Mittwoch, der 10. März 2010
"Nur Geduld"
In der vergangenen Woche erlebte ich nach monatelangem Winterwetter zum ersten Mal wieder Vogelgezwitscher, Tauwetter, Sonnenschein, grüne Farben. Herrlich! Dem Weinbergbesitzer im Evangelium war es hingegen verwehrt, sich so zu freuen: „Jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt, und finde nichts“. Er hat den trostlosen Anblick satt und will den Baum von seinem Gärtner fällen lassen. Der aber ist bereit, sich noch einmal richtig für ihn ins Zeug zu legen: „Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen“. So ist Christi kraft- und liebevolle Geduld mit uns.

- c by Angelina Stroebel in www.pixelio.de
Auch im Leben Pater Dehons fällt auf, von welch zuversichtlicher, kraftvoller Geduld und Liebe sein Verhalten geprägt war. Weder die unzulängliche pastorale Situation seiner Kaplanszeit, noch die Schwierigkeiten in den ersten Jahren der Ordensgründung, bringen ihn zur Verzweiflung. „Warten und die göttlichen Pläne nicht vorantreiben wollen“ wird zu eine seiner Maximen; zugleich:„Es geht nicht nur um die Zahl, sondern vor allem um den Eifer und die Großzügigkeit derer, die sich uns anschließen wollen“. Sein geduldiger Einsatz zeigt sich in einer autobiographischen Bemerkung eines jungen, kränklichen Mitbruders, den P. Dehon an dessen Studienort in Rom besuchte. Pater Dehon „schlug ihm Kartenspielen vor. Weil er merkte, dass dieser kaum Kenntnisse von den Spielregeln hatte, brachte er sie ihm geduldig bei. Er wollte ihm auch einen Ausflug mit dem Boot nach Capri anbieten“.
Der überaus fleißige Pater Dehon war durchaus ein großer Naturliebhaber. Vielleicht hat er auch dort die große Geduld eingeübt, die sein Handeln kennzeichnete. "Schon sehr früh fand ich Geschmack an der Gartenarbeit", schreibt er über seine Kindheit. Und von seinem Heimaturlaub als Student berichtet er: "Vorzügliche Stunden verbrachte ich im Garten bei Breviergebet und Rosenkranz und guter Lektüre. Mal spazierte ich in jener Stätte meiner Wiege umher, im Schatten von Nussbäumen, Akazien, Lebensbäumen und Kirschen, mal setzte ich mich auf eine rustikale Bank im Schatten der alten Trauerweide". Seiner kleinen Nichte, mit der er ein Jahr zuvor über die „Blumen der guten Vorsätze im Garten der Seele“ gesprochen hat, schreibt er: „Meine liebe Marthe, hast du seit dieser Zeit diese köstlichen Blumen gut gepflegt? Oder hast du sie dahinwelken und vertrocknen lassen? Damit ich zufrieden wäre, reichte es, du könntest mir sagen, dass du das dir Mögliche dazu tust“.
Das Mögliche tun und alles weitere Gott überlassen: Das wäre wohl ein Weg, der gute Früchte hervorbringen könnte. Um mich selber immer wieder daran zu erinnern, bewahre ich in meinem Zimmer übrigens ein paar Haselnüsse aus dem Garten der Familie Dehon auf. Gott sei Dank wurde der Nussbaum nicht gefällt, sondern bis heute gut gepflegt: „Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er doch noch Früchte“.
Mir gefällt der Morgenhymnus der Fastenzeit:
„Du Sonne der Gerechtigkeit, Christus vertreib in uns die Nacht,
dass mit dem Licht des neuen Tags auch unser Herz sich neu erhellt.
Du schenkst uns diese Gnadenzeit, gib auch ein reuevolles Herz
und führe auf den Weg zurück, die deine Langmut irren sah.
Es kommt der Tag, dein Tag erscheint, da alles neu in Blüte steht;
der Tag, der unsre Freude ist, der Tag der uns mit dir versöhnt.
Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit, lobsinge alles, was da lebt.
Lass uns, durch deine Gnade neu, dich preisen durch ein neues Lied“.
P. Olav Hamelijnckj scj
Lesungen
Erste Lesung | Ex 3,1-8a.10.13-15
Zweite Lesung | 1 Kor. 10,1-6.10-12
Evangelium
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas | Lk 13,1-9
Impuls
Pater Olav Hamelijnck SCJ zum Evangelium
Gottesdienste
Alle Messfeiern in den Häusern der Dehonianer
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