Leben mit Gott
"Mach unser Herz zu Deinem"

- Pater Aloys Huppertz SCJ
Pater Aloys Huppertz SCJ: Gott ist bei uns, Gott ist uns nahe
Mancher wird fragen, wieso ich zu den Herz-Jesu-Priestern gekommen bin. Der Heimatpfarrer hatte für zwei Kandidaten bei den Vinzentinern in Nieder-Prüm um Aufnahme in das Internat angefragt. Der eine wurde aufgenommen, der andere nicht mit der Begründung, dass er noch zu jung sei. Das war ich. Ich war fast zwölf Jahre alt; der erste war ein Jahr älter.
Der Heimatpfarrer gab sich damit nicht zufrieden. Als gebürtiger Aachener kannte er die Missionsschule in Sittard, die von den Herz-Jesu-Priestern geleitet wurde. Nach Ostern 1928 habe ich dort die Gymnasial- Studien begonnen und 1936 mit dem Abitur abgeschlossen. Damals war es üblich, dass die Abiturienten in die Genossenschaft eintraten, in deren Schule sie ausgebildet worden waren. So bin ich bei den Herz-Jesu- Priestern gelandet.
Ich muss gestehen, dass ich damals von „Herz-Jesu-Spiritualität“ nur wenig Ahnung hatte. Die weitere Ausbildung – Noviziat, philosophisch- theologische Studien – haben mich dieser Spiritualität näher gebracht. Ich muss aber gestehen, dass ich nicht wegen dieser Geisteshaltung Herz-Jesu-Priester geworden bin. Ein älterer Priester sagte mir einmal: "Bei Ihnen spürt man, dass Sie Ordensmann sind; Sie lassen aber auch die andern gelten."
Sein Herz ist das sichtbare Zeichen seiner Liebe
Der neue Thesaurus bringt dankenswerterweise elf Stellen aus dem Alten und 25 Stellen aus dem Neuen Testament, die zur Herz-Jesu-Verehrung Bezug haben. Hier wird klar, wie weit Herz-Jesu-Spiritualität gesehen und gedeutet werden kann; es sind Quellen, aus denen jeder reichlich schöpfen kann. Aber keiner kann aus allen Quellen schöpfen.
Für mich ist das Herz als Ursymbol der Liebe von Bedeutung. Mutterliebe lässt uns ahnen, wie groß die Liebe des Gottessohnes ist. Sein Herz ist das sichtbare Zeichen seiner Liebe. Hier wird verständlich, wenn es heißt: Gott ist bei uns, Gott ist uns nahe. Kein Mensch, der glaubt, kann sich der Erkenntnis entziehen, dass Gott uns liebt. Herz-Jesu-Verehrung ist also nicht nur Anliegen Einzelner, sondern aller, die Christ sein wollen.
Heute wird oft von „Herz-Jesu- Spiritualität“ geredet. Viele können damit wenig anfangen. Wäre es nicht besser, von „Herz-Jesu-Verehrung“ oder „Herz-Jesu-Frömmigkeit“ zu reden“? Das wäre verständlicher.

- Bruder Josef Faath SCJ
Bruder Josef Faath SCJ: Der Sinn des Lebens
Wenn Gott will, dass wir am Ende zu ihm in den Himmel kommen, warum hat er uns dann nicht gleich zu sich geholt? Warum sind wir zuerst hier auf der Erde? Letztlich ist das die Frage nach dem Sinn des Lebens, und dieser Sinn kann nicht allein im Jenseits liegen.
Es mag weit hergeholt scheinen, aber für mich beginnt genau an dieser Stelle die Herz-Jesu- Verehrung. Ich bin hier auf der Erde, weil Gott mir hier eine Aufgabe zugewiesen hat. Dass Gott mir zutraut, diese Aufgabe zu bewältigen, gibt ihm selbst ein menschliches Antlitz. Dass dieser Gott Mensch wird, als Mensch lebt und in den Tod geht, ist dann nur konsequent.
Mein Gott ist ein Gott, der für mich da ist
Herz-Jesu-Frömmigkeit ist für mich kein frommes Getue, sondern ein logisches Ergebnis der Frage, was ich hier soll. Wenn ich darüber reden soll, stoße ich automatisch auf die oft zitierten Bibelstellen, die auch in der Liturgie am Herz-Jesu-Fest und an den Herz-Jesu-Freitagen vorgesehen sind.
Mit den Darstellungen eines süßlich blickenden Jesus mit außen liegendem Herzen konnte ich noch nie etwas anfangen. Mein Gott ist ein Gott, der für mich da ist, und das braucht kein Bild.
"Ich schaute den an, der für mich gekreuzigt wurde": Seite 2 der vier persönlichen Bekenntnisse
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