„Ich bin ganz und gar angekommen!“ – Neue Schwesternklausur in Handrup

Vor wenigen Wochen sind zwei Ordensschwestern unter das Dach des Herz-Jesu-Kloster Handrup gezogen. Lange wurde zuvor an einer eigens errichteten Schwesternklausur in dem Ordenshaus gearbeitet. Eingezogen sind zwei Tuiner Franziskanerinnen, unter ihnen Schwester Nicole Schach FSMG.

Pater Heinz Lau (2. l.), Provinzial der Herz-Jesu-Priester, weihte die Klausur ein.

Jeder, der schon einmal umgezogen ist, weiß, mit wieviel Arbeit so ein Umzug verbunden ist. Es werden Kisten gepackt, Möbel abgebaut und überlegt, was wirklich noch gebraucht wird. „Wir haben einiges aussortiert und weggegeben, denn alles, was nicht in den Umzugskartons landet, muss auch nicht getragen und später wieder ausgepackt werden“, erzählt die Ordensfrau. Das Schwesternhaus, das ehemalige Gemeindehaus, indem sie und ihre Mitschwester untergebracht waren, ist stark sanierungsbedürftig. Sogar der Abriss wird diskutiert. „So eilt es momentan mit der Räumung unseres alten Hauses nicht, es gibt noch manches, was wir dort machen müssen, aber die wichtigen Dinge haben wir schon mitgenommen.“ Der Weg zwischen der alten Heimat der Schwestern und ihrem neuen Zuhause ist nicht weit: „Wir haben gegenüber, sozusagen in Blickkontakt gewohnt“, berichtet Sr. Nicole Schach.

Willkommen sein

„Es gab immer schon gute Beziehungen zwischen den Herz-Jesu-Priestern und unserem Mutterhaus“, berichtet Schwester Nicole Schach. Die Ordensleute haben oft bei den Franziskanerinnen Gottesdienste gefeiert. „Als sie nun ihr Kloster in Handrup aufwendig erneuert haben, haben sie uns eine Etage zur Verfügung gestellt,“ freut sich die Ordensschwester. „Ich bin inzwischen ganz und gar hier angekommen.“ Ihr Leben lang hat sie vor allem im Dienst an jungen Menschen verbracht und ist froh, dass das auch in Handrup so ist. „Ich habe viele Jahre in einer Schule für Sozialpädagogik unterrichtet und später einen großen Kindergarten geleitet, nun an das Ordensgymnasium angebunden zu sein und dort im Krankenzimmer für kranke Schüler sorgen zu dürfen, freut mich sehr.“

Auch die internationale Zusammensetzung im Herz-Jesu-Kloster versteht sie als große Bereicherung. „Meiner Mitschwester fällt der Abschied von unserem alten Haus etwas schwerer – sie hat 40 Jahre lang dort gelebt. Aber zu spüren, wie sehr wir hier willkommen sind, macht es ihr sicher leichter“, sagt die Klosterfrau. Etwas ungewöhnlich sei es schon, dass eine Schwesternklausur in einer Männerorden besteht, aber erst die lange Freundschaft zwischen den beiden Orden habe die Herz-Jesu-Priester bewogen, die Thuiner Franziskanerinnen unter ihr Dach einzuladen. Die Schwestern haben dieses Angebot zwar dankbar angenommen, sei doch ein großer Ortswechsel und Neuanfang im Alter nicht mehr ganz so einfach.

Zurück in den Alltag

Ein Umzug reißt aus der gewohnten Umgebung heraus und auch aus einem vertrauten Rhythmus. Die Arbeit, die mit jedem Wohnortwechsel verbunden ist, tritt an die Stelle des gewohnten Tagesablaufs. Doch inzwischen haben die Schwestern in ihrem neuen Zuhause zu ihrem Tagesablauf zurückgefunden. „Unser Tag beginnt um 7 Uhr mit der Laudes, dem Morgengebet“, sagt die Ordensfrau und freut sich, diese bald nicht mehr zu zweit beten zu müssen. Denn demnächst soll eine dritte Mitschwester in die Klausur ziehen.

Text: Regina Maria Schwarz

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