20 Jahre „Pietruszka“: Bedingungen, unter denen sich jedes Kind geschützt und geliebt fühlen kann

Pater Kuszman mit zwei Kindern als Clowns bei der Feier
Autor
Deutsche Ordensprovinz der Dehonianer SCJ
Datum
13.10.26

„Das Schmerzhafteste im Schicksal von Kindern ist nicht allein die materielle Armut, sondern auch der Mangel an elterlicher Wärme, Beständigkeit und Zuversicht für den kommenden Tag.“ Es sind solche Sätze, die deutlich machen, wie wichtig Pater Piotr Kuszman SCJ die Arbeit im Kinderzentrum „Pietruszka“ persönlich ist.

Vor 20 Jahren wurde in Tiraspol in Transnistrien das Kinderzentrum „Pietruszka“ gegründet. Initiator und bis heute Leiter ist der Herz-Jesu-Priester Pater Piotr Kuszman SCJ. Das Jubiläum wurde jetzt mit einem großen Fest gefeiert, an dem unter anderem Vertreter von Politik und Gesellschaft teilnahmen, sowie von Caritas-Verbänden aus Moldawien und Österreich.  Die frohe Feststimmung konnte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass „Pietruszka“ heute mindestens so wichtig ist wie zu seiner Gründung.

Die Einrichtung bietet umfassende Unterstützung für Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 18 Jahren, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden und überwiegend aus Familien in Krisensituationen sowie aus einkommensschwachen und sozial benachteiligten Familien stammen.

Das Hauptziel von „Pietruszka“ besteht darin, sie zu schützen und zu unterstützen und ihre Sicherheit zu gewährleisten.  Sie können im Kinderzentrum wohnen, erfahren Erziehung und Bildung sowie medizinische Versorgung. Im Zentrum stehen damit die ganzheitliche Entwicklung der Kinder, körperliche und emotionale Gesundheit sowie (wieder) eine intakte Beziehung zu ihrer Herkunftsfamilie.

Die Geschichte von Jarik

Das Beispiel des fünfjährigen Jarik macht deutlich, worum es bei „Pietruszka“ geht: Der Junge kam in einem sehr belasteten emotionalen Zustand in das Kinderzentrum „Pietruszka“. Seine Mutter brachte ihn, als sie sich auf die Suche nach Arbeit machte, und versprach, bald zurückzukehren. Vier Monate später wird Jarik aber weiterhin von den Mitarbeitenden des Zentrums betreut.

Jarik erlebte die Trennung von seinem älteren Bruder und das Gefühl, nicht gewollt zu sein. Sein Vater ist alkoholabhängig, und auch die Verwandten waren nicht in der Lage, ihn aufzunehmen.

Bei seiner Aufnahme war Jarik verschlossen und ängstlich. Er hatte kaum Kontakt zu den anderen Kindern und tat sich schwer, Vertrauen zu Erwachsenen aufzubauen. Zudem spürte er häufig nicht rechtzeitig, wann er zur Toilette musste, sodass es regelmäßig zu unangenehmen Situationen kam. Später stellte sich heraus, dass das auf ein traumatisches Erlebnis in seiner frühen Kindheit zurückzuführen ist.

Von den ersten Tagen an begegneten die Mitarbeitenden des Zentrums Jarik mit Fürsorge, Geduld und Verständnis. Er erhielt die notwendige medizinische Behandlung und Pflege sowie psychologische Unterstützung. Niemand setzte ihn unter Druck oder machte ihm Vorwürfe. Stattdessen halfen ihm die Mitarbeitenden Schritt für Schritt, seine Ängste zu überwinden, Fähigkeiten zur selbstständigen Körperpflege zu erwerben und neues Vertrauen zu anderen Menschen aufzubauen.

In nur vier Monaten hat sich Jarik deutlich verändert. Er ist kontaktfreudiger und aktiver geworden und spielt gerne mit den anderen Kindern. Er nimmt an den Beschäftigungsangeboten teil, fühlt sich zunehmend sicher und findet Schritt für Schritt zu einem unbeschwerten Kinderalltag zurück.

Die Mitarbeitenden des Zentrums halten den Kontakt zur Mutter, unterstützen die Kommunikation zwischen ihr und Jarik und bemühen sich, die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind zu erhalten.

Dank der Aufmerksamkeit, Geduld und Zuwendung der Mitarbeitenden konnte Jarik seine Ängste überwinden, wieder Sicherheit und Geborgenheit erfahren und lernen, sich erneut am Leben zu freuen.

Rundum-Versorgung und viel Liebe

An Jariks Geschichte kann man ablesen, was „Pietruszka“ den Kindern ermöglicht: Zunächst einmal schafft das Zentrum eine Atmosphäre der Liebe, Fürsorge und Annahme – also Bedingungen, unter denen sich jedes Kind gebraucht, geschützt, geliebt und glücklich fühlen kann.

Hinzu kommen konkrete Hilfen: die grundlegenden Bedürfnisse wie vier ausgewogene Mahlzeiten täglich, Bekleidung und Körperpflege werden gestillt; außerdem erhalten sie psychologische und emotionale Unterstützung sowie medizinische Versorgung; und schließlich erfahren sie soziale Hilfe, Bildung und Erziehung, Erhalt der Familie und Stärkung familiärer Beziehungen.

Eine derart intensive Betreuung und Begleitung kostet Geld, das die deutsche Missionsprokura teilweise zur Verfügung stellt. Pater Kuszman betont: „Das Kinderzentrum „Pietruszka“ ist nicht einfach nur ein Ort, an dem Kinder vorübergehend untergebracht werden. Es ist ein Ort der Sicherheit, der Fürsorge und der Hoffnung, an dem wir Kindern helfen, Schwierigkeiten zu überwinden und wieder an sich selbst zu glauben, während ihre Familien Unterstützung erhalten, um neue Wege zu finden.“

So können Sie die Arbeit des Kinderzentrums unterstützen

Unsere Bankverbindung:
Missionsprokura der Herz-Jesu-Priester e.V.
IBAN  DE05 4006 0265 0000 1230 00
Stichwort: Pietruszka

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