Ein Auto für die Seelsorge und für Einkäufe

Aus Spendengeldern hat die Missionsprokura der Herz-Jesu-Priester ein Auto für die Mitbrüder in der Ukraine gekauft. Es wird dringend benötigt.

Drei Herz-Jesu-Priester leben und arbeiten seit fünf Jahren in Irpin.  In dieser Zeit haben sie ein Kloster errichtet, sie führen ein Studentenwohnheim und bauen eine Kirche. Der russische Krieg gegen die Ukraine hat natürlich auch diesen Bau gestoppt.

Einige Tage nach Beginn des Krieges ging P. Andrzej Olejnik SCJ nach Pierszotrawieńs, so wie viele andere Einwohner der Stadt auch. Inzwischen ist er zurückgekehrt – und viele andere Einwohner Irpins auch. „Im Moment fühlen wir uns in der Stadt sicher“, berichtet P. Olejnik, „aber in der Umgebung ist es gefährlich“. Rund um Irpin gibt es viel Wald, die Gegend ist das Naherholungsgebiet für Kiew. Genau hier haben die russischen Truppen sehr viele Minen hinterlassen.

P. Olejnik berichtet das sehr detailliert, denn er war gerade für einige Tage im Herz-Jesu-Kloster Neustadt. Der Grund für diese anstrengende Reise von mehr als 2000 Kilometer: Die Überführung des Autos, das die Missionsprokura der Herz-Jesu-Priester mit Spendengeldern gekauft hat. Das bisherige Auto wurde von der ukrainischen Armee konfisziert.

„Aber wir brauchen ein Auto“, betont P. Olejnik. Er und sein Mitbruder,  Pater Tadeusz Wolos SCJ, werden in ihrer Funktion als Seelsorger stark angefragt. Die rund 520 Katholiken leben über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Vor allem P. Wolos übernimmt die seelsorgerliche Betreuung der Menschen; sie feiern auch regelmäßig Gottesdienste, und auch hier ist der Bedarf groß: Rund 150 Menschen kommen sonntags in den Gottesdienst, der momentan noch im Keller der Kirche stattfindet, die gerade gebaut wird.

Es fehlt an allem

„Unser Kloster und die Kirche sind zum Glück bisher von Zerstörung verschont geblieben“, sagt P. Olejnik. Das kann er leider nur von wenigen Häusern sagen. Viele Menschen, die jetzt wieder nach Irpin zurückkommen, haben kein Zuhause mehr. „7000 Familien sind obdachlos“, so der Herz-Jesu-Priester. Strom, Wasser und Gas fehlen ebenso.
Auch die Versorgungssituation ist schwierig, fährt er fort. Daher braucht er das neue Auto auch für Einkäufe in größeren Mengen. Aber: Es fehlt auch Benzin, und die Preise für alles Lebensnotwendige sind enorm gestiegen.

P. Olejniks Aufgabe in dieser Zeit besteht deshalb auch darin, mit einem Transporter an die ukrainisch-polnische Grenze zu fahren und dort die vielen Sachspenden – vorwiegend aus Polen und Österreich  - in Empfang zu nehmen und unter den verschiedenen Herz-Jesu-Klöstern aufzuteilen. 10.000 Kilometer hat er für diese Aufgabe in kurzer Zeit zurückgelegt. „Nein, gefährlich ist das nicht“, sagt er schmunzelnd. „Aber anstrengend und ermüdend.“ Denn an besagter Grenze werden die Staus immer länger. Tausenden von Menschen, wie aus der Ukraine nach Polen flüchten, kommt eine ebenso große Zahl derer entgegen, die zurückkehren in die Heimat.

Auch für sie muss eingekauft werden, müssen Hilfsgüter gesammelt werden: „Die Menschen sind mit einer kleinen Tasche geflohen. Wenn sie jetzt zurückkommen, ist ihre Wohnung zerstört, und all ihre Habe ist geplündert“, schildert P. Olejnik die Situation. Aber er kann auch von guten Geschichten erzählen, von Familien, die rückkehrende Familien selbstverständlich in ihrer Wohnung aufnehmen, damit sie nicht obdachlos bleiben.

"Ich hadere nicht mit Gott"

Über seine Rolle als Priester und Seelsorger sagt er: „Die, die nicht so stark glauben können, zweifeln an Gott oder hadern mit ihm. Aber nach den ersten zwei Wochen, als es in Irpin nicht mehr so gefährlich war, sind viele wieder in die Kirche gekommen. Und bis dahin waren wir immer mit ihnen über Handy in Kontakt.“

Gottvertrauen habe er unbedingt: „Ich hadere nicht mit Gott. Diesen Krieg machen ja die Menschen“, betont er. Insgesamt, sagt er, sind die Ukrainer weiterhin zuversichtlich: „80 Prozent glauben weiterhin, dass wir diesen Krieg gewinnen.  Aber leider kann niemand sagen, wann das sein wird.“

P. Olejnik hat den fünftägigen Aufenthalt in Neustadt genossen, er konnte ausruhen. Aber jedes Flugzeug hat ihn in Angst versetzt und an den Krieg in der Ukraine erinnert. Er wollte schnellst möglich zurück, die rund 2000 Kilometer nach Irpin hinter sich bringen. Zumal er wusste, dass er stunden-, wenn nicht tagelang an der Grenze würde warten müssen.

Bitte helfen Sie!

Wir sammeln weiter Spenden für die Menschen in der Ukraine und in Polen. Wenn Sie helfen möchten, können Sie diese Bankverbindung nutzen:

Missionsprokura der Herz-Jesu-Priester
IBAN: DE05 4006 0265 0000 1230 00 (Verwendungszweck: Ukraine)
BIC: GENODEM1DKM (DKM Darlehnskasse Münster)

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