Frischer und zugleich erfahrener Wind – Pater Auth und Pater Hülsmann werden Rektoren in Freiburg und Handrup

Bewegung statt Stillstand, so könnte die derzeitige Lage der deutschen Provinz der Herz-Jesu-Priester überschrieben werden. Gleich zwei der sechs Klöster in Deutschland erhalten zum 1. November 2018 eine neue Leitung und werden so zukunftsfest gemacht. Die eine Personalie betrifft das Ausbildungshaus der Provinz in Freiburg, die andere das Kloster Handrup samt dortiger Ordensschule.

(v.l.) Pater Márcio Auth übernimmt die Leitung des Hauses in Freiburg und August Hülsmann wird Rektor im Kloster Handrup. (c)Nowak

Über ein halbes Dutzend Studenten aus ausländischen Provinzen verbringen ihre Ordensausbildung in dem traditionsreichen Freiburger Haus in der Okenstraße und haben nun mit dem 42-jährigen Márcio Auth einen jungen Pater als Rektor des Hauses. „Eine neue Aufgabe, aber gleich bleibt, dass ich weiterhin mit jungen Leuten zu tun habe“, sagt Pater Auth und spielt auf seine bis-herige Tätigkeit als Rektor des Herz-Jesu-Klosters im emsländischen Handrup an. An diesem Standort sind die Dehonianer Träger des Gymnasiums Leoninum mit 1.200 Schülerinnen und Schülern.

Vier Jahre war Auth Rektor in Handrup und resümiert, „eine sehr gute Zeit“ gehabt zu haben, „ich habe viel gelernt.“ Die Zeit war geprägt von Umbaumaßnahmen, etwa Brandschutz im Kloster und die Errichtung eines neuen pädagogischen Zentrums der Schule. „Ich habe eine Mischung von Gefühlen – auf der einen Seite fällt es mir schwer zu gehen“, konstatiert Auth. Nach vier Jahren als Rektor habe er viele Menschen und die Strukturen kennengelernt „Gerade nach den Baumaßnahmen hänge ich dran. Aber gleichzeitig freue ich mich auf Freiburg, auch, weil ich es gut kenne.“

Von 2003 bis 2008 verbrachte der Herz-Jesu-Priester aus Brasilien selbst in dem Ausbildunghaus und lernte im Breisgau Deutsch. „Heute als Rektor wieder nach Freiburg zu kommen, hätte ich mir nie vorgestellt. Ich freue mich auf die neue Aufgabe.“ Unterstützt wird Pater Auth bei der Ausbildung der jungen Ordensmännern von Pater Sergio Rotasperti, der bislang im Herz-Jesu-Kloster Neustadt an der Weinstraße für seine Seminare zum Thema Bibel bekannt war. Kontinuität und Neuanfang also zugleich.

Die Stichworte Neuanfang wie Kontinuität passen auch zu Handrup. Der neue Rektor des Hauses ist Pater August Hülsmann, Jahrgang 1948, und für das Haus kein Unbekannter. Von 1984 bis 1993 leitete der Ordensmann schon einmal das Haus im Emsland und konstatiert heute, „mit dieser Erfahrung im Hintergrund konnte ich jetzt wieder „ja“ sagen.“ Die letzten drei Jahre war Pater Hülsmann geistlicher Begleiter für kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bistum Osnab-rück sowie Spiritual im Priesterseminar der Diözese. Zudem sind seine monatlichen Wandertage auch außerhalb des Emslandes bekannt und ziehen viele Teilnehmende an.

„Das Leoninum hat für das Kloster einen ganz besonderen Stellenwert“, sagt Pater Hülsmann. Das Gymnasium sei zudem ein Ort für die Weitergabe des Glaubens, „wo sich junge Menschen versammeln und wir Ordensleute zusammen mit dem Kollegium die Möglichkeiten haben, den Glauben anzubieten und vorzuschlagen.“ Dankbar ist Pater Hülsmann für den „Vertrauensvorschuss“ seiner Mitbrüder im Haus. Der Ernennung ging eine geheime Befragung unter den Mitbrüdern voraus, ebenso wie im Falle der neuen Freiburger Leitung. Die Provinzspitze mit Pater Heinz Lau als Provinzial und seinem vierköpfigen Rat hatte die Rektoren ernannt, die mit einer Einführung im November offiziell das Amt übernehmen.

Die Wechsel im Rektorenamt in Freiburg und Handrup waren nötig geworden, da der bisherige Freiburger Hausleiter Pater Levi dos Anjos Ferreira während des Generalkapitels im Sommer dieses Jahres zum Generalrat ernannt wurde. Das Kapitel wiederum wurde einberufen, da der bis Frühjahr amtierende Generalobere Pater Heiner Wilmer zum Bischof von Hildesheim ernannt und im September geweiht wurde.

Text: Markus Nowak

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