Pater Heiner Wilmer zum „Herz-Jesu-Bischof“ geweiht

Am 1. September 2018 ist der ehemalige deutsche Provinzial und Generaloberer der Herz-Jesu-Priester zum 71. Bischof des drittgrößten Flächenbistums geweiht und in sein Amt eingeführt worden. Den mehr als dreieinhalbstündigen Festgottesdienst verfolgten ein Dutzend Herz-Jesu-Priester aus Deutschland und der Welt und etwa 4000 bis 5000 Gläubige.

Der neue Bischof von Hildesheim Pater Heiner Wilmer SCJ beim "Menschenbad" nach der Weihe.

„Äs ett ümm de Bischofsweihe unn de heele fier göng, hebb ick se dann froch, wu iss dat so, noa de Misse, hebb we dann ok‘n bätken to ääten för de Löö?“, auf Plattdeutsch wandte sich Pater Heiner Wilmer SCJ als neugeweihter Bischof von Hildesheim an die anwesenden Gläubigen im Hildesheimer Dom. Am 1. September 2018 ist der ehemalige deutsche Provinzial und Generaloberer der Herz-Jesu-Priester zum 71. Bischof des drittgrößten Flächenbistums geweiht und in sein Amt eingeführt worden. Den mehr als dreieinhalbstündigen Festgottesdienst verfolgten ein Dutzend Herz-Jesu-Priester aus Deutschland und der Welt und etwa 4000 bis 5000 Gläubige.

Von einer „unglaublich ergreifenden Feier“, sprach Pater Heinz Lau SCJ, Leiter der deutschen Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester. „Es gab eine besondere spirituelle Atmosphäre“, unterstrich Pater Lau. Aus persönlichen Gesprächen, die er während des Tages mit Menschen in Hildesheim führen konnte, spürte Pater Lau, „die Menschen sind voller Erwartung und Freude auf ihren neuen Bischof.“

Auf dem Domhof und in den beiden Kirchen ließ sich die Bischofsweihe auf Großbildleinwänden schauen. Mit der Einführung Wilmers endete die Zeit der Sedisvakanz im Bistum Hildesheim, die mit der Annahme des altersbedingen Rücktritts von Bischof Norbert Trelle am 9. September 2017 begonnen hatte. Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nicola Eterovic, überreichte Wilmer die päpstliche Ernennungsurkunde.

Nicht nur auf Plattdeutsch sprach Pater Wilmer. Auch auf Spanisch, Englisch, Französisch und Italienisch hielt er eine Ansprache. „Im Dienst an den Menschen, die im Bistum Hildesheim leben, verstehe ich mich selbst als einer unter mehreren Gehilfen zu ihrer Freude.“ Damit spielte er auf seinen Wahlspruch als Bischof „Gehilfen zu eurer Freude“ (lat. Adiutores gaudii vestri) an.

Wilmer erklärte, ihm sei bewusst, dass er seinen Dienst in einer für die Kirche herausfordernden Zeit antrete: „Es wird schwierige Themen geben. Das schwerste und bitterste Thema ist für mich der Zusammenhang von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch in unserer Kirche. Diesem Thema werde ich mich von Anfang an mit aller Kraft widmen. Was die Menschen brauchen, ist Heilung und Hoffnung.“

Vor Wilmers Ansprache stand die Weihe zum Bischof durch den Hamburger Erzbischof Stefan Heße. Anschließend nahm Wilmer sein neues Bistum offiziell in Besitz, indem er sich auf den Bischofsstuhl, die Kathedra, setzte. Außerdem empfing Wilmer die bischöflichen Insignien, darunter Bischofsstab, Mitra und Bischofsring. Von Wilmers Vorgänger Norbert Trelle erhielt der neu geweihte Bischof die Lipsanothek, das Gründungsreliquiar des Bistums Hildesheim.

In seiner Predigt hatte Erzbischof Heße betont, der Bischof und alle anderen Amtsträger der Kirche seien nicht Verwaltungsdirektoren einer NGO, nicht Präsidenten einer Bewegung oder Manager eines Religionskonzernes, sondern vor allem und zuerst Zeugen des Evangeliums.

An Bischof Wilmer gewandt, meinte Heße: „Die Bischofsweihe will dich ganz umbilden, ganz prägen, ganz wandeln in das Urbild des Bischofs, in Jesus Christus. Sei ein Bischof nach seinem Herzen. Wie du bisher ein Herz-Jesu-Priester warst, werde ab heute ein Herz-Jesu-Bischof, der das Herz am rechten Fleck hat – für Gott und die Menschen.“

"Wir sind zuversichtlich, dass Du hier in guten Händen bist. Zusammen mit den Frauen und Männern dieser schönen Diözese wirst Du weiter in der Jüngerschaft Jesu wachsen", sagte bei seinem Grußwort Pater Carlos Luis Suarez Codorniú, Generaloberer der Herz-Jesu-Priester und damit Pater Wilmers Nachfolger in Rom. "So wie sie Dir helfen werden, wirst auch Du ihnen helfen durch Dein Wort, Dein Zeugnis und mit allem, was Du bis heute als Priester des Herzens Jesu gelebt hast, so, wie unser [verehrungswürdige] Gründer P. Léon Dehon es uns anvertraut und aufgetragen hat"

An dem Festgottesdienst nahmen mehr als zwei Dutzend deutsche Bischöfe teil, außerdem Landesbischof Ralf Meister von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers und weitere führende Geistliche aus unterschiedlichen Konfessionen. Unter den Mitfeiernden waren auch Pater Carlos Luis Suarez Codorniú, der Wilmer als Generaloberer der weltweit tätigen Herz-Jesu-Priester nachgefolgt ist, sowie hohe Geistliche aus Bolivien, dem Partnerland des Bistums Hildesheim.

Zu den prominenten Gästen aus Politik und Gesellschaft gehörten Bundespräsident a. D. Christian Wulff, der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil und der Hildesheimer Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer.

Im Anschluss an den Gottesdienst, der mehrfach von langem Applaus für den neuen Bischof unterbrochen wurde, nahm Wilmer während eines Festes auf dem Domhof die Glückwünsche der Gläubigen entgegen. Unter den Feiernden waren auch mehrere hundert Menschen aus dem Emsland, der Heimat Wilmers. Heiner Wilmer ist nach dem heiligen Godehard, der dem Bistum Hildesheim von 1022 bis 1038 vorstand, der zweite Ordensmann unter den Hildesheimer Bischöfen.

Pressestelle Bistum Hildesheim & Nowak

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