Spanienfahrt abgeschlossen: In Handrup läuten Glocken die Heimkehr ein

Eine ganze Schule kehrt nach 30 Stunden Fahrt wohlbehalten, müde und glücklich aus Spanien zurück. Zuvor war das Gymnasium Leoninum in Spanien auf Schulfahrt mit 1.500 Schülern und allen Lehrern.

Die Eltern der Schüler haben auf ihre Kinder gewartet. (c) scj

Dienstag, der 18. September. Ein ganzer Ort ist in Aufregung, vor der Schule in Handrup gespanntes Warten. 1500 Schülerinnen und Schüler des Leoninums kehren von ihrer Schulfahrt aus Spanien zurück. Die Straße ist gesäumt von Eltern, Geschwistern, Großeltern und Freunden. Dann endlich ist es soweit, das Martinhorn erklingt, Feuerwehr und Polizeiwagen fahren mit Blaulicht voraus und 28 (!) Reisebusse treffen in Handrup ein und alle Glocken am Ort läuten buchstäblich die Heimkehr ein. Jubel bricht aus und als alle Busse ihre Parkposition erreicht haben, öffnen sich die Türen, die Kinder steigen aus und werden voller Freude in die Arme ihrer Familien geschlossen.

Frühstück für eine ganze Schule

 „Es war großartig, eine wunderbare Woche“, schwärmt Pater Márcio Auth SCJ, der Rektor des Herz-Jesu-Klosters in Handrup. Genau eine Woche zuvor, waren die Szenen ganz andere, als sich das Leoninum auf den Weg nach Spanien gemacht hat. Sogar die benachbarte Grundschule hatte es sich nicht nehmen lassen, mit den ABC-Schützen zu kommen, um den Kindern des Leoninums zu winken, als die Buskolonne den kleinen Ort verließ. Müde, aber glücklich kam die Schulgemeinschaft etwa 30 Stunden später am Campingplatz El Escorial an, Zimmer und Zelte wurden bezogen, das Gelände erkundet und so manch einer wagte den Sprung ins kühle Nass des Swimmingpools. Wer hungrig war, konnte sich bei einem Stück Kuchen stärken. „Das Essen war sehr, sehr gut. Nicht einer hat gemeckert – und das ist bei einer so großen Personenzahl nicht selbstverständlich“, weiß Pater Auth. Die Essenszeiten waren ohnehin besonders: „Unter den Olivenbäumen in der Sonne Spaniens zu sitzen und das leckere Essen zu genießen, das hat man nicht jeden Tag“, erzählt Franz-Josef Hanneken, der Schulleiter des Leoninums. Auch die Logistik zu sehen, die es benötigt, um eine ganze Schule zu speisen, sei beeindruckend gewesen. Damit sich die Kinder für die Ausflüge vom Frühstück genügend Proviant einpacken konnten, war das Angebot groß: Etwa 6000 Brötchen, Aufschnitt, Nutella, Marmelade, Cerealien, Rührei und vieles mehr. „Die Firma Höffmann kam mit acht großen LKW, in denen die mobile Großküche, Zelte und alles weitere Equipment verstaut war“, berichtet der Schulleiter.

Highlight: Die Spielstätte von Real Madrid

Nach dem Abendessen folgte, wie jeden Abend, ein geistlicher Impuls und anschließend gab es die wichtigen Ansagen für den kommenden Tag. „Bei so vielen Personen war es immer wieder erforderlich, sich aufzuteilen – nicht jede geplante Besichtigung ist mit 2000 Personen gleichzeitig möglich, sondern musste etwas zeitversetzt erfolgen“, erklärt Pater Auth. Natürlich wurden auch alle Geburtstagskinder des Tages mit einem Ständchen geehrt. Damit auch wirklich kein Kind hungrig in Bett gehen muss, gab es jeden Abend um 22 Uhr noch ein Nachtmahl. In den nächsten Tagen standen Besichtigungen in Segovia, Toledo, Salamanca, und Avila auf dem Programm.

Eines der Highlights war der gemeinsame Stadionbesuch in Madrid. Alle 28 Busse parkten auf dem Stadionparkplatz und in einer zweistündigen Tour ging es durch das Stadion. Angefangen bei den Tribünen bis hin zum Rasen. Selbst die Spielerkabinen konnten angesehen werden und der ein oder andere nutzte die Gelegenheit, mal auszuprobieren wie es sich anfühlt, auf der Ersatzbank zu sitzen. „Anschließend gab es in Madrid eine Tour durch die Stadt. In Gruppen machten sich die Schülerinnen und Schüler auf den Weg. An wichtigen Punkten, wie zum Beispiel der Kathedrale oder dem Königspalast warteten die Expertenteams, die sich gut vorbereitet hatten und ihren Mitschülern alles Wissenswerte über den jeweiligen Ort näherbrachten“, erklärt Hanneken.

Deutsch-Spanische Freundschaften

Für den Schulleiter war die Begegnung mit den 400 Schülerinnen und Schülern der spanischen Herz-Jesu-Schulen einer von vielen unvergesslichen Momenten: „Wir hatten diese Begegnung im Vorfeld schon etwas vorbereitet, Wochen vorher haben die Schülerinnen und Schüler untereinander Kontakt per Brief und vor allem E-Mail aufgenommen. “ Und vor Ort  wurden kurze Filme über das Schulleben gezeigt, anschließend gab es eine große Party mit Musik, Tanz, verschiedenen Choreographien und zum Abendessen typisch spanische Paella. „Wir durften Spanien auch durch die spanischen Kinder näher kennenlernen und ein Stück Internationalität der Herz-Jesu-Priester erfahren“, fügt er hinzu.

Am Sonntag ging es gemeinsam mit den spanischen Schülerinnen und Schülern erneut nach Madrid. In der Kathedrale der spanischen Hauptstadt fand ein bewegender Abschlussgottesdienst statt. Der Erzbischof von Madrid, Kardinal Carlos Osoro Sierra, feierte den Gottesdienst und erinnerte daran, wie wichtig der Austausch zwischen den Kulturen sei. „Wenn nach einer solch großartigen Woche und etwa 30 Stunden Busfahrt, Familie und Freunde da sind, alle Glocken am Ort zur Begrüßung läuten, das letzte Stück des Weges in Begleitung von Feuerwehr und Polizei gefahren wird, entsteht ein ganz besonders emotionaler Moment“, freut sich Hanneken und ist dankbar, dass alles so gut gelaufen ist und alle 1500 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer und Eltern wohlbehalten wieder zuhause sind.

Text: Regina Schwarz

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