Jubiläumsjahre in Quito fortgesetzt: "Kreative Treue" zum Ordens-Charisma

Generaloberer Pater Carlos Luis Suárez SCJ beim Vortrag
Autor
Deutsche Ordensprovinz der Dehonianer SCJ
Datum
18.3.26

„Adveniat Regnum Tuum: Pater Dehon als Erzieher, Gründer und als jemand, der sich intensiv mit den sozialen Fragen seiner Zeit auseinandergesetzt hat.“ So lautete das Motto eines Treffens von Herz-Jesu-Priestern und mit dem Orden verbundenen Menschen in Quito in Ecuador vom 9.-15. März 2026.

Mit dem Treffen begann die zweite Phase des Dehonianischen Jubiläums:  Im vergangenen Jahr gedachte der Orden des 100. Todestages von Ordensgründer Pater Leo Dehon, 2028 wird der 150. Jahrestag der Gründung der Kongregation der Herz-Jesu-Priester gefeiert. In der Zeit dazwischen blicken die Herz-Jesu-Priester nicht nur dankbar zurück, sondern besinnen sich auf ihr geistliches Erbe und darauf, was der Auftrag von Pater Dehon heute für sie bedeutet.

Für Deutschland reiste Pater Ricardo Diniz SCJ, Rektor im Herz-Jesu-Kloster Handrup, gemeinsam mit zwei Lehrerinnen des Gymnasiums Leoninum Handrup, Meike Kopka und Verena Plagge, nach Quito. Alle drei beherrschen Spanisch, das die offizielle Sprache des Treffens war.

„Die gesamte Kongregation war zu diesem wichtigen Treffen eingeladen, da Quito die erste Missionsstation der Dehonianer war. Von dort aus gingen viele weitere Missionen hervor, unter anderem im Kongo sowie im Norden und Süden Brasiliens“, erklärt Pater Ricardo die Wahl des Ortes. Gekommen waren Vertreter aus 18 verschiedenen Ländern:  Herz-Jesu-Priester, Studierende, junge Menschen sowie Laien, die mit der Dehonianischen Familie verbunden sind.

Im Mittelpunkt standen die Person Pater Dehons als Erzieher, sein Engagement für junge Menschen sowie sein Einsatz für soziale Gerechtigkeit. Darüber hinaus spielte auch die besondere Bedeutung der ersten Mission in Quito eine zentrale Rolle, da sie den Ausgangspunkt für die weltweite missionarische Entwicklung der Kongregation darstellt.

"Die Anpassung des Gründervermächtnisses an zeitgenössische Herausforderungen"

Die Festlichkeiten begannen mit einer feierlichen Eucharistiefeier als spiritueller Ausgangspunkt für diese Zeit der Begegnung und des Gedenkens. Auch Ecuadors kulturelle Identität wurde an diesem ersten Abend vielfältig vorgestellt; diese Idee verstärkte die Atmosphäre von Freude und Brüderlichkeit, die das Treffen prägte.
Die einzelnen Tage waren thematisch strukturiert und boten sowohl Vorträge als auch Austauschmöglichkeiten. So sprach der Generalobere Pater Carlos Luis Suárez SCJ gleich zu Beginn das Thema "kreative Treue" zum Charisma an und forderte die Anpassung des Gründervermächtnisses an zeitgenössische Herausforderungen.

„Für mich persönlich war die Teilnahme von großer Bedeutung. Als Dehonianer hat es mich besonders bewegt, die Aktualität unseres Gründers neu zu entdecken – vor allem im Hinblick auf Bildung, Jugendpastoral und gesellschaftliches Engagement“, blickt P. Ricardo dankbar zurück. „Auch das Wiedersehen mit Mitbrüdern, die ich teilweise seit über 15 Jahren nicht mehr gesehen hatte, war sehr prägend. Diese Begegnungen haben mir erneut die große Bedeutung des gemeinschaftlichen und brüderlichen Lebens vor Augen geführt.“

Darüber hinaus empfanden er und seine Begleiterinnen den Austausch über die unterschiedlichen Herausforderungen in den jeweiligen Einsatzorten als sehr bereichernd: „Ich bin gewissermaßen neu gestärkt aus Quito zurückgekehrt – mit neuer Motivation und großer Dankbarkeit, Teil dieser Ordensgemeinschaft zu sein.“

Es möchte nun die Inhalte dieses Treffens auch nach Handrup tragen. Gemeinsam mit den Lehrerinnen hat er darüber bereits nachgedacht. „In unserem Kollegium haben wir viele junge Lehrkräfte, was uns sehr freut. Gleichzeitig stelle ich fest, dass ihnen die Person unseres Gründers oft wenig bekannt ist. Da wir als Herz-Jesu-Priester Träger der Schule sind, halte ich es für sehr wichtig, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein stärkeres Bewusstsein für die Bedeutung der Bildung im Denken Pater Dehons entwickeln. Das kann langfristig auch zu einer stärkeren Identifikation mit unserem Auftrag und unserem dehonianischen Charisma beitragen.“

Das ist ein Beitrag Handrups zum Auftrag in diesen Jubiläumsjahren, die Wurzeln des Ordens neu zu suchen, um die Zukunft besser zu gestalten.

Das Foto © dehoniani.org zeigt den Generaloberen Pater Carlos Luis Suárez SCJ