Donnerstag, der 17. Mai 2012

SCJ am Sonntag, den 01.05.2011 | Exerzitien über das Internet

Online-Exerzitien: He@ven on line...

Es gibt viele Möglichkeiten während der Fastenzeit auf Exerzitien zu gehen. Die klassischen Exerzitien über mehrere Tage an einem stillen Ort sind allgemein bekannt, leider nicht jedem möglich. Das Bistum Essen hat dieses Jahr eine ganz andere Form der „geistigen Übung“ angeboten: Exerzitien über das Internet. Auch Pater Stefan Tertünte SCJ hat als Begleiter teilgenommen.

Foto: Pixelio
Foto: Pixelio

In der Fastenzeit sehnen sich viele Menschen nach einer Auszeit. Vom Alltag, von den Problemen oder auch vom Trubel in der Familie. Exerzitien wären dafür genau das Richtige. Sie wollen Zeit für sich, für Gott und den Glauben haben. Doch sie haben sie nicht. Das Bistum Essen hat eine Lösung gefunden. Das Projekt, das 2010 vom Bistum Essen ins Leben gerufen worden ist, heißt „He@ven on line - Jugendliche und junge Erwachsene gehen online Ostern entgegen...“.

Hier hat man die Möglichkeit über das Internet geistige Begleitung während der Fastenzeit zu bekommen. Die Teilnehmer können sich einen Begleiter aussuchen und bekommen jeden Morgen um 6.00 Uhr per Mail einen zentral verschickten Impuls mit Fragen oder Aufgabe.

Die Website von He@ven on line: www.exerzitien-online.de

„Das können unterschiedlichste Arten von Impulsen sein. Mal ist es ein Lied von Youtube, mal ein Bibeltext oder auch ein kurzes Video. Wir geben dazu auch immer noch Hilfestellungen zu bestimmten Fragen oder Aufgaben“, erzählt Pater Stefan Tertünte, der dieses Jahr ebenfalls vier Exerzitanten begleitet hat. Die Teilnehmer sollen sich dann jeden Tag eine halbe Stunde damit auseinandersetzten.

Am Sonntag gibt es keinen eigenen Impuls, sondern da soll eine Email mit den Erlebnisse und Gedanken der vergangenen Woche, die durch die Impulse entstanden sind, an den Begleiter gesendet werden. Dieser antwortet dann bis zum Montag. „Man muss sich schon einen halben Tag Zeit nehmen, um seinen Exerzitanten eine vernünftige Antwort zukommen zu lassen. Ich versuche im Gebet die Mails, die ich erhalte oder senden will, zu überdenken“, so der Herz-Jesu-Priester aus Oberhausen.

„Eine andere Art der Kommunikation“

Es gibt neben dem Zeitmangel noch andere Gründe für die Onlineexerzitien. „Die Zielgruppe sind ja eher jungen Menschen. Wenn diese viel über das Netz kommunizieren, dann muss es auch möglich sein, auf dieser Ebene über den Glauben zu kommunizieren“, erklärt P. Stefan Tertünte. Aber auch andere Faktoren spielen bei den Teilnehmern eine Rolle. Viele Menschen haben einfach nicht die Möglichkeit in ihrem Ort eine Gruppe zu finden oder das nötige Geld für einen Klosteraufenthalt aufzutreiben. Manchen fehlt auch der Mut für klassische Exerzitien. „Ich habe schon lange mit dem Gedanken gespielt mal an klassischen Exerzitien teilzunehmen, leider hat mir bisher immer der Mut gefehlt“, erzählt Dorothea Gierse. Die 46-Jährige hat zum ersten Mal während dieser Fastenzeit bei „He@ven on line“ teilgenommen. Eine Zeitungsannonce hat sie auf die Internetplattform aufmerksam gemacht: „Ich habe nach dem Aschermittwoch Gottesdienst in unserer Zeitung einen Artikel über He@ven on line gelesen und war sofort begeistert und habe mich angemeldet.“

Die spirituelle Bindung ist für den Begleiter anders als bei den klassischen „face-to-face“ Exerzitien. „Ich bekomme sicherlich viel weniger mit von meinem Gegenüber, als bei den normalen Exerzitien. Ich weiß nicht wie sie aussehen, höre nicht ihre Stimme oder sehe nicht ihre Gestik und Mimik. Ich habe eben nur eine Email. Ich bin eingeschränkter in meinen Möglichkeiten der Begleitung. Den Erfolg muss ich hier noch mehr in Gottes Hände geben“, weiß der Medienexperte aus Oberhausen.

Eine Andere Ebene, aber die gleichen Probleme

Zwar ist die Begleitung auf einer anderen Ebene, jedoch machen die Teilnehmer die gleichen Erfahrungen durch, haben die gleichen Probleme und die gleichen Themen zur Motivation, wie bei klassischen Exerzitien. „Es gibt die gleichen Hoch- und Tiefs, das gleiche Auf- und Ab. Die Teilnehmer durchlaufen die gleichen Krisen, guten Erfahrungen und Lösungen“, so Pater Stefan Tertünte.

Die steigendenden Zahlen der Anmeldungen im Gegensatz zum letzten Jahr, zeigen den Erfolg des Projekts und die große Zustimmung der Teilnehmer. „Es ist unglaublich was heaven-online mit mir gemacht hat. Ich habe mich jeden Morgen auf die Email gefreut. Meistens haben die Impulse mich nachdenklich gestimmt, sehr oft fröhlich, aber auch manchmal traurig. Es gab Höhen und Tiefen in dieser Zeit. Ich hätte nie gedacht, das so etwas mit mir vor dem Computer passieren kann. Vor allem aber haben mich die Impulse in meinem Glauben gestärkt“, erzählt Dorothea Gierse begeistert.

Auch Pater Stefan Tertünte ist von dem Projekt angetan: „Ich denke, dass man damit viele junge Leute erreichen kann. Es war für mich eine bereichernde und erfüllte Fastenzeit.“

Ein Grund mehr, dass auch nächstes Jahr in Essen der Himmel wieder online ist...

Matthias Biallowons

 

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Erste Lesung | Apg 10,25-26.34-35.44-48

Zweite Lesung | 1 Joh 4,7-10

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+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes | Joh 15,9-17

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