Bildung im Tschad: „Diese Schule ist eure beste Chance!“

Jugendliche auf Schulbänken im Unterricht
Autor
Deutsche Ordensprovinz der Dehonianer SCJ
Datum
27.8.26

Pater Guillaume Tindo SCJ ist ein Macher. Kaum war im vergangenen Jahr in der Stadt Colon im Tschad nach nur neun Monaten Bauzeit eine neue weiterführende Schule eröffnet, kümmerte er sich darum, in seiner Pfarrei Sacré-Cœur de Colon– bestehend aus 69 Dörfern – Brunnen bohren zu lassen. Als dieses große Projekt ins Laufen kam, fragten die Menschen ihn erwartungsvoll: „Und was bauen wir als Nächstes?“

Pater Guillaume ist Herz-Jesu-Priester und stammt aus Kamerun. Finanziert wurden die Schule und Brunnen zum großen Teil aus Spendengeldern der Missionsprokura der Herz-Jesu-Priester. Missionsprokurator Pater Gerd Hemken SCJ hält engen Kontakt zu seinem Mitbruder und weiß, dass die Spendengelder schnell und zuverlässig in die Projekte investiert werden, die P. Guillaume ankündigt.

Am 1. Oktober beginnt das zweite Schuljahr in der neuen Schule. Sie wächst schrittweise nach oben; 2029 werden die ersten Schüler das Abitur ablegen. Aus 141 Schülerinnen und Schülern werden jetzt 200. Für die neuen Klassen sollen zu den bestehenden 15 Räumen weitere sechs Klassenräume gebaut werden. Vorteilhaft daran ist, dass Menschen aus den Dörfern am Bau beteiligt werden und so die Möglichkeit haben, ihr karges Einkommen ein wenig aufzubessern. Auch daher rührt die Freude über die regen Bautätigkeiten, die P. Guillaume initiiert.

Der Schulbesuch im Tschad ist kostenpflichtig – „nur so können wir den Betrieb finanzieren“, sagt P. Guillaume. Zum ersten Schuljahr suchte er deshalb schon Paten für bedürftige Kinder, deren Eltern sich das Schulgeld nicht leisten können. Dabei hat er vor allem Mädchen im Blick. Denn sie sind stark benachteiligt. Ihnen droht zudem eine frühe Verheiratung, denn das ist für die Eltern billiger als Schulgeld zu bezahlen. Im vergangenen Jahr gelang es, für mehr als 100 Kinder Paten zu finden. „Jetzt brauchen wir wieder 30 Menschen, die besonders armen Mädchen und Jungen den Schulbesuch finanzieren“, berichtet P. Guillaume. 50 Euro kostet das Schulgeld in einem Jahr, 100 Euro, wenn die Kinder zusätzlich eine warme Mahlzeit am Tag erhalten. Auf dem Speiseplan stehen Reis, Brot und Reisbrei.

Im Umfeld von Colon genießt die Schule einen hervorragenden Ruf. Der Bischof der Erzdiözese N’Djamena nennt sie „die beste Schule weit und breit.“ Den künftigen Schülern hatte er bei der Einweihung mit auf den Weg gegeben: „Diese Schule ist eure beste Chance. Nutzt sie!“ Laut Pater Guillaume tun sie das und lernen engagiert und motiviert.

Der Schule angeschlossen ist ein kleines Internat, in dem Kinder wohnen für die der tägliche Schulweg zu weit ist. „Die Kinder fühlen sich wohl hier“, freut sich Pater Guillaume. Dazu trägt sicher auch bei, dass die Missionsprokura ihnen Stockbetten finanziert hat – die Kinder mussten anfangs auf dem harten Betonboden schlafen. Auch das Internat ist voll belegt und müsste um weitere Betten erweitert werden.

„Es ist bewundernswert, wie Pater Guillaume unentwegt daran arbeitet, das Leben der Menschen in seiner Pfarrei zu verbessern und Jugendlichen Chancen für eine bessere Zukunft bietet“, lobt Pater Hemken. „Und er wird weiterbauen“, ist er überzeugt – und weiß auch schon, was als nächstes auf dem Plan seines Mitbruders steht: „Eine Art Berufsschule ist sein Plan, damit Jugendliche ohne Abitur sich mit einem Handwerksberuf eine Existenz aufbauen können. Dabei werden wir ihm auch gerne helfen.“

Spendenkonto der Missionsprokura der Herz-Jesu-Priester e.V.:

IBAN DE05 4006 0265 0000 1230 00
Stichwort Schulpatenschaft Tschad
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