Donnerstag, der 17. Mai 2012
Traumseminar in Neustadt: Psychologie und Glaube passen zusammen
Am vergangenen Wochenende sprach Prof. Dr. Franz Knapp im Kloster Neustadt der Herz-Jesu-Priester über Träume, Selbsterkenntnis und den Glauben.

- Foto: iStockphoto
Wenn man den Veranstaltungskalender der Herz-Jesu-Priester in Neustadt aufruft, könnte man schon ins Stocken und Grübeln gelangen, wenn man folgenden Titel liest: Träume - Schlüssel zur Selbsterkenntnis, Therapieseminar. „Ich hatte zuerst Angst, dass wir mit dieser Formulierung richtige Patienten bekommen. Aber dadurch, dass es im Umfeld der Herz-Jesu-Priester geschieht, ist den Leuten klar, dass es ein tiefgehendes Seminar ist, bei dem man sich einbringen muss. Ich hab bisher nur ein Mal erlebt, dass jemand dabei war, dem ich wirklich eine Behandlung empfehlen würde. In einem anderen Umfeld, würde ich das Seminar nicht so nennen“, meint Knapp.
Das Ziel des Psychologen ist eben nicht, die Teilnehmer auf die berühmte „Coach“ zu legen, sondern „wir reden über die Träume und ich möchte, dass manchen meiner Teilnehmer klar wird, wie sie mit gewissen Träumen umgehen können.“ Neben den Gesprächen versucht der Psychologe mit sogenannten „figürlichen Stellvertretern“ den Träumern klar zu machen, was ihr Traum zu bedeuten hat.
Dazu benutzt er neben abstrakten Holzsteinen, auch die bekannten Playmobilfiguren. „Es ist sehr interessant, dass manche erst durch das Aufstellen verstehen, um was es in dem Traum geht.“ Die Hauptaufgabe des Traumspezialisten besteht darin, die Träume zu interpretieren. Aber auch die Teilnehmer kommen mit ihren Deutungsversuchen nicht zu knapp.

- Traumseminarleiter Prof. Dr. Franz Knapp (Foto: privat)
„Professor Knapp hat mir geholfen gewisse Dinge in meinem Leben zu verstehen, mein Verhalten zu reflektieren und mich angeregt, dieses verändern zu wollen“, erzählt Felizitas Groß aus Germersheim, die zusammen mit ihrer Tante am Wochenende dabei war.
„Ein buntes Publikum“
Das Publikum der Teilnehmer ist komplett unterschiedlich. „Ob Hausfrauen, Lehrer oder Banker. Es ist wirklich ein sehr buntes Publikum“, erzählt der 78-Jährige. Die Gründe für eine Teilnahme kommen meistens aus reinem Interesse an dem Thema. „Viele kommen, weil, sie selber sagen, dass sie so verrückte Sachen träumen und wissen wollen, ob man mit diesen komischen Träumen etwas anfangen kann“, erklärt Knapp. Auch Groß war sich sicher, warum sie am Seminar teilnehmen wollte: „Mir ist es wichtig mein Leben so zu gestalten, damit ich das Leben in Fülle leben kann.
Dazu gehört auch mich selbst kennenzulernen und mein Leben so auszurichten, dass ich es frei, zufrieden und dankbar leben kann. Ein Hilfsmittel dazu ist auch die Traumarbeit.“ Grundvoraussetzung für eine fruchtende Teilnahme, die zwei Nächte beinhaltet, ist, dass die Teilnehmer während der Nacht bewusst träumen und sich am nächsten Tag daran erinnern. „Dieses Mal haben nur zwei Leute sich nicht erinnern können“, stellte Knapp zufrieden fest.
Psychologie und Glaube passen zusammen
Der Zusammenhang und Bezug zu den Herz-Jesu-Priestern aus Neustadt besteht nicht nur in der Nutzung der Klosterräume, sondern „Glaube und Religion spielen ebenfalls eine Rolle in der Psychologie. Die Hälfte aller Leute ist tiefgläubig und zu einem anderen Seminarhaus würde sie bestimmt nicht gehen“, ist sich der ehemalige Hochschulprofessor aus Ludwigshafen sicher. Daher hält Pater Hans-Ullrich Vivell SCJ immer einen Gottesdienst. Zusammen mit dem Rektor des Herz-Jesu Klosters in Neustadt gibt Knapp bereits seit über 20 Jahren Seminare.
Die Reaktion der Teilnehmer waren durchgehen positiv, daher wird das Seminar auch nächstes Jahr wieder angeboten. „Ich persönlich war gemeinsam mit meiner Tante dort und wir sind einstimmig der Meinung, dass das Seminar sehr gelungen war. Dieselbe Meinung konnte ich ebenfalls in Gesprächen mit Teilnehmern der Gruppe gewinnen. Ich werde das Seminar auf jeden Fall wiederholen und zwar im nächsten Jahr“, ist sich Felizitas Groß sicher.
Matthias Biallowons
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