„Ich weiß, dass ich den richtigen Orden gewählt habe“ – 50. Professjubiläum von Provinzial Pater Heinz Lau SCJ

Heute ist der Gedenktag der Erzengel Michael, Gabriel und Raphael. Der 29. September ist auch der Tag, an dem weltweit viele Herz-Jesu-Priester ihre Gelübde ablegen. Heute vor 50 Jahren waren das beispielsweise Provinzial Pater Heinz Lau SCJ und Pater Heinz Mentrup SCJ. Und auch Pater Markus Mönch SCJ feiert heute sein 20. Professjubiläum.

„Wir werden mein Jubiläum fast nicht feiern“, erzählte P. Lau im Vorfeld, um zu ergänzen: „Erst am Abend werden wir einen feierlichen Gottesdienst haben. Aber dann stehen unsere drei madagassischen Studenten Bruno Rafanomezantsoa, Patrice Rakatoniaina und Clement Randrianasolo im Mittelpunkt, die gerade ihre Gelübde zum dritten Mal erneuert haben.“

„Mich wundert es, dass ich schon 50 Jahre in dieser Ordensgemeinschaft lebe“, sagt er schmunzelnd. P. Lau blickt zurück auf „bunte Jahre“. Stichworte sind dabei: Kaplanszeit, Jugendarbeit in Maria Martental, Ausbildung in Freiburg, kurze Zeit in Indien, Rektorat in Neustadt und nun die Aufgabe als Provinzial. „Ich weiß, dass ich den richtigen Orden gewählt habe“, ist er überzeugt, „mit den Aufgaben, die ich wollte und die ich liebe.“

Wichtig für den Ordensmann ist, dass er kreativ sein kann, lebendig und nahe bei den Menschen: „Ich bin alles andere als ein Mönch!“ Und er fühlt sich bereichert durch seine Mitbrüder, „von denen leider viele Abschied nehmen und sterben.“
Gerne erinnert der Herz-Jesu-Priester daran, dass vor 130 Jahren, am 15. Mai 1891, Papst Leo XIII. das erste päpstliche Rundschreiben zur Arbeiterfrage veröffentlichte. Das Schreiben mit dem Titel „Rerum novarum“ (Über die neuen Dinge) wurde zum grundlegenden Dokument in der katholischen Soziallehre. „Das hat auch viel mit P. Dehon zu tun“, ist er überzeugt. Und: „Dieses hohe Interesse an politischen, sozialen und gesellschaftlichen Fragen passt zu mir.“

In diesem Zusammenhang nennt der Provinzial, der die meiste Zeit im Herz-Jesu-Kloster in Freiburg lebt, unter anderem die Pflasterstube, für die die Herz-Jesu-Priester Verantwortung tragen – auch wenn keiner von ihnen derzeit direkt in dieser Sozialeinrichtung tätig ist.
„Immer nah bei den Menschen“ sind sie jedoch durch die Gesprächsdienste an der Pforte des Klosters. „Wir arbeiten zwar nicht in einem sozialen Brennpunkt, aber zu uns kommen so viele Menschen in schweren Nöten. Und ich darf ein Ohr haben für sie!“

Das Bemühen um Nachwuchs, um Berufungen war schon immer ein schweres Feld. Aber hin und wieder ist es P. Lau gelungen, junge Menschen für das Ordensleben zu begeistern. „Das gelingt immer weniger – und wenn, dann nicht mit Werbeplakaten, sondern nur durch Begegnung und eigenes Vorleben.“ Insgesamt, räumt er ein, „ist es enttäuschend“.

Ebenso schwierig ist eine weitere Aufgabe, vor die P. Lau die Herz-Jesu-Priester gestellt sieht: „Wir müssen positiv mitarbeiten an der Glaubwürdigkeit der Kirche. Sie hat so sehr gelitten in den vergangenen Jahren!“

Auch das, davon ist er zutiefst überzeugt, gelingt nur durch positives Vorleben, das Wahrnehmen von Nöten und Schwierigkeiten und die echte Hinwendung zu den Menschen.

  • S
  • M
  • L