Vamos! Das Leoninum als Gymnasium der Herz-Jesu-Priester macht sich auf den Weg nach Spanien

Aufbruchsstimmung herrscht in Handrup, dem Gymnasium der Herz-Jesu-Priester. Es werden Rucksäcke und Koffer gepackt, überlegt, was alles mitgenommen werden soll und was vielleicht zuhause bleiben kann. Vom 10. bis 18. September fährt die Schule nach Spanien. Richtig gelesen – nicht nur eine Klasse oder ein Jahrgang, nein, die ganze Schule, also etwa 1200 Schülerinnen und Schüler, dazu noch Lehrer und ein paar Eltern, macht sich auf den Weg in ein ganz besonderes Abenteuer.

Vor dem allgemeinen Aufbruch gen Süden kommen Lehrer, Schüler und Eltern zu einem gemeinsamen Aussendungsgottesdienst zusammen, den Weihbischof Johannes Wübbe gefeiert hat. (c) Auth/SCJ
Die Vorfreude steigt

Eine Reise, bei der tatsächlich die ganze Schule unterwegs ist, ist für die Schülerinnen und Schüler ein einmaliges Erlebnis. Kein Wunder also, dass die Vorfreude dementsprechend groß ist. Hannah besucht die zwölfte Klasse des Leoninums. Für sie ist diese Reise das letzte große Ereignis am Ende ihrer schulischen Laufbahn: „Ich freue mich besonders, noch einmal eine schöne Zeit in Gemeinschaft mit meinen Mitschülern erleben zu können, bevor nach dem Abi jeder seiner Wege geht. Ich glaube, die gemeinsame Erfahrung stärkt uns im Blick auf die Zukunft.“  Franka besucht die 9. Klasse und hat bis zum Abitur noch etwas Zeit, aber auch sie freut sich und erwartet „viel Spaß zusammen und eine Zeit, an die man gerne zurückdenkt“. Auch Pater Márcio Auth SCJ, der Rektor des Herz-Jesu-Klosters in Handrup fiebert der Reise entgegen, er nimmt zum ersten Mal an einer Schulfahrt solch großen Ausmaßes teil. Eine gute Organisation sei dabei unerlässlich.

Eine logistische Herausforderung

Viele Monate der Vorbereitung liegen hinter dem Lehrerkolleg, Eltern, Schülern und der Firma Höffmann, mit der das Gymnasium Leoninum schon mehrere Schulreisen gemeistert hat. „Bevor die ganze Schulgemeinschaft am 10. September in viele Busse steigen kann, werden ab sieben Uhr morgens alle Zufahrtsstraßen zur Schule gesperrt werden. Handrup ist ein kleiner Ort, er hat nur etwa 800 Einwohner, ohne diese Maßnahme wäre das Verkehrschaos vorprogrammiert“, erklärt Pater Auth. Alles sei großartig organisiert, von der Fahrt über die Unterkunft bis hin zu einem sehr guten Essen. Sogar an eine Nachtmahlzeit sei gedacht worden.

Vor dem allgemeinen Aufbruch gen Süden kommen Lehrer, Schüler und Eltern zu einem gemeinsamen Aussendungsgottesdienst zusammen, den Weihbischof Johannes Wübbe feiern wird. „Anschließend steigen wir in die Busse, die dann etwas zeitverzögert losfahren werden. Auch die Pausen während dieser langen Fahrt über Nacht werden wir nicht alle gemeinsam verbringen können – eineinhalb tausend Personen gleichzeitig an einem Rastplatz, das würde alle Kapazitäten sprengen“, berichtet Franz-Josef Hanneken, der Schulleiter des Leoninums. Unterkommen wird die Schule im Camping Resort El Escorial in Madrid, welches dieser großen Gruppe ausreichend Platz bietet. Dort wird die Schulgemeinschaft nach der langen Fahrt wieder vereint sein. 

Interessensgruppen vor Ort

Natürlich können an Besichtigungen und Ausflügen auch nicht so viele Personen gleichzeitig teilnehmen, daher werde es vor Ort Interessensgruppen geben. Justus, der die 7. Klasse besucht, schwärmt: „Ich freue mich schon sehr darauf, eine coole Zeit mit meinen Mitschülern zu erleben. Am meisten freue ich mich auf den Besuch des Stadions von Real Madrid.“ Ein anderes großes Highlight während der Schulreise werde das Zusammentreffen mit den Schülerinnen und Schülern der spanischen Ordensschule der Herz-Jesu-Priester am Freitag sein. „Wir werden am Samstag einen großen gemeinsamen Aktionstag mit einer internationalen Party haben und am Sonntagmorgen in der Kathedrale von Madrid zusammen einen großen Abschlussgottesdienst, ein Pontifikalamt, feiern“, erzählt Hanneken.

Von der Idee zur Institution

Eine Schulfahrt mit der kompletten Schule, dieses Abenteuer ging die Schulgemeinschaft des Leoninums erstmals im Jahre 2000 ein. „Damals machte sich die Schulgemeinschaft auf den Weg nach Santiago. Ursprünglich war dies als einmalige Erfahrung gedacht, doch weil es für uns alle ein so schönes und außergewöhnliches Ereignis war, sollte allen Schülern eine solche Schulfahrt zumindest einmal während ihrer Schulzeit ermöglicht werden“, berichtet Hanneken. Die Schulfahrt 2005 nach Rom hatte einen anderen, ganz eigenen Charakter: „Die Schulgemeinschaft war eigentlich auf dem Weg zur Seligsprechung Dehons, des Ordensgründers der Herz-Jesu-Priester.

Doch es kam ganz anders. Papst Johannes Paul II. war zu diesem Zeitpunkt schon schwer krank und starb. So wurde die Seligsprechung zunächst verschoben. Das Leoninum war dann aber genau zum Konklave in Rom und eine auch deutlich erkennbare Gruppe, als Kardinal Josef Ratzinger als Papst Benedikt XVI die erste Messe als Papst feierte. So etwas kann man natürlich nicht planen.“ 2011 ging es nach Griechenland, woran sich Hanneken deshalb gern erinnert, weil es seine erste Handruper Schulfahrt war, und jetzt erneut nach Spanien. „Ich bin überzeugt davon, dass auch diese Reise für die Schülerinnen und Schüler zu einem unvergesslichen Abenteuer wird, von dem sie noch Jahre später begeistert erzählen werden“, sagt Hanneken.

Text: Regina Schwarz

 

 

 

 

 

 

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