„Dieses Treffen ist für mich ein Stückchen Heimat“ – jährlich begegnen sich deutsch-brasilianische Herz-Jesu-Priester

Die brasilianischen Herz-Jesu-Priester haben ein ganz besonderes Treffen hinter sich. Eine Begegnung, auf das sie sich oft schon das ganze Jahr gefreut haben. Einmal im Jahr im Oktober kommen sie zusammen, um sich auszutauschen, über ihre Situation zu sprechen, sich gegenseitig zu stärken und miteinander zu beten. Dieses Jahr fanden sie sich Anfang Oktober in Maria Martental ein.

In diesem Jahr waren die Patres (v.l.n.r.) Tarcísio Darrós Feldhaus, Márcio Auth, Jacinto Weizenmann, Julio Ferreira und José Ricardo Leandro Diniz zu Gast im Kloster Maria Martental.
Eine schöne und wichtige Tradition

 

Es ist nicht das erste Treffen der brasilianischen Ordensmänner in der Deutschen Ordensprovinz. „Ich kann gar nicht so genau sagen, wie lange es diese Treffen schon gibt“, sagt Pater Ricardo Diniz, Herz-Jesu-Priester aus der Ordensniederlassung in Handrup. „Ich glaube, das erste Treffen fand vor ungefähr 15 Jahren statt“, berichtet er. Normalerweise finden diese Treffen immer in einer Niederlassung statt, in der es auch einen brasilianischen Mitbruder gibt. Als Maria Martental als Ort für dieses Treffen gewählt wurde, war Pater Jairson Hellmann SCJ noch in diesem Haus, inzwischen aber ist er nach Brasilien zurückgekehrt. „Dadurch war die Vorbereitung des Treffens auch eine kleine Herausforderung, da normalerweise der Herz-Jesu-Priester als Gastgeber die Vorbereitung übernimmt, der auch in dem jeweiligen Haus lebt“, erklärt Pater Diniz. Das Treffen diene dem gegenseitigem Austausch, es stärke die Gemeinschaft untereinander, es helfe aber auch bei der Planung, da es für die Leitung der Deutschen Provinz wichtig sei, zu wissen, wie lange sie mit der Unterstützung der brasilianischen Herz-Jesu-Priester rechnen kann und wann die brasilianischen Ordensmänner in ihre Heimat zurückkehren werden.

Gegenseitige Stärkung

Man nehme sich bewusst sehr viel Zeit für den Austausch. Dabei sprechen die Ordensmänner offen miteinander. „Als Brasilianer in Deutschland ist es manchmal nicht ganz einfach, so weit von der Heimat entfernt zu sein, in einer ganz anderen Kultur mit einer herausfordernden Sprache“, erklärt Pater Diniz. Jeder der Patres habe einmal Heimweh „und es tue gut zu wissen, dass man mit diesem Problem nicht alleine ist“, Ergänzt der Ordensmann. Der Kreis der Brasilianer ist klein geworden. Letztes Jahr waren noch neun Patres, dieses Jahr wirken nur noch fünf brasilianische Ordensmänner in der Deutschen Provinz. „Wir konnten uns nicht nehmen lassen, zu scherzen, dass es eigentlich nur noch zwei Brasilianer sind, denn drei von uns fünf haben inzwischen die deutsche Staatsangehörigkeit“, sagt Pater Diniz lachend. Die Partnerschaft zwischen der deutschen und der brasilianischen Ordensprovinz sei sehr wichtig. Nicht zuletzt auch deshalb, weil es nur wenig Nachwuchs gibt und die deutsche Provinz momentan kleiner werde. Pater Heiner Wilmer ist zwar Herz-Jesu-Priester aber nun als Bischof für die Diözese von Hildesheim zuständig und Pater Levi Ferreira ist als Generalrat nach Rom berufen worden.

Austausch, Gebet und Ausflug

Neben dem Austausch sind weitere wichtige Elemente dieser jährlichen Treffen das gemeinsame Gebet und natürlich die Zeit, die man miteinander verbringen kann. „Wir freuen uns, wenn wir bei diesen Treffen die Heilige Messe gemeinsam feiern können, mit brasilianischen Liedern. Anschließend kochen wir gemeinsam etwas typisch Brasilianisches. Für mich sind diese Treffen ein Stück Heimat und ich gehe gestärkt in meinen Alltag zurück“, schwärmt Pater Diniz. Auch ein gemeinsamer Ausflug sei fester Bestandteil jedes Treffens. „Dieses Jahr haben wir Cochem besucht“, verrät der Ordensmann. Als am Donnerstag alle brasilianischen Herz-Jesu-Priester wieder in ihre Häuser zurückgekehrt waren, haben sie sich gegenseitig über die gute Rückkehr informiert: „Wir haben eine gemeinsame Whatsapp-Gruppe, in der wir uns während der Fahrt auf dem Laufenden hielten und in der wir einander mitgeteilt haben, dass wir gut angekommen sind. Wir bleiben auch während des Jahres darüber in Kontakt“, sagt Pater Diniz. Das nächste Treffen wird nächstes Jahr im Oktober, dann in Freiburg stattfinden und darauf freuen sich die südamerikanischen Ordensmänenr schon.

Text: Regina Schwarz

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