Das Jahr 2018 bei den Herz-Jesu-Priestern - Jahresrückblick aus der Sicht des Ordens

Bischofsweihe, Spanienfahrt mit 1.500 Teilnehmenden, Provinzkapitel in Neustadt und sogar ein Generalkapitel in Rom. Für den Orden der Herz-Jesu-Priester war 2018 ein ereignisreiches Jahr

Das dehonianische Kreuz (c) Nowak

Eine neue Generalleitung, Veränderungen an der Provinzspitze und in manchen Häusern, der Katholikentag in Münster und viele weitere Ereignisse warteten 2018 auf die Herz-Jesu-Priester. Dagegen fing alles noch so ruhig an, als sich rund 30 Patres im Januar zum jährlichen Dreikönigstreffen, diesmal in Handrup, zusammenfanden, um über die Zukunft der Provinz zu sprechen. Die Aula des Leoninum war zu diesem Zeitpunkt noch eine Baustelle und wurde im Sommer feierlich eröffnet. Die Ordensleute konnten zumindest aber in der neusanierten Gästeetage des Klosters unterkommen, die 30 moderne Übernachtungsplätze bietet. Ein Highlight im Frühjahr war der bundesweite „Tag der offenen Klöster“, bei dem fast alle Häuser der Herz-Jesu-Priester teilnahmen.

Neuer Bischof aus den eigenen Reihen

Erst kurz zuvor Anfang April berührte aber eine andere Eilmeldung den gesamten Orden, wie auch die Kirche in Deutschland. Am 6. April 2018 ernannte Papst Franziskus den bisherigen Generaloberen Pater Heiner Wilmer SCJ zum Bischof von Hildesheim und zahlreiche Medien und Stimmen berichten sehr positiv darüber und den Orden. Pater Wilmer sagte selbst im ersten offiziellen Interview, „der Umgang mit den Menschen beflügelt mich. Das Neue beflügelt mich“ und stellte heraus, dass er sich auf sein neues Amt freue, aber auch es auch ein „schmerzhafter Abschied“ sei. „Es schlagen da zwei Herzen in meiner Brust: Auf der einen Seite ist es ein großer Umbruch in meinem Leben. Andererseits freue ich mich auf neue Aufgabe, ich bin guten Mutes, frisch und munter und freue mich auch auf die Menschen im Bistum Hildesheim.“

„Die Bischofsmacher von Hildesheim“, mit solch humorvollen Karten machte der Orden beim Katholikentag im Mai angesichts der Bischofsweihe von Pater Wilmer am 1. September auf sich aufmerksam. Insbesondere für die Studenten in Freiburg zählte der Katholikentag sicher zu den Highlights des Jahres. „Wir hatten dort einen Stand, der sehr gut besucht war“, erklärt Pater Heinz Lau SCJ, Provinzial der Herz-Jesu-Priester, der auch im breisgauer Kloster Zuhause ist. Aber 2018 es hieß auch Abschied nehmen im Kloster Freiburg: „Frater Max und Frater Paulo haben ihr Studium in Freiburg beendet und sind in ihre Heimat nach Brasilien zurückgekehrt und empfangen dort im kommenden Jahr erst die Diakonen- und später die Priesterweihe“, sagt Pater Lau. „Da Pater Levi in den Generalrat nach Rom berufen wurde, haben wir dieses Jahr einen neuen Rektor bekommen: Pater Márcio Auth SCJ“. Aber der Reihe nach.

Veränderungen in der Provinz

Denn mit der Bischofsernennung von Pater Wilmer wurde der Posten des Generaloberen in Rom vakant. Um Stimmberechtigte Patres nach Rom zum Generalkapitel zu schicken, bedarf es den Statuten des Ordens zufolge eines Provinzkapitels, zudem zwei Dutzend Patres im Juni in Neustadt zusammenkamen. Mit Pater Heinz Lau, als Provinzial qua Amt, und Pater Markus Mönch sind zwei deutsche Ordensmänner beim Kapitel stimmberechtigt gewesen. Das Generalkapitel selbst hat auch Pater Levi dos Anjos Ferreira, derzeit noch Rektor in Freiburg, mit vorbereitet. Und nach knapp zwei Wochen Beratungen wurde Pater Carlos Luis Suarez Codorniú SCJ zum neuen Generaloberen gewählt und zugleich Pater dos Anjos Ferreira in die Generalleitung berufen. Im Zuge dessen brauchte Freiburg einen neuen Rektor, der im Herbst mit Pater Auth gefunden wurde. In Handrup, wo der Ordensmann selbst die Leitung des Hauses Inne hatte, wurde Pater August Hülsmann SCJ zum Rektor gewählt.

