Bericht aus Kamerun: Im Postulat beginnt der Weg der jungen Herz-Jesu-Priester

Gruppenbild mit jungen Patres und Pater Francis auf dme Fahrrad
Autor
Deutsche Ordensprovinz der Dehonianer SCJ
Datum
21.8.26

In Bamenda, der drittgrößten Stadt in Kamerun, beginnt der geistliche Weg für junge Männer, die Herz-Jesu-Priester werden wollen, mit dem Postulat. Ihr Weg führt sie von dort aus ins Noviziat in Nkonsamba; zum Philosophie-Studium kehren sie nach Bamenda zurück, um ihre Ausbildung schließlich mit dem Theologiestudium in Ngoya abzuschließen.

Verantwortlich für die Postulanten ist seit sieben Jahren Pater Francis Domleu Njoko SCJ. Der 45-Jährige hatte 2002 seine Profess und wurde 2013 zum Priester geweiht. Nach mehreren Aufgaben rund um die Ausbildung des Ordensnachwuchses gilt heute seine Sorge dem Wohlergehen und dem Reifen der Postulanten. Er möchte die jungen Männer begleiten und ihnen helfen, ihre Berufung zu prüfen. Er sagt: „Das Postulat soll das Wachstum des jungen Menschen fördern: geistlich, menschlich, intellektuell und auch psychisch. Im Alltag der Ordensgemeinschaft geht es darum, das Zusammenleben zu lernen: miteinander handeln, leben und sein.“

Während ihrer Ausbildung helfen die Postulanten auch in der Pfarrei „Gregor der Große“ aus; dort übernehmen sie einige pastoralen und katechetischen Aufgaben. Die Herz-Jesu-Priester engagieren sich in Bamenda in dieser Pfarrei und darüber hinaus für die Gefängnis- und Militärseelsorge.

Bamenda liegt im anglophonen (englisch-sprachigen) Bereich Kameruns. Die Postulanten stammen aus den englisch- und französischsprachigen Bereichen des Landes. Konflikte und Krisen, die sich zwischen diesen beiden Gebieten immer wieder ergeben, begleiten auch die Ordensneulinge in der ersten Zeit. Das beginnt damit, eine gemeinsame Sprache zu finden – und auch im Glaubensleben meint Pater Francis manchmal Unterschiede zu erkennen. Trotzdem hat Pater Francis rückblickend das Gefühl, dass das Postulat früher durch solche Unterschiede belasteter war als heute: „Zum Glück haben wir alle gelernt, damit zu leben, die Angst zu überwinden und die täglichen Risiken und Herausforderungen anzunehmen.“
Pater Francis, der für einige Wochen zu Gast in der deutschen Ordensprovinz und vor allem im Herz-Jesu-Kloster Neustadt war, gibt die Aufgabe als Postulanten-Meister in Kamerun ab. Bei einem geplanten Sabbatical in Rom ab Herbst möchte er dort in einer Pfarrei mitarbeiten und kleinere Weiterbildungsmaßnahmen besuchen und danach in Kamerun neue Aufgaben – am liebsten wieder in der Ausbildung – übernehmen.

Foto  © scj.de: Das Postulat beginnt offiziell mit einem Gottesdienst; Pater Francis lernt mit dem Fahrrad die Pfalz kennen