „Nach der Priesterweihe möchte ich zumindest zuerst in Finnland eine pastorale Erfahrung machen“, kündigt er an. „Danach sollte klar werden, ob ich noch etwas weiter studiere, was mich im Prinzip auch interessieren würde“, so seine Vorstellung. „Jedenfalls möchte ich Menschen geistlich begleiten, mit Gesprächen und Exerzitien. Ich möchte auch mit Musik und Gesang Gott und den Menschen dienen; wie das genau aussehen wird, weiß ich aber noch nicht.“

 

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