Persönliche Berufung | Pater Andreas Pohl ist geistlicher Schriftsteller

Die Botschaft Gottes in die Herzen schreiben

Das Reich Gottes ist wie ein Senfkorn. Damit es wächst, muss die Botschaft Gottes weitergegeben werden. Pater Andreas Pohl SCJ steht als Priester im Dienst dieses Weitergebens. Seine Methode: Er spricht zu den Menschen. In Texten und Bildern – Pater Pohl ist geistlicher Schriftsteller

Ob wir Arzt nach einer schwierigen Operation oder Rechtsanwalt nach einer komplizierten Verhandlung sind. Ob wir als Lehrer Kindern beim Einstieg ins Leben helfen oder als Polizist für Recht und Ordnung sorgen. Oft fragen wir uns: Warum machen wir unsere Aufgabe? Und: Erledigen wir sie gut? Diese Fragen stellen sich auch Priester. Priester wie Pater Andreas Pohl SCJ. Seine Aufgabe: Er verkündet das Evangelium. Auf seine ganz eigene Weise – denn Pater Pohl ist geistlicher Schriftsteller.

Es ist das Jahr 1994: Nelson Mandela wird Präsident und Michael Schumacher erster deutscher Formel-1 Weltmeister. Pater Andreas Pohl trifft derweil eine Entscheidung: Er beginnt sein erstes Buch zu schreiben. Für den Herz-Jesu- Priester steht schon lange fest: „Die Freude, die mir Gott schenkt, möchte ich nicht fr mich behalten. Ich will sie mit anderen teilen.“

Zusammen hinterlassen Text und Bild eine tiefere Wirkung

Enge Freunde raten ihm immer wieder zu einer Veröffentlichung. Irgendwann wagt Pater Pohl den Schritt und schickt dem Kaufmann-Verlag sein Manuskript. Es sind Gedanken, die den Herz-Jesu- Priester schon lange beschäftigten. Die Lektoren sind begeistert. Kurz darauf bringt Pater Pohl sein erstes Büchlein heraus: „Mensch möchte ich sein“ – Pater Pohl hat den Weg zum geistlichen Schriftsteller eingeschlagen.

Was aber ist ein geistlicher Schriftsteller? Ein Wortakrobat bei sakralen Themen? Ein Dichter mit verklärten Aphorismen? Pater Pohl hat eine ganzspezielle Vorstellung: „Für mich ist ein geistlicher Schriftsteller vor allem ein Seelsorger. So sehe ich auch mich. Ich will den Menschen von der Freude Gottes erzählen.“ Und er fügt hinzu: „Ich schreibe allein um der Botschaft Christi willen.“

Pater Pohl schreibt nicht nur. Er fotografiert auch. Und hat damit für sich die perfekte Symbiose für die Verkündigung gefunden. „Ich glaube, die Kombination aus Bild und Text ist sehr aussagekräftig. Das Foto weckt Erinnerungen und Emotionen. Der Text wird damit verbunden und hinterlässt so eine größere Wirkung“, meint Pater Pohl. Texte und Bilder sollen den Leser packen. Pater Pohl weiß: Ein guter Text muss Herz und Verstand ansprechen und ihn anregen, sich für die Tiefe der Botschaft zu öffnen. „Wenn mich ein Text nichts angeht, hat er auch keine Bedeutung. Jesus selbst arbeitete in seinen Gleichnissen mit der Verbindung von Bild und Inhalt“, sagt er. Pater Pohl hat sich die Gleichnisse als Vorbild genommen.

In seinem neuesten Buch „du und ich“ blickt der Leser auf zwei Glasmurmeln. Die grüne ist ein wenig kleiner als die blaue Murmel. Beide liegen auf einem Tisch und werfen Schatten. Man denkt instinktiv: Die gehören zusammen. Es besteht eine Verbindung – in diesem Moment hat Pater Pohl gewonnen. Er hat die Aufmerksamkeit des Lesers. Und schreibt in seinem Text: „Ich kann mir nicht vorstellen, dich aus meinem Leben zu streichen. (...) Ich danke Dir, dass es dich in meinem Leben gibt. Ohne Dich wäre ich nicht ich. Und bleiben wir ehrlich: Auch Du wärest ohne mich nicht du.“ Zwei Murmeln als Bild einer menschlichen Beziehung. Als Bild für unsere Beziehung zu Gott – Pater Pohl will den Leser zum Denken bringen.

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