
Seit elf Jahren gehen die Fratres Patrice Eugene Rakotoniaina, Clement Randrianasolo und Bruno Rafanomezantsoa einen gemeinsamen Weg: 2015 begann ihre Ordensausbildung in ihrer Heimat Madagaskar. Im Januar 2010 kamen sie in Deutschland an, um im Freiburger Herz-Jesu-Kloster zu leben und Theologie zu studieren. Und jetzt (Sonntag, 13.09.2026) haben sie in der Freiburger Klosterkirche vor Provinzial Pater Stefan Tertünte SCJ, vielen Mitbrüdern und einer großen Gottesdienstgemeinde ihre Ewigen Gelübde abgelegt.
„Das ist nicht das Ende meines Weges, sondern eine wichtige Etappe“, sagte Frater Clement einige Tage vor der Profess, und die anderen zwei nickten zustimmend. Zwar war dieser Weg nicht immer einfach, aber: „Zweifel gehören dazu“, sind sie sich einig - mehr noch, meint Frater Clement: „Mit schwierigen Zeiten muss man leben. Dann muss man nachdenken, eine Entscheidung treffen, das ist gut!“
Geistliche Begleiter, Freunde und Familie waren immer dann da, wenn es notwendig wurde, sich auszutauschen. Dafür sind die drei dankbar. Frater Patrice nennt ausdrücklich Pater Marcio Auth SCJ, den Rektor in Freiburg, und betont auch: „Es gibt viel Kraft, wenn jemand dann sagt: Ich bete für dich!“
Für Frater Bruno waren gemeinsame Fahrten und Erlebnisse wichtige Meilensteine auf dem Weg: die Internationalität der Weltjugendtage, die gemeinsame Romfahrt im vergangenen Jahr und vor allem die Quellenfahrt an die Orte, die für Pater Leo Dehon und den Orden wichtig sind. „Das war sehr berührend und für mich persönlich sehr wichtig“, betont er.
Auch eine Woche Exerzitien mit Pater Olav Hamelijnck SCJ half den jungen Ordensmännern, noch mehr Klarheit über ihr Leben, ihren Glauben und ihre Berufung zu erlangen. „Es war eine intensive Zeit“, sagt Frater Clement, und Frater Patrice konkretisiert: „Die Zeiten des Schweigens und des Betens, aber auch der Austausch waren wichtig für mich, diesen weiteren Schritt noch entschiedener zu machen.“
„Ich sage Ja zu Gott, ich bin bereit“ – das bedeutet es für Frater Clement, die Gelübde abzulegen. „Ich trete endgültig in meine neue Familie ein, in die Gemeinschaft der Mitbrüder, und bin ein Teil der Kongregation“, sagt Frater Bruno über seine Gefühle. „Es ist eine reife, bewusste und freiwillige Entscheidung, ich bin zu 100 Prozent ein Dehonianer in der Nachfolge Jesu“ – so formuliert Frater Patrice, was dieser Schritt für ihn bedeutet.
In seiner Ansprache ging Provinzial Pater Tertünte auf den Begriff „Liebe“ ein. Er verwies auf den Ordensgründer Pater Leo Dehon und sagte: „Grundsätzlich gilt bei Dehon wie bei Jesus: Liebe ist eine Tat. Nicht einfach ein Gefühl, nicht einfach etwas nur zum Genießen. Nein, Liebe ist eine Tat. Lieben ist ein Tuwort.“
Später verwies er auf die Bedeutung dieses Tages für seine drei jungen Mitbrüder: „Mit den Ewigen Gelübden legt ihr ein dankbares Bekenntnis ab: dass die liebende Hingabe Jesu Eure Lebensform schon ist und für immer sein soll. Dass die vitale und fruchtbare Vereinigung mit Christus Euch mehr und mehr prägen soll. Für dieses Bekenntnis, für dieses Zeugnis danken wir Euch ganz herzlich. Und wir wünschen Euch, dass Ihr in dieser Liebe immer weiterwachsen könnt“.
An den Gottesdienst, zu dem sehr viele Menschen gekommen sind, die Frater Patrice, Frater Clement und Frater Bruno bis hierher begleitet haben, schlossen sich ein Empfang in der Klosterbibliothek und ein festliches Mittagessen an.
Der Weg der drei Ordensmänner in Deutschland dauert noch etwa ein bis eineinhalb Jahre. Dann werden sie ihr Studium mit allen Prüfungen und der Magisterarbeit abgeschlossen haben.