Leben mit Gott
Athen, Assos und Alexandria
Andere kleinasiatische Städte, die wir besuchten, waren Assos und Alexandreia Troas. In den bis zum Obergemach erhaltenen Troasruinen hatten wir besonders ein Bild vor Augen: den Fenstersturz des Jünglings, der bei der nächtlichen Predigt des Paulus von der Fensterbank fiel.
Auch in den antiken Stadtanlagen von Ephesus und Milet wurden die Bibeltexte zur Erlebniswelt. Paulus’ Abschiedsrede in Milet hinterließ bei allen einen sehr tiefen Eindruck. In Griechenland erlebten wir dann besonders Philippi intensiv, dort liegt die „Taufstätte der Purpurhändlerin Lydia“. Im Steingewirr der Agora, durch die die Via Egnatia führt, kamen die Texte aus der Apostelgeschichte von der Verhaftung und Freilassung des Paulus mit seinem Begleiter Silas hautnah an uns heran.
Ein ganz besonderer Augenblick erwartete uns auch in der Hauptstadt Griechenlands: In Athen standen wir am Areopagfelsen, auf dem früher das höchste Gericht tagte. Wir hörten die Rede des Paulus, die er hier über den „unbekannten Gott“ vor Anhängern verschiedener philosophischer Richtungen hielt – die Stimmung, als die Zuhörer Paulus verspotteten, war uns nur zu gut präsent und vorstellbar.
Einen Höhepunkt der paulinischen Begegnung erlebten wir danach in Korinth, wo Paulus sechs Monate wirkte. Wir besuchten den Apollontempel, den Paulus so wie wir gesehen hat, und standen vor dem Bema (Rednertribüne), wohin Paulus von den Juden gebracht wurde. Prokonsul Gallio wollte sich aber nicht auf den Lehrstreit zwischen ihnen und Paulus einlassen. Aus Enttäuschung darüber verprügelten die Juden den Synagogenvorsteher Sosthenes. Heute befindet sich dort die Ruine einer Kirche, die in Erinnerung an den großen Missionar gebaut wurde.

Auf der Kretareise begegneten wir den Spuren des Paulus in Kaloi Limenes. Dort ankerte das Schiff, und Paulus, als Gefangener auf seiner letzten Reise, warnte vor der Weiterfahrt. Doch man hörte nicht auf ihn, und so endete die Fahrt in einer Katastrophe. Das Schiff sank, und Paulus wurde in Malta ans Land getrieben.
Bewegend, faszinierend und aufrührend
Die Stelle liegt in der heutigen „Paulus-Bay“, wo wir im September 2007 in der Pauluskirche einen Gottesdienst feierten. Bei der anschließenden Bootsfahrt um das Eiland mit der Paulusstatue lasen wir das letzte Teilstück der Reise des Apostels. Über die Stadt Syrakus auf Sizilien, welche wir dieses Jahr besuchen wollen, endete nämlich sein Weg in Rom.
Unsere Reisen sind noch nicht zu Ende. Zu bewegend, faszinierend und aufrührend war und ist es, in den verschiedenen Ländern dem Missionar zu begegnen. Die Apostelgeschichte und die Paulusbriefe wirkten dort ganz anders auf uns als zu Hause. Sie führen zu einem genaueren Hinhören auf die Heilige Schrift.
Und damit nehmen wir nicht nur viele Eindrücke mit. Es bleibt uns auch ein tieferes Verständnis für die Gedanken und die Leistung des Paulus – ein Gewinn für jeden Gläubigen.
"Auf den Spuren des Paulus": Seite 1 über die Bildungsreisen von Pater Hans-UllrichVivell SCJ
Eigenen Kommentar schreiben:
Gespräch der Religionen
Pater Sloot SCJ über den Islam und das Christentum
Suche nach dem Schatz
Neue Wege der Herz-Jesu-Verehrung
Der geistliche Schriftsteller
Pater Andreas Pohl SCJ hat eine besondere Berufung
Mach unser Herz zu Deinem
Vier Mitbrüder über ihre eigene Spiritualität
Leben mit Gott
Das Archiv mit allen Geschichten

Druckansicht
Weiterempfehlen






