Die Krypta wird zur Baustelle

Besucher und Gottesdienstteilnehmerschätzen die Krypta im Herz-Jesu- Kloster Neustadt als stillen Rückzugsort. Jetzt muss sie saniert werden

Die Krypta ist sanierungsbedürftig. (c)scj

Seit vielen Jahrzehnten ist die Krypta im Kloster Neustadt ein fester Bestandteil des räumlichen Angebots. Besucher aller Generationen schätzen diesen Rückzugsort als Raum für Meditation und als Ort für Gottesdienste im kleinen Kreis. Mittlerweile ist sie allerdings in die Jahre gekommen und hat einiges ihrer Attraktivität eingebüßt. Eine Renovierung scheint unausweichlich, um die Krypta weiterhin nutzen zu können. Der Leiter des Bildungshauses Kloster Neustadt, Dr. Christoph Götz, meint dazu: „Die Krypta stellt für unser Haus einen Mehrwert dar. Sie ist von ihrer Größe, Gestaltungs- und Nutzungsidee her ein Raum, der besonders für Einzelgäste und kleinere Gruppen ein idealer ‚stiller‘ Gebets-, Besinnungs- und Gottesdienstraum sein kann.“

Auch die Teilnehmer der Exerzitien-Kurse von Pater Konrad Flatau SCJ schätzen die Krypta wegen ihres kontemplativen Charakters. Pater Flatau, der Rektor im HerzJesu-Kloster am Wallfahrtsort Maria Martental ist, betont die Vorteile des Raumes: „Bei nicht allzu großen Gruppen eignet sich die Krypta für Eucharistiefeiern und auch für meditative Gottesdienste, weil sie klein ist und eine Gruppe gut zusammenführt und zusammenhält. Im Augenblick gleicht sie allerdings eher einem Abstellraum für alle möglichen Dinge. Eine massive Nutzungseinschränkung stellt auch der beklemmende Geruch dar, der schon einige meiner Kursteilnehmer daran gehindert hat, an Gebetseinheiten in der Krypta teilzunehmen.“

Einer der „Hauptnutzer“ der Krypta ist der Taizé-Kreis, der regelmäßig Eucharistiefeiern und Wortgottesdienste mit Taizé-Gesängen in der Krypta feiert. Thomas Grei- ner, einer der Hauptakteure der Gruppe, sieht die besonderen Lichtverhältnisse und den variablen Grundriss des Raumes als großen Vorteil: „Die Krypta erzeugt durch das reduzierte Tageslicht und ihre geringen räumlichen Ausmaße eine intime ‚Wohnzimmeratmosphäre‘, die erfahren lässt, wie Gottesdienste in einer kleinen Gemeinde aussehen und wirken können.“ Es wäre schön, wenn bei einer Renovierung die eigentliche Architektur des Raumes wieder besser sichtbar gemacht werden könnte. An der Längsseite des Raumes befinden sich zum Beispiel mehrere Apsiden, halbrunde Nischen hinter Rundbögen, die im Augenblick allerdings von Vorhängen und Teilen der Lüftungsanlage verdeckt und kaum wahrgenommen werden. Sie könnten wieder in die Raumnutzung integriert werden. Um die Krypta wieder zu einem attraktiven Ort für die Besucher des Klosters zu machen, ist eine grundlegende Renovierung unverzichtbar.

Nach einer ersten Bestandsaufnahme  steht eine Sanierung des Bodenaufbaus an, um die Geruchsbelastung in den Griff zu bekommen. Auch eine Erneuerung der Elektrik und eine Neugestaltung des Innenraumes sind angedacht. Die Kosten für die gesamte Maßnahme werden auf rund 100.000 Euro geschätzt. Das Projekt soll durch Spenden finanziert werden und möglichst noch in diesem Jahr beginnen.  

Katharina Bachtler-Großmann

Dieser Text erschien in der 3. Ausgabe 2018 unserer Ordenszeitschrift „Dein Reich komme“.

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