In Kloster, Wald und Wildnis - Umfangreiches Veranstaltungsprogramm im Kloster Neustadt

Eingang zum Kloster Neustadt
Autor
Deutsche Ordensprovinz der Dehonianer SCJ
Datum
27.1.26

„Unsere Angebote sollen die Menschen in ihrem Leben stärken.“ – Für Pater Olav Hamelijnck SCJ ist dies die vordringliche Aufgabe eines christlichen Bildungshauses, wie es das Kloster Neustadt ist. „So verstehe ich meine Aufgabe als Ordensmann und Seelsorger, und dafür bietet das Kloster Neustadt hervorragende Bedingungen“, sagt der Rektor des Klosters.

Rund 220 Einzelveranstaltungen listet das Veranstaltungsprogramm des Bildungs- und Gästehauses Kloster Neustadt in diesem Jahr auf. Ein gedrucktes Programmheft gibt es seit dem Vorjahr aus Kosten- und Nachhaltigkeitsgründen nicht mehr; das Jahresprogramm steht aber zum Download auf der Website des Klosters (www.kloster-neustadt.de) bereit, und für die Einzelveranstaltungen gibt es zusätzlich Flyer, die im Bildungshaus ausliegen.

Naturgemäß ist ein Großteil der Veranstaltungen unter der Rubrik „Den Glauben vertiefen und leben“ zu finden. „Entdecke und lebe dein Leben“ ist die Überschrift einer weiteren Kategorie, zu der die Themen Leben und Gesundheit sowie psychotherapeutische Angebote gehören. Bibelseminare und Besinnungsnachmittage sowie Seminare über Alte Kulturen und Kulturfilmabende werden in der Rubrik „Leben mit der Botschaft der Bibel und Alte Kulturen“ angeboten. Zudem gibt es Sonderveranstaltungen wie etwa Autorenlesungen und Vorträge sowie besondere Gottesdienste.

„Viele Veranstaltungsreihen und Einzelangebote haben schon eine lange Tradition und werden fortgesetzt“, sagt Dr. Christoph Götz, Leiter des Bildungs- und Gästehauses. Manche Angebote wurden erst in den letzten zwei oder drei Jahren entwickelt und werden inzwischen gut nachgefragt, etwa die Meditationstage und meditativen Gottesdienste. Allen Interessierten steht die Möglichkeit einer geistlichen Begleitung offen und bei einer „Auszeit“ können Gäste an den Gebetszeiten der Herz-Jesu-Priester teilnehmen.

Was die Menschen bewegt

„Wir möchten mit unserem Angebot die Sorgen, Hoffnungen und Ängste der Menschen aufgreifen und die Aspekte thematisieren, die sie in ihrem privaten und beruflichen Umfeld, aber auch in der Gesellschaft bewegen“, betont Dr. Götz. Deshalb werden auch Vorträge zu tagesaktuellen Fragen ins Programm aufgenommen, so etwa am 27.02.2026 um 19 Uhr bei einer Autorenlesung zum Thema „Sterbewünsche und assistierter Suizid“, das nach dem Tod der „Kessler-Zwillinge“ Ende vergangenen Jahres neue Diskussionen entfacht hat. Auch der „Talk im Kloster“ greift jeweils ein aktuelles Problem aus Kirche und Gesellschaft auf.

Pater Hamelijnck nutzt für viele seiner Veranstaltungen mit Vorliebe die Natur und den Klosterpark. Er ist überzeugt, dass es guttut, wenn Menschen die Natur erleben und mit ihr in Verbindung kommen. So bietet er beispielsweise gemeinsam mit dem Theologen und Naturschutzbiologen Joshi Nichell erstmals einen Abend im Klosterwald (09.09.2026, 17-21 Uhr) sowie ganze „24 Stunden in Klosterwald und Wildnis“ (04.-05.09.2026) an; er lädt ein, die vier Jahreszeiten im Park zu begrüßen und bietet Meditationen mit stillen Zeiten in der Natur an.

Allgemein, so Dr. Götz, habe die Erwachsenenbildung im gegenwärtigen kirchen- und gesellschaftspolitischen Kontext einen schweren Stand und verweist etwa auf die Krise, in der sich die beiden großen Kirchen immer noch befinden, die hohen Kirchenaustrittszahlen, das zurückgehende Interesse der Menschen an Kirche und Religion und zudem die vielfältigen digitalen Informations- und Kommunikationsangebote. Demgegenüber stehe die Herausforderung, dass das Haus bei den Eigenveranstaltungen kostendeckend wirtschaften muss, so wie sich auch der übrige Gäste- und Tagungshausbetrieb wirtschaftlich tragen müsse. Die Preise müssen dabei so gestaltet sein, dass auch Veranstalter mit kleinem Budget – oft aus dem Umfeld kirchlicher, sozialer und gemeinnütziger Einrichtungen – sich überhaupt noch Seminare, Tagungen, Chor-Probewochenenden etc. in Form einer Zusammenkunft vor Ort leisten können.

Mühe angesichts steigender Kosten

„Trotzdem haben wir in diesem Jahr die Preise für Übernachtungen nur sehr moderat erhöht, für die Verpflegung gar nicht. Das ist aber allein wegen der seit Jahresbeginn gesenkten Mehrwertsteuer auf gastronomische Leistungen möglich, die auf diesem Weg unseren Gästen zugutekommt“, erklärt der Leiter des Hauses.
„Anders als viele vermuten, erhalten wir unmittelbar keine Kirchensteuern“, betont er. „Die steigenden Kosten, mit denen unser Betrieb durch Inflation, höhere Preise – etwa für Lebensmittel, Energie und Personal – konfrontiert ist, müssen von uns erwirtschaftet werden. Hinzu kommen notwendige Investitionen in das Gebäude und die Ausstattung sowie Erhaltungs- und Reparaturarbeiten. Da schlägt die Neumöblierung des Foyers im vergangenen Jahr nicht so sehr zu Buche wie eine in diesem Jahr dringend erforderliche, sehr aufwändige Dachsanierung.“

In der aktuell angespannten gesamtwirtschaftlichen Situation freut sich Dr. Götz mit seinem Team umso mehr, dass es in den letzten Jahren gelungen ist, trotz steigender Fixkosten die Auslastung des Hauses ebenso wie den Umsatz auf einem guten bis sehr guten Niveau zu stabilisieren.

So sollte das Kloster auch in diesem Jahr wieder gut gewappnet sein, um als christliche Bildungseinrichtung im digitalen Zeitalter „echte, sozusagen analoge zwischenmenschliche Begegnungen zu ermöglichen und mit dem Bildungsauftrag zu verbinden“.