Wer suchet, der findet (nicht immer) – Singlegottesdienst des Herz-Jesu-Klosters Berlin

„Wer suchet, der findet (nicht immer)“ lautet der Titel eines Singlegottesdienstes in der Klosterkirche Mater Dolorosa am Vorabend des Valentinstages. Eingeladen zu dieser experimentellen Form der Pastoral sind alle Menschen, die alleine durchs Leben gehen.

Das Werbeplakat zur Singleandacht hängt in vielen Berliner Kirchen. (c) Fotolia

Dating-Apps, blinde Dates oder die gute alte Herzblatt-Sendung. Viele Menschen seien auf der Suche nach Liebe, die möglich lange halten soll, sagt Pater Markus Mönch vom Orden der Herz-Jesu-Priester. „Bei uns sind sie richtig. Wir sind zwar nicht Tinder und verkuppeln niemanden. Aber im Gespräch und Gebet liegt unsere Kraft.“ Denn während vor dem Valentinstag in Geschäften Herzchenballons hängen, in Blumenläden der Absatz von roten Rosen floriert und Allerorten Ich-liebe-Dich-Pralinen verschenkt werden, bietet das Herz-Jesu-Kloster Berlin ein alternatives Angebot. „Bei uns stehen all jene Menschen im Mittelpunkt, die nicht nur eine Romantik- oder Kitschallergie haben“, erläutert der Herz-Jesu-Priester.

„Wer suchet, der findet (nicht immer)“ lautet der Titel eines Singlegottesdienstes in der Klosterkirche Mater Dolorosa am Vorabend des Valentinstages, Faschingsdienstag 13. Februar 2018 um 19.30 Uhr. „Und willkommen sind alle Menschen, die alleine durchs Leben gehen. Also Singles, Nicht-Verliebte und Alleinstehende“, konstatiert der Ordensmann. Denn in einer Großstadt wie Berlin gebe es viele Menschen, die nicht in einer Beziehung seien,  die „bessere Hälfte“ verloren, suchen, aufgegeben oder die Suche aufgegeben haben. „Wir Ordensmänner sind beim Thema Single und Alleinsein Spezialisten“, sagt der Ordensmann lachend. Denn auch für katholische Ordensmänner gelte das Zölibat. „Wir versuchen daher authentisch Mut zu schenken“, sagt Pater Mönch und weist zwar hin, dass während der Andacht das Handy ausgeschaltet bleiben sollte. „Aber beim anschließenden Umtrunk bei Wein kann gerne die eine oder andere Telefonnummer ausgetauscht werden“, schmunzelt der Geistliche.

Vier Herz-Jesu-Priester aus Brasilien, Polen und Deutschland bilden seit August 2012 die internationale Kommunität der Dehonianer in Berlin. Mit innovativen Veranstaltungen versucht das Kloster mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die sonst wenige Berührungspunkte mit der katholischen Kirche haben. Monatlich gibt es den Stammtisch „Über Gott bei Gagarin“, die Patres züchten Deutschlands ersten „urbaner Klosterkräutergarten“ und auf speziellen Wandertouren können Interessierte auf dem brandenburgischen Jakobsweg pilgern und mit geistlicher Begleitung den Alltag entschleunigen.

 

Wer suchet, der findet (nicht immer) – Singlegottesdienst am 13. Februar 2018 19.30 Klosterkirche, Greifswalder Straße 18a, 10405 Berlin

Text: Markus Nowak

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