Leben in der Gemeinschaft | Reportagen aus dem Leben der Dehonianer

Landwirt, Lehrer und Lastenträger

Hundert Jahre Deutsche Ordensprovinz: In den langen Jahren ihres Bestehens haben viele geschichtliche Ereignisse die Deutsche Provinz geprägt. Weit entscheidender aberwaren die Mitbrüder, die ihr Leben in den Dienst Gottes und der Gemeinschaft stellten. Drei besondere Persönlichkeiten werden hier vorgestellt.

Ein Eiferer vor dem Herrn: Bruder Joseph Schwartmann SCJ (1884-1972)

Johannes Schwartmann, geboren in Krefeld, band sich 1905 an die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester und wählte den Namen „Joseph“. Unter seinen Aufgaben war ihm wohl der kirchliche Dienst als Sakristan an der Basilika Cristo Re und später im Generalat und Scholastikat der Herz-Jesu-Priester in Rom die liebste Tätigkeit.

40 Jahre diente er Gott. 40 Jahre blieb er auch als Auslandsdeutscher seinem Vaterland treu. 1966 wurde er deshalb durch den deutschen Botschafter beim Heiligen Stuhl mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Stolz trug er es immer an den hohen kirchlichen Festtagen auf der Brust. Mit den Studenten diskutierte er gerne.

Er war ein guter Philosoph, mehr durch Lebenserfahrung als Bücherstudien. Und sein ganzes Leben war erfüllt von tiefem Pflichtbewusstsein und großer Hingabe an die Ideale des Ordens. Im hohen Alter bat Bruder Schwartmann: „Hol mich doch endlich heim! Wie freue ich mich, meine Eltern wiederzusehen!“ Und Gott erhörte seinen treuen Diener und holte ihn im Alter von 88 Jahren zu sich.

Ein Priester nach der Vorsehung Gottes: Pater Hermann Krolage SCJ (1911-1995)

„Du musst die Frage nicht zum Problem werden lassen“, sagte er einem Schüler, der über seine geistliche Berufung grübelte – es war die ganz eigene Art von Pater Hermann Krolage SCJ, gelassen Schwierigkeiten anzugehen. Der Schüler jedenfalls verstand damals und entschloss sich, Priester zu werden.

Auf diese Weise wirkte Pater Krolage, der aus Reselage im Kreis Vechta stammte und 1934 die Ordensgelübde abgelegt hatte, unermüdlich am Ausbau der deutschen Provinz mit. Nach seiner Priesterweihe 1940 und den Kriegsjahren mit anschließender Gefangenschaft war er von 1949 bis 1954 Rektor von Handrup. Danach leitete er die deutsche Ordensprovinz als Provinzial bis 1960 und kehrte 1961 wieder als Rektor nach Handrup zurück. Von 1967 an widmete er sich der Seelsorge als Pfarrer und Rektor des St. Andreashauses in Niederzier. Ganz so, wie es die Oberen gewünscht hatten.

Denn auch das war ein Wesenszug von Pater Krolage: „Ich habe mich immer von der Vorsehung leiten lassen.“ Er war ein Mensch, der stets auf die Disziplin achtete. Einmal sagte er: „Der Unsinn muss tragbar bleiben.“ Aber genauso sah er die Freiheit immer als hohes Ideal an: „Die Kirche ist so groß, da können manche ruhig eine kleine Privatkapelle bauen.“ Und so ging Pater Hermann Krolage auch dem Tod mit großer Gelassenheit entgegen. Er beschrieb das Unaufhaltsame so: „Der Tod ist noch mit jedem Menschen fertig geworden, und der Mensch ist noch mit jedem Tod fertig geworden.“ 1995 starb Pater Krolage schließlich mit 84 Jahren.

Pater Hermann Krolage SCJ, Bruder Joseph Schwartmann SCJ und Bruder Eligius Bohne SCJ (von links)

Der eifrige Landwirt: Bruder Eligius Bohne SCJ (1900-1985)

Die Liebe zur Landwirtschaft prägte sein ganzes Leben: Bruder Friedrich Eligius Bohne war ein „Grüner“, lange bevor das Wort in der Politik Karriere machte. Bruder Bohne stammte aus Neuenkirchen, besuchte die Landwirtschaftsschule in Damme und die Höhere Landwirtschaftsschule in Halle an der Saale. Danach war er dreieinhalb Jahre Verwalter des Gutes Eggermühlen im Emsland. Doch all das genügte ihm nicht, er wollte Ordensmann werden.

Und so trat er, obwohl bereits 33 Jahre alt, der Gemeinschaft der Herz-Jesu-Priester bei. Ihr diente er, mit Ausnahme während des Zweiten Weltkrieges, immer im Kloster Maria Martental. Dort verwaltete er zusammen mit weiteren Ordensbrüdern den großen landwirtschaftlichen Betrieb. Für seine Leistungen wurde er 1981 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Noch im Alter pflegte er die Wälder des Klosters.

Am Weihnachtstag 1984 feierte Bruder Bohne sein goldenes Ordensjubiläum. Und dann kam der Moment, an dem er zum Rektor sagte: „Ich kann nicht mehr.“ Wenige Tage später gab er still und schlicht, wie er gelebt hatte, sein Leben Gott zurück.

Pater Bernd Bothe SCJ

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