Zehn Herz-Jesu-Priester in Indonesien geweiht

Pater Horst Steppkes SCJ ist Missionsprokurator. Er reist immer wieder in die Länder, in denen die Missionsprokura tätig ist. Jetzt war er bei der Priesterweihe in Indonesien.

Zehn Diakone wurden jetzt in Indonesien zu Priestern geweiht. Sie gehören zur indonesischen Provinz der Herz-Jesu-Priester. Ihre Ausbildung wurde – wie schon seit vielen Jahren - von der Missionsprokura beziehungsweise von deren Freunden und Wohltätern unterstützt. Pater Horst Steppkes SCJ ist Missionsprokurator. Er reist immer wieder in die Länder, in denen die Missionsprokura tätig ist, um sich vom zielgerichteten Einsatz der Spendengelder zu überzeugen und Projekte zu evaluieren.

Schon seit einigen Jahren bestand eine Einladung nach Indonesien. Die Priesterweihe war ein Anlass, sie nun anzunehmen.  Pater Steppkes berichtet von seiner zehntägigen Reise im August 2019: 

„Bei der Ankunft am Unabhängigkeitstag in Jakarta wurde ich unmittelbar mit der Andersartigkeit und Besonderheit meines Gastlandes konfrontiert. Indonesien ist zwar kein muslimischer Staat, wohl aber der Staat mit der größten Zahl muslimischer Einwohner, ca. 260 Millionen. Es gibt fünf offiziell anerkannte Religionen: Islam, Buddhismus, Hinduismus, Konfuzianismus und Christentum. Zehn Prozent der Einwohner sind Christen, nur drei Prozent Katholiken.

Alle Bevölkerungs- und Religionsgruppen verbindet die Zugehörigkeit zur indonesischen Nation. Auch die Kirchen waren zum Unabhängigkeitstag in den indonesischen Farben rot und weiß geschmückt. Wir – die Mitbrüder, die mich erwarteten, und ich -  brauchten viel Geduld: Mehr als eine Stunde dauerte der Gang durch die Passkontrolle und eine weitere Stunde die Ausfahrt aus dem Parkhaus. Grund war das hohe Verkehrsaufkommen am Unabhängigkeitstag, außerdem kamen an diesem Abend viele Pilger aus Mekka zurück.

Nach der Überfahrt von Jakarta auf die Insel Sumatra war meine erste Besuchsstation das Ausbildungshaus der Postulanten und Novizen in Gisting Lampung. Mit den 13 Postulanten und 14 Novizen hatte ich sehr interessante Gespräche und Begegnungen. Zum Abschluss des Tages habe ich mit den jungen Leuten eine heilige Messe in englischer Sprache gefeiert.

Die Priesterweihe fand in der Pfarrkirche St. Joseph in Pringsewu Lampung statt, wenige Kilometer entfernt von Gisting. Zwei der Weihekandidaten stammen aus dieser Pfarrei. Der Bischof von Tanjungkarang, einige seiner Vorgänger waren Herz-Jesu-Priester, weihte unsere 10 Mitbrüder und für seine Diözese auch einen Diakon. Die Feier dauerte vier Stunden und war sehr gut vorbereitet und liturgisch beindruckend. Fast alle Mitbrüder der Provinz  - 194 Priester - nahmen daran teil, etwa 4000 Gläubige feierten den Gottesdienst in der Kirche oder vor der Kirche vor einem großen Bildschirm mit.

Nach dem Weihegottesdienst waren alle zu einem Buffet im Kirchengarten eingeladen. Das Essen stammte von den Familien und anderen Privatpersonen.

Die Priesterweihen in der indonesischen Provinz finden immer an einem Werktag statt, so dass möglichst viele Mitbrüder teilnehmen können. Am nächsten Tag ist dann die jährliche Provinzversammlung, die am Nachmittag mit der Primizmesse der Neupriester in Konzelebration mit allen Mitbrüdern endet. So auch in diesem Jahr.

Die indonesische Provinz der Ordensgemeinschaft hat in Yogyakarta auf Java  zwei Scholastikate: eines für Studenten mit zeitlichen Gelübden, das andere für höhere Semester mit ewiger Profess. Zur Zeit hat die Provinz  62 Studenten, die an der Hochschule der Jesuiten studieren. Nach der Provinzversammlung in Prinsewu Lampung war Yogyakarta meine nächste Besuchsstation.

Vor dem Rückflug nach Deutschland konnte ich– wieder zurück in Jakarta – die fünf Kommunitäten und vier Pfarreien der Provinz in der Hauptstadt kennenlernen und das sehr lebendige Pfarreileben erleben. Wir feierten Sonntagsmessen mit bis zu 1400 Teilnehmern aller Altersklassen. Besonders beeindruckt haben mich die sozialen Angebote ehrenamtlicher Pfarreiangehöriger nach den Messfeiern, die rechtliche, soziale und medizinische Unterstützung anbieten.

Die Katholiken sind zwar in Indonesien eine kleine Minderheit, aber sie sind unheimlich lebendig – so wie auch unsere Ordensgemeinschaft. Zu deren Engagement gehört auch die Schulstiftung:  Die Herz-Jesu-Priester haben in Jakarta drei Schulen aufgebaut; P. Kusmartono, der derzeitige Rektor der Kommunitäten in Jakarta, ist der Vorsitzende der Schulstiftung. Die Elementary School (in Indonesien Kindergarten und Primary School), die Secondary School und die High School besuchen zurzeit rund 1200 Kinder.

Wenn wir in der Weltkirche etwas von Indonesien lernen möchten, dann gehört dazu sicher das „Wir-Gefühl“ in den Gemeinden. Wir in Deutschland haben viele sozialen Dienste und Hilfsangebote delegiert und institutionalisiert. Dieses Zusammenkommen in Indonesien nach dem Gottesdienst hat mich sehr beeindruckt. Ich frage mich, ob der Rückgang von engagierten Gläubigen bei uns nicht vielleicht auch damit zusammenhängt, weil uns dieses Wir-Gefühl verloren gegangen ist. In Indonesien habe ich erlebt, wie die Menschen miteinander und füreinander beten und füreinander da sind.“

 

Die Missionsprokura unterstützt die Herz-Jesu-Priester und ihre pastoralen, sozialen und pädagogischen Werke weltweit.

Wenn Sie uns auch dabei helfen wollen, hier ist unser  Spendenkonto:

Missionsprokura der Herz-Jesu-Priester e.V.
Waldstr. 145,  67434 Neustadt
IBAN  DE05 4006 0265 0000 1230 00    
BIC     GENODEM1DKM 
bei der DKM Münster eG 
 

  • S
  • M
  • L