Spiritualität | Pater Olav Hameljinck SCJ über Wege der Herz-Jesu-Verehrung

Blick in die Schatzkiste

Die Herz-Jesu-Spiritualität kann ganz unterschiedlich erfahren und gelebt werden. Pater Olav Hamelijnck SCJ hat auf einem Kongress in Lissabon viele neue und überraschende Zugänge entdeckt

In diesem Jubiläumsjahr der Deutschen Herz-Jesu-Priester wäre unser Ordensgründer Pater Leo Dehon 165 Jahre alt geworden. Pater Dehon wurde 1843 in La Capelle (Nordfrankreich) geboren und starb 1925 in Brüssel. Als Pater Dehon sein Lebensende nahen sieht, beeilt er sich, ein „geistliches Testament“ zu verfassen. Sein Erbe: „Ich hinterlasse euch den wunderbarsten der Schätze – das Herz Jesu. Es gehört allen“.

Die Schatzsuche im mühseligen Acker des Lebens hat ihn diese Kostbarkeit entdecken lassen. Doch er behält diesen Schatz nicht egoistisch für sich, sondern bietet ihn beinahe überschwänglich, mit einer unglaublichen Großzügigkeit allen an. Pater Dehon macht dazu folgenden Vorschlag: „Ein Wort Davids können wir auslegen und sagen: Das Herz Jesu ist mein Anteil. Wie schön ist mein Teil im allgemeinen Erbe! (vgl. Ps 16,5f)“.

„Das Herz des Erlösers steht offen für alle"

In der Messe vom Herz-Jesu-Fest wird das so besungen: „Das Herz des Erlösers steht offen für alle, damit sie freudig schöpfen aus den Quellen des Heiles“. Mehr noch als nach einem Schatz, klingt dies nach einer reich gefüllten „Schatzkiste“. Jesus selbst verspricht: „Jeder, der ein Jünger des Himmelreiches geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt“ (Mt 13,52).

Pater Dehon lädt uns also förmlich dazu ein, sich der unermesslichen Schätze zu bedienen, die im Herzen Jesu verborgen sind. Er will uns dazu ermuntern, Altes, aber eben auch Neues hervorzuholen und für uns zu entdecken. Die Schatzsuche ist ja nie abgeschlossen: Es bleibt immer spannend, immer wieder überraschend, sich Jesus Christus und seinem Herzen ein Leben lang anzunähern.

Überraschung und Staunen waren auch die nachdrücklichsten Erfahrungen, die das internationale Seminar der Herz-Jesu-Priester in Lissabon den Teilnehmern brachte. Der Titel lautete: „Aktuelle Perspektiven einer Theologie des Herzens“. Die Teilnehmer staunten immer wieder, was der eine oder andere Mitbruder in dieser „Schatzkiste“ bereits gefunden hat. Aber man begann sich auch darüber zu wundern, was einem selbst kostbar geworden ist.

Ein Eindruck allerdings blieb wohl bei allen am meisten haften: Es gibt in der Herz-Jesu-Spiritualität noch unglaublich viel zu entdecken. Besonders erfrischende Entdeckungen machten dabei wir Europäer. Es war unheimlich bereichernd, welche Früchte die Herz-Jesu-Verehrung in anderen Kontinenten, auf dem Hintergrund ihrer jeweiligen kulturellen Umstände und Identität, trägt. Ich möchte einige Beispiele nennen:

In Brasilien gibt es eine Fülle junger Herz-Jesu-Gebete, von denen der deutsche Sprachraum nur träumen kann. Mit Blick auf Jesus als Heiland mit einem verwundeten Herzen, versuchen die Mitbrüder dort, das Wirken des „verwundeten Heilers“ vor allem in therapeutischen Werken fortzuführen.

"Jesus, bilde unser Herz nach deinem Herzen": Seite 2 von Pater Olav Hameljinck SCJ über Wege der Herz-Jesu-Verehrung

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