Fasten in der Familie – Es geht vor allem um Besinnung

Albertina Gaspar kommt aus Angola. Gemeinsam mit ihren Töchtern Margarida und Núria engagiert sie sich stark in der portugiesisch-sprachigen Gemeinde in Berlin. Pater Ricardo Diniz SCJ hat sich mit ihnen darüber unterhalten, wie sie als Familie die Fastenzeit gestalten.

Fasten und Beten gehören in der Familie von Albertina Gaspar zusammen

Wie unterscheidet sich in Ihrer Familie die Fastenzeit von den übrigen Wochen des Jahres?

In der Fastenzeit geht es bei uns vor allem um die Besinnung. Wir beten mehr, beten den Rosenkranz in der Familie und verzichten in der Zeit auf Fleisch. Meistens ist es aber auch so, dass sich meine Kinder aussuchen, was sie fasten wollen. Dabei ist es aber immer Fleisch und eine zusätzliche Sache, die sie sich aussuchen, wie z.B. Süßgetränke oder Süßigkeiten.

Hat Fasten in Ihrer Heimat Angola Tradition, und ist die Fastenzeit dort anders als in Deutschland?

In Angola dort hat die Fastenzeit eine sehr große Bedeutung für den Großteil Teil der Bevölkerung. Die Fastenzeit ist dort ein bisschen strenger als in Deutschland. Das liegt - denke ich - auch daran, dass es in Angola mehr Gläubige im Allgemeinen gibt als in Deutschland. In Angola ist der überwiegende Teil der Bevölkerung christlich katholisch und oftmals auch streng gläubig.

Fasten bei Ihnen in der Familie alle Familienmitglieder?

Nein, nur meine Töchter und ich.

Worauf verzichten Sie ganz bewusst?

Ich faste ganz bewusst immer auf Fleisch. Dabei geht es mir nicht um meine Figur (lacht). Sondern ich denke an Nächstenliebe und möchte bewusst das Leben der Lebewesen speziell in der Fastenzeit achten.

Wie ist die Stimmung in der Familie? - Was tun Sie, damit die Stimmung bei Ihnen gut ist?

Die Stimmung ist eigentlich immer gut. Wenn man spirituell fastet, leitet uns der Heilige Geist auf den richtigen Weg. Wir beten viel und besinnen uns auf unsere Taten, darauf, was wir tun und eventuell noch besser machen können. Wir achten in der Fastenzeit aber nicht nur auf uns, sondern sind auch für Andere da und helfen denjenigen, die unsere Hilfe brauchen.

Wir haben unter anderem eine Gruppe - bestehend aus meinen Töchtern und den Gemeindemitgliedern - gebildet, die jeden Sonntag nach dem Gottesdienst zusammen mit mir den Rosenkranz beten. 

Bisher in dieser Fastenreihe erschienen:

Gabriele Sych: Fasten aus therapeutischer Sicht
Dr. Christoph Götz: Fasten aus ethischer Sicht
Birgit Hümbs: Fasten aus kulinarischer Sicht
Franz-Josef Hanneken: Fasten aus pädagogischer Sicht

Foto © gemeinfrei

 

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