100 Jahre nach der Grundsteinlegung: Am Anfang nur eine kleine Missionsschule

„Es war ein richtig freudiges Fest, bei strahlendem Sonnenschein!“ – So fassen Provinzial P. Heinz Lau SCJ und Rektor P. August Hülsmann SCJ unisono die Feierlichkeiten anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Grundsteinlegung für das Herz-Jesu-Kloster Handrup“ zusammen. Ein ökumenischer Gottesdienst mit anschließendem Festakt fand vor der Klostertreppe statt, an der auch der Grundstein gut zu sehen ist.

Corona-konform saßen die Gäste beim Festakt; zwei Klassenstufen konnten live dabei sein.

P. Lau erinnerte in seiner Ansprache an die Anfänge von Kloster und Schule. Am 19. Juni 1921 wurde der Grundstein für das heutige Kloster und Gymnasium Leoninum Handrup gelegt. Schon ein Jahr zuvor hatte der Osnabrücker Bischof Wilhelm Berning dazu die „kirchenoberliche Genehmigung“ erteilt.

Über die genauen geschichtlichen HIntergründe weiß P. August Hülsmann SCJ, Rektor des Herz-Jesu-Klosters Handrup, Bescheid und zitierte aus den Geschichtsbüchern: „In dieser Zeit wollte der Orden nach der Missionsprokura in Krefeld und einem Kloster in Neustadt auch eine Schule errichten. Mit der Suche nach einem geeigneten Standort wurde der aus Nordhorn stammende P. Stanislaus Loh beauftragt, der im niederländischen Sittard bereits eine Herz-Jesu-Schule leitete.

Gemeinsam mit Bruder Bonifatius Berger aus Haselünne suchte er im Bistum Osnabrück und wurde eher zufällig im emsländischen Handrup fündig: Die Gemeinde Handrup wollte nämlich gerne eine eigene Kirche haben, was sich schnell mit einem Herz-Jesu-Kloster und einer Missionsschule vereinbaren ließ.“

23 Schüler starteten ihre Schullaufbahn im Jahr 1923, zwei Jahre nach der Grundsteinlegung. „Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.“ Dieses Zitat mag P. Lau, wenn er darauf hinweist, wie stark sich das Gymnasium seither gewandelt hat. Heute werden hier mehr als 1200 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, schon lange nicht mehr nur in den humanistischen Fächern, sondern auch in Sprachen, Naturwissenschaften. „Heute haben wir eine hoch geschätzte Schule“, freut sich der Ordensobere.

Im Krieg wurde die Schule von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und noch in den letzten Kriegstagen schwer beschädigt. Im Mai 1946 genehmigte die britische Militärregierung die Wiedereröffnung, und zum Schuljahr 1964/65 wurde der Name geändert in „Gymnasium Leoninum“. Ab 1971 werden auch Mädchen aufgenommen, und im Jahr 1999 das angegliederte Internat aufgelöst.

Von weit her kommen die Kinder und Jugendlichen morgens mit dem Bus angefahren.

Dem Festakt voraus ging ein ökumenischer Gottesdienst. Daran nahmen die zehnten und elften Klassenstufen teil, die anderen Klassen verfolgten ihn über Livestream. Aber auch sie wurden in das Geschehen einbezogen: Gemeinsam bildeten sie rund um das Schulgelände eine immerhin einen Kilometer lange Menschenkette. Das Großprojekt wurde mittels einer Drohne aufgenommen.

Schon tags zuvor hatten sich die Schülerinnen und Schüler zu einem flashmob auf dem neu renovierten Schulhof zusammengefunden.

Den Festakt gestalteten Musikgruppen aus der Schule mit, und vom Kirchturm waren Posaunenklänge zu hören.

Ein Hauptgast des Tages war Joachim Berning. Der pensioniere Architekt ist nicht nur ehemaliger Schüler des Leoninums und wusste viel Interessantes und Humorvolles aus seiner Schüler- und Internatszeit von 1964 bis 1971 zu berichten. Darüber hinaus ist er der Großneffe des damaligen Bischofs Wilhelm Berning.

 

Weiterführende Links:

Die Schule hat eine eigene Homepage: www.leoninum.org/

Auch der Morgenimpuls vom Schulseelsorge-Team nahm Bezug auf das Jubiläum:
https://leoninum.org/2021/06/morgenimpuls-zum-herz-jesu-fest-klosterjubilaeum-am-18-juni-2021/

Spendenprojekt:

Anlässlich des Jubiläumsreigens zwischen 100 Jahre Grundsteinlegung und 100 Jahre Start des Gymnasiums Leoninum Handrup im Jahr 1923 renovieren und sanieren Orden und Schule das Außengelände.

Wenn Sie dieses Zukunftsprojekt unterstützen möchten, nutzen Sie bitte diese Bankverbindung:
IBAN: DE63 4006 0265 0003 7612 02, Stichwort: Schulhof

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