"Ich bin hier am richtigen Platz!" - 30 nach dem Ordensgelübde

30 Jahre sind vergangen, seit Pater Gerd Hemken, Rektor des Klosters Neustadt und Pater Olav Hamelijnck aus dem Dehon-Haus in Oberhausen ihre ersten Ordensgelübde ablegten. Bereut haben Sie diesen Schritt nie. Heute blicken die beiden Ordensmänner dankbar zurück.

 

Pater Gerd Hemken (links) ist Rektor des Klosters Neustadt und Pater Olav Hamelijnck (rechts) arbeitet im Ökumenischen Kirchenzentrum in Oberhausen.

"Ich habe irgendwie das Gefühl, als sei es erst gestern gewesen, als ich zum ersten Mal meine Ordensgelübde abgelegt habe und mich so an die Herz-Jesu-Priester gebunden habe. Gleichzeitig frage ich mich, wo die Jahre geblieben sind", erzählt Pater Hemken. "Ich war damals 23 Jahre alt, als ich diese bedeutsame Entscheidung traf", fügt er hinzu. Besonders aufgeregt sei er aber nicht gewesen, da die ersten Gelübde zunächst nur für ein Jahr gelten. Bei diesen sogenannten zeitlichen Gelübden versprechen die Kandidaten für ein Jahr ein Leben nach den "evangelischen Räten" zu führen, das heißt, sie verpflichten sich zu einem Leben in Armut, Keuschheit und Gehorsam. Pater Gerd Hemken war an diesem Tag nicht alleine, drei weitere Mitbrüder legten zusammen mit ihm die Ordensgelübde ab. Einer davon hat den Orden nach den zeitlichen Gelübden wieder verlassen, ein anderer Mitbruder ist inzwischen schon verstorben, der dritte Mitbruder, der die erste Profess, wie man die ersten Gelübde auch nennt, mit Pater Hemken ablegte, ist Pater Hamelijnck. "Ich war damals vor allem deshalb aufgeregt, diesen Schritt nun endlich wagen zu dürfen", erzählt der Herz-Jesu-Priester.

Ein Grund zu feiern

"Innerlich steht mir eigentlich der Tag der Noviziatsaufnahme, zwei Jahre vor der Ablegung der ersten Gelübde näher, an dem mein Ordensleben tatsächlich begonnen hat. Dennoch ist es schön, an den Moment der ersten Profess erinnert zu werden. Das macht den heutigen Tag für mich eher zu einem Besinnungs- als Feiertag", berichtet Pater Hamelijnck. "Ich habe aber schon mit meinem Kurskollegen Pater Gerd Hemken telefoniert und wir haben uns gegenseitig gratuliert. Am Jahrestag selbst bin ich zum Bäcker gegangen und es gab Brötchen für alle. Dann haben wir, wie jeden Freitag heute noch Kommunitätsmesse mit Bibel- und Lebensteilen. Es freut mich wirklich, dass das nun mit meinem Professtag zusammenfällt", erzählt Pater Hamelijnck. "Meine Mitbrüder und ich haben diesen Tag mit einem kleinen Aperitif gewürdigt und denken vor allem in der Messe besonders an diesen Moment der ersten Profess", sagt Pater Hemken.

"Ich habe einfach nicht weiter gesucht"

Pater Hemken hat vor seinem Eintritt bei den Herz-Jesu-Priestern auch andere Orden gekannt, "aber bei den Herz-Jesu-Priestern war es vor allem die Art und Weise des Umgangs miteinander, die mich fasziniert hat. Es war gar nicht so sehr die Spiritualität, sondern vor allem, wie die Herz-Jesu-Priester Gemeinschaft gelebt haben. Ich wusste: Hier bin ich am richtigen Platz", verrät Pater Hemken. Er sei ganz bewusst in die Nachfolge Christi eingetreten, um sich von ihm führen und in den Dienst nehmen zu lassen. Bei Pater Hamelijnck war es ähnlich. Er hat die Dehonianer, wie Pater Hemken auch, in Handrup kennengelernt und ihm war schnell klar, wenn er Ordensmann werde, dann Herz-Jesu-Priester: "Ich habe nicht weiter gesucht". Der Tag der ersten Profess war nicht nur für die beiden Ordensmänner aufregend, sondern auch für deren Familien und Freunde, die extra nach Freiburg angereist sind, um diesen besonderen Tag mitzuerleben. Pater Hamelijnck erzählt: "Auch meine Großmütter waren dabei. Eine von ihnen ist dann im Laufe des Tages gestürzt; ein Mitbruder, der eine Ausbildung zum Sanitäter hatte, hat sich sofort um sie gekümmert - es war ein kleiner Moment, der mir gezeigt hat, wie schön der Zusammenhalt bei den Herz-Jesu-Priestern ist".

Beide, Pater Olav Hamelijnck und Pater Gerd Hemken sind sehr dankbar für das Viele, was ihnen durch die Gemeinschaft ermöglicht wurde. "Ich habe durch meine Arbeit zur Vorbereitung der Fahrten zu den Weltjugendtagen alle Kontinente bereist und bin dankbar für das Studium und meine Priesterweihe und alle Projekte, die ich nun in Neustadt voranbringen kann", sagt Pater Hemken. "Ich konnte zwei Jahre im internationalen Ausbildungshaus in Rom leben und habe dort das Zusammenleben mit Menschen aus den verschiedensten Kulturen weiter schätzen gelernt. Ich freue mich jetzt in Oberhausen auch an einem Ort zu sein, an dem viele Menschen aus verschiedenen Ländern leben", freut sich Pater Hamelijnck. Bereut haben die beiden Dehonianer ihre Entscheidung für das Ordensleben nie, ganz im Gegenteil.

Text: Regina Maria Schwarz.



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