Der Weg in den Orden | Beruf und Studium

Vom Taxifahrer zum Seelsorger

Pater Christoph Kübler SCJ über seine Berufung und
seinen Weg in den Orden

Meine ersten Kontakte zu den Herz-Jesu-Priestern

Die ersten Kontakte hatte ich mit dem Herz-Jesu-Kloster in Freiburg, wo ich immer wieder beichten ging, die Priester dort sind ja bekannt für ihre Gesprächsseelsorge. Konkreter wurde die Verbindung dann über Pater Pohl, den ich aus dem Gebetskreis der Gemeinschaft Emmanuel gut kannte, der von ihm seelsorglich betreut wurde. Über mehrere Jahre hatte ich Kontakt zu ihm und ab 2004 zu einigen Mitgliedern des Ordens, im Jahr 2005 trat ich schließlich ein. Für mich war es ein Wunder, dass man mir eine Chance gab, da ich bereits 36 Jahre alt war.

Taxifahrer und Seelsorger

Fünf Jahre lang bin ich anderen Dingen nachgegangen, etwa fuhr ich ein Jahr lang Taxi in der Nacht, vier Jahre arbeitete ich als kaufmännischer Angestellter, die Ausbildung dazu hatte ich schon vor dem Theologiestudium absolviert. Doch in dieser Zeit reifte der Wunsch, mehr zu tun. Mehr für das Reich Gottes und die Menschen. Und Gott sei Dank bin ich seinem Ruf gefolgt. Eigentlich war ich als Taxifahrer auch schon Seelsorger. Gerade in der Nachtschicht erlebt man die Menschen sehr authentisch, so wie sie sind. Sicher kam dann auch häufig die Wirkung des Alkohols dazu – jedenfalls passierte es einfach, dass jemand auch mal weinend neben dir saß. Ich habe in solchen Fällen das Taxameter und den Motor ausgemacht und angefangen, mit der Person zu reden. Natürlich übt man dabei seine Menschenkenntnis: bekommt auch ein Gespür dafür, ob jemand mit einem reden möchte oder lieber in Ruhe gelassen werden will. Ich durfte aber auch dort oft die Führung Gottes erfahren, wie auch in den Jahren der anderen Wege meines Lebens.

Warum heutzutage Priester werden?

Ich sehe meinen Lebensentwurf als Antwort auf die Bedürfnisse unserer Zeit. Der Umgangston in der Gesellschaft wird immer rauer, unsozialer, ungerechter. Ich möchte die Werte des Glaubens dagegensetzen, um mehr Gerechtigkeit, Wärme und Liebe einzubringen. Dafür seine Kräfte einzusetzen, bedeutet auch, sich auf die Kanzel zu stellen und den christlichen Lebensentwurf immer wieder anzubieten. So sehe ich auch das Charisma unseres Ordens. Unser Stifter P. Leo Dehon wollte „die Liebe des Herzens-Jesu in die gesellschaftlichen Verhältnisse“ bringen. Das heißt, nicht nur fromm in der Kirche predigen, das auch, sondern auch den Finger in die Wunden unserer Gesellschaft zu legen, um zu heilen.

Pater Christoph Kübler SCJ

Erste Kontakte

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Novizenmeister Pater Levi dos Anjos Ferreira SCJ

Meine Berufung

Darum will ich im Orden leben

Gelübde

Mitbrüder über ihre Profess