
JED (Jeunesse en Difficultés, zu deutsch: Jugend in Schwierigkeiten), ein Sozialprojekt der Herz-Jesu-Priester in Bafoussam, Kamerun, feierte sein 35-jähriges Bestehen.
Die Einrichtung wurde 1991 auf Initiative von Pater Bernard Groux SCJ gegründet und fördert die Ausbildung und sozio-professionelle Integration benachteiligter Jugendlicher durch das Erlernen von Berufen wie Tischlerei, Maurerwerk, Schweißen, Friseur, Nähen, Viehzucht und Gastronomie. Unter der derzeitigen Leitung von Pater Collins Etienne Nguemfo SCJ setzt JED mit 75 Lernenden und 15 Betreuern diese soziale Mission bis heute fort.
Als Auftakt zu den Jubiläumsfeierlichkeiten fand unter anderem ein Tag der offenen Tür statt, bei dem viele Produkte von JED ausgestellt und verkauft wurden. Zudem gab es ein vergnügliches Fußballspiel zwischen den "Jédisten" (Bewohnern von JED) und ihren Betreuern, das mit einem Tor zugunsten der Jédisten endete. Pater Bernard und Freunde von JED tauschten sich an einem Runden Tisch über mehrere Themen aus, etwa über die Geschichte seit der Gründung, Erfahrungen ehemaliger „Jédisten“ und vor allem über Herausforderungen und zukünftige Perspektiven von JED. Darüber referierte Pater Collins Etienne Nguefo SCJ, der aktuelle Direktor von JED.
Die Feierlichkeiten endeten mit einer Abschlussmesse, die vom Provinzoberen geleitet wurde, und an neben vielen Herz-Jesu-Priestern, Freunden und Unterstützern auch viele ehemalige Jédisten teilnahmen. Nach einem wahren Festmahl und viel Spaß bei Musik war am Ende das Anschneiden der Jubiläumstorte das "Sahnehäubchen" aller Aktivitäten zum Jubiläum.
Für die nächsten 35 Jahre wurde das Ziel ausgegeben: Aus der Einrichtung "Jugend in Schwierigkeiten" soll das Projekt werden "Jugend in der Entwicklung".
Mit einer Spendenkampagne unterstützte die deutsche Missionsprokura JED im vergangenen Jahr und stellte dafür zwei Jugendliche vor.
Einer davon war Jordan, der sich als „glücklicher Jugendlicher“ bezeichnete, da er kurz davor war, „ein guter Maurer zu werden“. Das war nicht immer so. Denn Jordan hatte keine Schule besucht. Er erzählte: „Meine Familie war sehr arm, und während meine Altersgenossen zur Schule gingen, blieb ich allein im Viertel zurück. Wenn sie heimkamen und über den Unterricht sprachen, wurde ich oft wütend – manche machten sich sogar über mich lustig.“ Das änderte sich grundlegend durch JED: „Ich wurde dort sehr herzlich von den Betreuern und älteren Schülern empfangen.“
Schlechte Startbedingungen in Leben hatte auch Bathaka, die seit fast drei Jahren bei JED eine neue Heimat gefunden hat. „JED ist meine erste Familie, denn hier fühle ich mich wohl. Da ich seit meiner Geburt krank bin, wurde ich in meinem Viertel von meinen Freunden verspottet. Sie sagten, ich sei verrückt – das tat mir sehr weh. Aber bei JED lieben mich alle.“
Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre, kann sich aber je nach Schweregrad der Beeinträchtigung verlängern. Die durchschnittlichen Kosten für die dreijährige Ausbildung eines Jugendlichen betragen 2.500 EUR. Zu den Ausgaben gehören unter anderem tägliche Mahlzeiten, Gesundheit, Kleidung, Krankenversicherung und Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.
In Kamerun ist es auch mit abgeschlossener Berufsausbildung schwierig, einen Arbeitsplatz zu finden. Viele Menschen gründen ihren eigenen kleinen Betrieb. Sie erhalten von JED ein kleines Startkapital, mit dem sie beispielsweise Werkzeug oder Arbeitsmaterialien kaufen können.
Missionsprokura der Herz-Jesu-Priester e.V.
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Stichwort Kamerun - JED
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