Leben mit Gott
"Ich schaute den an, der für mich gekreuzigt wurde"

- Pater Andreas Pohl SCJ
Pater Andreas Pohl SCJ: Halt, Sicherheit, Geborgenheit
Als ich Kind war, zogen mich immer die Herz-Jesu-Bilder und - Statuen an, weil es mir gefallen hat, wie Jesus in diesen Darstellungen auf sein Herz zeigt. Kinder verstehen solche Bilder, ohne dass die Erwachsenen es ihnen erklären müssen. „Gott ist gut“ – verstand ich, und sein Herz, auf das er zeigt, ist auch für mich.
Als Jugendlicher gab ich nicht zu, dass mir solche Darstellungen gefallen, weil sie angeblich kitschig seien, aber für mich selbst waren sie nach wie vor heilig, und ich schaute sie gern an. Sie bedeuteten mir Halt, Geborgenheit und Sicherheit.
"Weil ich mich verändere, verändert sich die Welt mit mir"
Mich hat einmal das Wort aus dem Propheten Sacharja tief angesprochen: „Sie werden schauen auf den, den sie durchbohrt haben“ (Sach 12,10). Also dachte ich mir, ich liege gar nicht falsch, dass mir die Herz-Jesu-Bilder und -Statuen gefallen. Ich schaute ja den an, der für mich gekreuzigt wurde. Das durfte ich, und das sollte ich sogar, denn das sollte mein Leben prägen.
Ich habe immer das gleiche empfunden: Beim Betrachten der Herz-Jesu-Bilder werde ich ruhiger. Nicht die Welt verändert sich dadurch, aber etwas ändert sich in mir. Und weil ich mich verändere, verändert sich die Welt mit mir.

- Pater Stefan Tertünte SCJ
Pater Stefan Tertünte SCJ: Spiritualität für Gefühl und Verstand
Ich bin nicht mit Herz-Jesu-Andachten oder -Freitagen groß geworden. Ich bin nicht in die Ordensgemeinschaft eingetreten, weil mich „das Herz Jesu“ angezogen hat, sondern die überzeugende Art, Mensch zu sein in einer christlichen Gemeinschaft. Auch nach etlichen Jahren hier bin ich immer wieder damit beschäftigt, zu überlegen, wie Herz-Jesu-Spiritualität heute verstanden werden kann.
Jesus hat sich auf gelehrte Diskussionen um den Sinn der Schrift eingelassen
Eine Spiritualität, in der Gefühl und Verstand nicht auseinander fallen müssen – das verbinde ich mit unserer Spiritualität in einer Zeit, in der immer noch die einen nur auf logisch Nachvollziehbares setzen und die anderen sich in Gefühlswelten zurückziehen, in die kein anderer folgen kann. Jesus hat sich durchaus auf gelehrte Diskussionen um den Sinn der Schrift eingelassen und ebenso vom Leid einer Mutter zu neuen Einsichten treiben lassen (Mt 15,21-28).
Herz-Jesu-Spiritualität führt mich zu Jesus, lässt mich nach seinen grundlegenden Ideen, Worten, Taten, Gefühlen suchen – wofür eben sein Herz schlägt. Und ich freue mich, wenn ich Menschen entdecke, deren Herz ähnlich schlägt. Und bete die traditionelle Bitte: „Mach unser Herz zu Deinem.“
"Mach unser Herz zu Deinem": Seite 1 der vier persönlichen Bekenntnisse
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