Auf die Frage, was zu den Highlights des Jahres 2018 der Ordensniederlassung in Handrup zählt, antwortet Hülsmann ohne Zögern: „Die Schulfahrt nach Spanien!“ Angefangen vom Verabschiedungsgottesdienst mit Weihbischof Johannes Wübbe, bis hin zu der glücklichen und gesunden Rückkehr der rund 1.500 Schüler samt Eltern und Lehrer war es eine rundum gelungene Reise. Besonders die Begegnung mit den Jugendlichen aus der spanischen Schule der Herz-Jesu-Priester, der Besuch im Stadion von Real Madrid und der Abschlussgottesdienst in der Kathedrale Madrids mit Kardinal Carlos Osoro Sierra, dem Erzbischof von Madrid, machten die Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis. „Bereits das Jahr zuvor war von der Schulfahrt geprägt“, erzählt  Franz-Josef Hanneken, der Schulleiter des Leoninums. Wichtige Ereignisse in Handrup waren außerdem die Einweihung der neuen Aula und der Abschluss der Baumaßnahmen an der Schule.

Neue Klänge in Berlin

Auch für die Ordensbrüder in Berlin geht ein bewegtes Jahr zu Ende. „In der Pfarrei Corpus Christi haben wir die Einweihung unserer Orgel feiern dürfen. Sie wurde rund 25 Jahre nicht mehr renoviert, es war also eine notwendige Investition und sie hat sich gelohnt“, berichtet Pater Tarcisio Darrós Feldhaus SCJ. „Erstmals boten wir in diesem Jahr eine zweitägige Wanderung auf dem Jakobsweg rund um Berlin an. Auch neu war unsere Veranstaltung ‚Kochen mit Mönch‘“, fügt er hinzu. Die dunkle Jahreszeit lädt zum gemeinsamen Kochen und anschließendem Genießen ein, und von Pater Markus Mönch SCJ, der gelernter Koch ist, kann man sich inspirieren lassen, in der heimischen Küche Neues auszuprobieren.

So manche Veränderung gab es auch in der Ordensniederlassung in Neustadt. „Unser Bildungs- und Gästehaus erhielt eine neue Terrasse, die es Besuchern nun ermöglicht, ihre Mahlzeiten bei gutem Wetter draußen zu genießen“, berichtet Pater Gerd Hemken SCJ. Auch der große Platz an der Lourdesgrotte und der Klostergarten wurden neu gestaltet. „Des Weiteren haben wir unser Herz-Jesu-Fest dieses Jahr einer Veränderung unterzogen. Bisher war nach dem Festgottesdienst das gemeinsame Festessen nur mit einer Gruppe geladener Gäste. Dieses Jahr haben wir zu einem Fest im Park alle eingeladen – denn es war uns ein Anliegen, auch mit den treusten Gottesdienstbesuchern gemeinsam zu feiern. Es war ein schöner Tag mit Blaskapelle und vielen tollen Begegnungen“, erzählt der Ordensmann.

Ein ruhiges Jahr in Oberhausen und Herausforderungen in Maria Martental

Pater Ernst-Otto Sloot SCJ aus Oberhausen berichtet: „Für uns war 2018 ein Jahr ohne spektakuläre Ereignisse. Und das war gut so. Keine Krankenhausaufenthalte. Keine großen Feiern. Wir hatten ein ruhiges und friedliches Jahr in der Kommunität im Dehon-Haus in Oberhausen“.

Highlights und Herausforderungen gingen in der Ordensniederlassung Maria Martental dieses Jahr Hand in Hand. Pater Konrad Flatau SCJ berichtet: „Es ist wie in einem normalen Gemeinwesen: Damit alles funktionieren kann, braucht es eine gute Infrastruktur. Es kann Höhepunkte geben, aber diese werden getragen, indem man die täglichen Herausforderungen annimmt und sie bearbeitet“. Zu den Höhepunkten zählten unter anderem die Messdienerolympiade und die große Ministrantenwallfahrt nach Rom sowie die großen Feste, vor allem die Festwoche im September rund um das Fest der Schmerzen Mariens am 15. September. Die Herausforderungen lagen vor allem im Bereich der Seelsorge, wo sich eine Strukturveränderung nach der Synode von Trier abzeichnet. Aber auch das Instanthalten der Gebäude und die Erneuerung des Glockenantriebs zählte zu den besonderen Aufgaben dieses Jahres. Gleichzeitig sind die Ordensbrüder sehr dankbar für die großzügige Unterstützung des Freundeskreises von Maria Martental.

Text: Markus Nowak / Regina Schwarz

  • S
  • M
  • L