„Gestern da, heute hier und morgen irgendwo“

„Es war sonnig.“ – So beginnt die Beschreibung von P. Tarcisío Darrós Feldhaus SCJ von seiner Ankunft in Handrup. Mitte September ist er von Berlin weggegangen, wo er die portugiesisch-sprachige Gemeinde betreut und dort vieles neu aufgebaut hat. In Handrup übernimmt er verschiedene Aufgaben für die Schule, für die Pfarrgemeinde und für das Kloster als geistliches Zentrum.

„Nach sieben Stunden Autofahrt bin ich am Nachmittag des 21. September zusammen mit P. Ricardo Diniz von Berlin in Handrup angekommen. Herr Beuke (Anm.: kaufmännischer Leiter des Klosters) hat uns freundlich begrüßt. Auf dem Schreibtisch meines neuen Zimmers standen ein Blumenstrauß und eine Willkommenskarte. Beim Abendbrot hat P. Volker Kreutzmann, der Vertreter des Rektors des Klosters, zusammen mit P. Aloys Schwerdt und Sr. Hanna und Sr. Iphigenia mir das Gefühl geschenkt, dass ich zu Hause bin. So konnte ich ein bisschen die Wehmut der aufregenden Verabschiedung von der portugiesisch-sprachigen Gemeinde in Berlin mindern.

Später am Abend hat P. August Hülsmann, der in Urlaub war, mich angerufen, um mich willkommen zu heißen. Er hat sich gefreut, dass ich hier bin. Für unsere Erholungsstunde um 21 Uhr hat Frau Evers - die nette Sekretärin des Klosters und der Schule - uns eine Flasche selbstgemachten Eierlikör geschenkt.

Als Ordensmann bin ich mir bewusst, dass ich keine feste Wohnung habe. Gestern da, heute hier und morgen irgendwo. So heißt es im Matthäusevangelium 6, 34a: „Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen“. Jetzt bin ich in Handrup. Hier möchte ich mit Leib und Seele da sein, wofür Gott es will. Unsere Ordensregel Nr. 55 lehrt uns, dass die Profess des Gehorsams uns sammelt in einem Gemeinschaftsleben, in dem wir, in der Verfügbarkeit aller und durch den offenen und jeden achtenden Dialog, entsprechend der Anregung unserer Oberen, den Willen Gottes suchen.

Auch wenn der Wille Gottes mir nicht immer deutlich ist, vertraue ich doch auf ihn. („Wie unergründlich sind mir, o Gott deine Pläne!“ Psalm 139, 17). Ja, ich nehme den Willen Gottes an und freue mich hier zu sein."

Auch Rektor Pater August Hülsmann SCJ freut sich darüber, dass Pater Tarcísio die Klostergemeinschaft verstärken wird in ihren Aufgaben für die Schule, für die Pfarrgemeinde und als geistliches Zentrum: „Nicht zuletzt wird Pater Tarcisio eine Erweiterung und Bereicherung der Klostergemeinschaft sein. Er bringt große Erfahrungen von seiner Tätigkeit als Rektor und Seelsorger und von seinen früheren Tätigkeiten in Berlin mit“, sagt er.

Lebenslauf P. Tarcisio

P. Tarcisío wurde 1966 in Brasilien geboren und lebt seit 2009 in Deutschland. Seit 2012 war er Rektor in Berlin und Seelsorger einer portugiesisch-sprachigen Gemeinde. Sein Nachname verrät es, er hat deutsche Wurzeln. Nach seiner Ausbildung zum Priester arbeitete er in Brasilien als Lehrer, Rektor und Pfarrer bei den Herz-Jesu-Priestern. Nach seiner Ankunft in Deutschland belegte er einen Sprachkurs in Freiburg und arbeitete dann als Seelsorger in Freiburg und Maria Martental, ehe er 2012 nach Berlin wechselte.

Veränderungen in der Hausgemeinschaft Handrup

Die Ankunft von P. Tarcisso ist vorläufiger Abschluss eines wechselvollen Jahres in Handrup: Innerhalb weniger Monate verstarben P. Johannes Walhorn SCJ, P. Karl Hogeback SCJ und P. Benno Hansel SCJ.

Aber es gab auch Gutes zu berichten: Unter anderem ist seit Frühjahr Sr. Iphigenia Teil der Hausgemeinschaft. Sie fühlte sich von Anfang an wohl hier und hat sich inzwischen gut eingelebt. Die Arbeit an der Pforte empfindet sie als „abwechslungsreich und interessant“. - „Allgemein ist mir ein wichtiges Anliegen, das Wirken der Kloster- und Schulgemeinschaft im Gebet zu unterstützen“, sagt sie.

Foto ©: scj

 

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