Aus Südafrika in die ganze Welt

Die Provinz in Südafrika ist im Umbruch. Eine wichtige Rolle dabei spielt das internationale Ausbildungshaus in Pietermaritzburg

Provinzial Pater Bernard Tente Sompane SCJ (Mitte) freut sich mit vier neuen Akolythen. (c) SCJ

Der Umzug des Provinzialats von Aliwal nach Johannesburg, der Ausbau eines internationalen Ausbildungshauses und die Stärkung der Zusammenarbeit mit anderen afrikanischen Provinzen: Die neue Leitung mit Pater Bernard Tente Sompane SCJ an der Spitze richtet seit ihrem Amtsantritt 2017 die südafrikanische Provinz neu aus. Angefeuert sind sie durch die Strategie der früheren Generalleitung, in den Zentren der Provinzen präsenter zu sein, internationale Projekte zu stärken und sich massiv dem Thema Bildung zu widmen. In Pietermaritzburg, fünf Autostunden südlich von Südafrikas größter Stadt Johannesburg, befindet sich seit 2004 in einem ehemaligen Motel das internationale Scholastikat, das mit großer Unterstützung deutscher Wohltäter bis Mitte letzten Jahres ausgebaut wurde. Jetzt können hier 25 bis 30 werdende Herz­Jesu­Priester untergebracht werden. Im Moment sind es sogar 33.

Neue Kulturen und neue Sprachen kennenlernen

In Pietermaritzburg geht es aber bei weitem nicht nur um die Erweiterung eines Ausbildungshauses, sondern um die Umsetzung einer Vision: In allen Provinzen und Regionen sollen künftige Dehonianer so ausgebildet werden, dass sie anschließend von der Generalleitung überall sofort eingesetzt werden können. „Das funktioniert in Pietermaritzburg schon ziemlich gut“, bilanziert Provinzial Pater Sompane über die Ausbildung seiner Studenten aus Mozambik, Kamerun, der Demokratischen Republik Kongo, Madagaskar, Angola und Südafrika. „Das Wichtigste für unsere Studenten ist, unser Charisma zu verinnerlichen. Es geht darum, dass sie tief im religiösen Leben verankert sind und sich darüber bewusst werden, wer wir als Herz­ Jesu­Priester sind.“ Dazu zählt die Bedeutung der eucharistischen Anbetung, das Gemeinschaftsleben und die Verfügbarkeit, dort eingesetzt zu werden, wo die Kongregation einen Mitbruder braucht. Die Voraussetzungen dafür werden in Pietermaritzburg geschaffen. „Ich fühle mich gesegnet, weil wir mit Petermaritzburg diese Plattform bereitstellen, neue Kulturen und neue Sprachen zu lernen“, sagt Pater Sompane und zählt auf: Portugiesisch, Französisch und Englisch. „Wir versuchen den jungen Menschen zu vermitteln: Es gibt keine Hautfarben mehr. Es gibt keine Nationalitäten mehr. Wir sind Dehonianer! Wir sind Söhne von Pater Dehon. Geht hinaus und bereichert euch gegenseitig!“

„Studenten brauchen Training“

Diese Vision – Kandidaten aus mehreren Ländern akademisch, spirituell und kulturell auf Aufgaben in der gesamten Kongregation vorzubereiten – muss sich nun an der Realität messen lassen. Und diese Realität sieht zum Beispiel im Moment so aus, dass es in Pietermaritzburg zu wenige Ausbilder gibt. Für die über 30 Studenten stehen nur zwei Formatoren zur VerfügungDafür ist Pater Sompane nun in der gesamten Kongregation auf der Suche, um Mitbrüder für eine Aufgabe in Südafrika zu gewinnen. Parallel dazu beschäftigen ihn weitere Baumaßnahmen, damit der Standard des Ausbildungshauses auch mit den hohen inhaltlichen Ansprüchen mithalten kann. So soll die zimmergroße Kapelle des Ausbildungshauses verlegt und damit vergrößert werden, so dass sie künftig Platz für etwa 70 bis 100 Gottesdienstbesucher bietet. Rund 200.000 Euro soll das Projekt kosten, die Pläne dafür existieren schon. Auch soll ein Fußballplatz angelegt werden, damit die Kandidaten körperlichen Ausgleich finden. „Ich war selbst Sportler. Deshalb kann ich sagen: Studenten brauchen Training“, ist Pater Sompane überzeugt. Gerade angesichts solch ambitionierter Pläne für die Zukunft ist Pater Sompane dankbar für die großzügige Unterstützung der deutschen Wohltäter, mit der sie das Wirken der HerzJesu­Priester in Pietermaritzburg seit vielen Jahren begleiten. Erst kürzlich konnte ein 23­sitziger Bus angeschafft

werden, mit dem die Studenten nun zur Hochschule und wieder zurück ins Ausbildungshaus befördert werden. „Ich bin da wirklich sehr dankbar! Ich bete für alle Wohltäter und hoffe, dass die Zusammenarbeit lange anhält.“ Die Chancen dafür stehen gut: Denn der frühere Generalobere Pater Heiner Wilmer SCJ möchte auch nach seiner Zeit als weltweiter Leiter der Dehonianer zu einem Beitrag für Südafrika ermuntern. Zu seiner Bischofsweihe am 1. September in Hildesheim bat er anstelle von Geschenken um Spenden für die Priesterausbildung in Pietermaritzburg (siehe Kasten). „Dieser Mann hat wirklich ein Herz für Südafrika“, sagt Provinzial Pater Sompane. „Du meine Güte, was für ein Segen!“  

Text: André Lorenz – dieser Text erschien in unserer aktuellen Ausgabe (3/2018) unseres Ordensmagazins „Dein Reich komme“

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