„Am meisten fasziniert mich die Wüste“ - Israelreise mit Pater Rotasperti

Was ist das für ein Land, in dem Jesus gelebt hat? Wie sehen die Orte aus, an denen die Wunder geschahen, von denen die Bibel spricht? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, ist Pater Rotasperti SCJ mit 35 Teilnehmern am 7. Mai nach Israel geflogen und noch in dieser Woche vor Ort. Zwölf Tage ist Pater Rotasperti unterwegs und bringt den Pilgern, die mit ihm reisen, das Land näher. Er selbst ist sehr fasziniert von Israel.

Foto: Jerusalem am Abend. (c) Fotolia/beatrice_preve
Vom Flughafen in die Wüste

„Es handelt sich um eine biblische Pilgerreise“, sagt Pater Rotasperti. „Wir werden nicht nur in das Land der Bibel reisen, sondern auch an den jeweiligen Orten die Bibelstellen lesen, die mit dem Ort in Verbindung stehen“, erklärt der Herz-Jesu-Priester. Am 7. Mai flog die Pilgergruppe von Frankfurt nach Tel Aviv, von dort aus ging es mit dem Bus weiter in die Wüste Negev. Dort macht die Pilgergruppe eine zweitägige Wüstenerfahrung. „Mich fasziniert die Wüste am meisten“, schwärmt Pater Rotasperti. „Hier merkt man den Kontakt zwischen dem Menschen und der Natur und zwischen dem Menschen und Gott am unmittelbarsten. In der Wüste ist es still, die Wüste ist ein abgelegener Ort, an dem man nicht so vielen Reizen ausgesetzt ist, wie oftmals im Alltag. Die Wüste ist ein Ort, an dem es mir leichter fällt, zu beten“, fährt der Ordensmann fort. Wer immer schon mal im Toten Meer baden wollte, komme ebenfalls auf seine Kosten, denn neben vielen anderen Stationen in der Wüste sei auch ein Aufenthalt dort geplant.

Von der Wüste nach Betlehem

Eine weitere wichtige Station ist Betlehem, der Geburtsort Jesu. Dort besucht die Gruppe Geburtskirche, die Grotte und das Hirtenfeld, zudem wird auch das Caritas Baby Hospital besichtigt. „Es ist eine der wichtigsten christlichen Sozialeinrichtungen und kümmert sich um die Kleinsten ganz Palästinas“, erklärt der Herz-Jesu-Priester. Pater Rotasperti ist es wichtig, die Pilger nicht nur mit den biblischen Orten vertraut zu machen und ihnen so zu helfen, eine geistliche Erfahrung zu machen, sondern er möchte ihnen auch ermöglichen „durch diese Reise die Situation vor Ort verstehen zu lernen“.

Von Nazareth nach Jerusalem

Am Ort der Verkündigung in Nazareth steht ein Besuch der Verkündigungsbasilika auf dem Programm. „Dort werden wir in der Krypta gemeinsam eine Heilige Messe feiern“, freut sich Pater Rotasperti. „Wir werden uns aber auch die Zeit nehmen, über den Basar zu schlendern“, fügt der Ordensmann hinzu. „Bevor wir nach Jerusalem fahren, besuchen wir auch den Berg Tabor. Es ist der Berg, auf dem Jesus verklärt wurde. Auch dort ist eine Eucharistiefeier geplant. In Jerusalem besuchen wir natürlich den Ölberg, Golgota sowie die Grabeskirche“, verrät Pater Rotasperti. Die letzte Station vor dem Rückflug sei dann Emmaus. Für den Herz-Jesu-Priester sei das Heilige Land „immer eine Überraschung“. Denn obgleich der Bibelwissenschaftler und Ordensmann schon häufig in Israel war und seit inzwischen zwölf Jahren immer wieder Pilgergruppen auf den Spuren Jesu begleitet, entdeckt er bei jedem Besuch im Heiligen Land etwas Neues. „Das Heilige Land ist für mich Exegese, es hilft, die Bibel besser, tiefer zu verstehen, wenn man die Schauplätze besucht hat“, ist der Herz-Jesu-Priester sicher.

 Text: Regina Schwarz

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