Donnerstag, der 17. Mai 2012

SCJ am Sonntag, den 24. April 2011 | Europäisches Treffen der Herz-Jesu-Priester

Europäisches Treffen in Neustadt: Einigkeit in der Herz-Jesu-Spiritualität?

Die Provinz- und Distriktoberen der Herz-Jesu-Priester aus den europäischen Ländern trafen sich vergangen Woche in Neustadt, um über die Spiritualität ihres Ordens zu diskutieren. Insgesamt 38 Teilnehmer waren aus ganz Europa, von Portugal bis Süditalien und der Ukraine bis Irland, angereist, um die Interessen und Probleme ihrer Länder vorzustellen.

Im Mittelpunkt des Treffens stand die Herz-Jesu-Spiritualität. Es ging um Fragen der gemeinsamen Linie und Basis, was Schwerpunkte der Spiritualität oder auch die konkrete Umsetzung in den einzelnen europäischen Provinzen sind. „Jedes Land sollte zeigen, wie es die dehonianische Spiritualität lebt und wie es diese den jungen Kandidaten und Studenten vermittelt“, so der Novizenmeister der deutschen Provinz, Pater Heinz Lau SCJ über den Grund der Versammlung. Während dieser Tage setzten sich die Herz-Jesu-Priester in kleinen Arbeitskreisen mit Fragebögen, die im Vorfeld bereits erarbeitet und beantwortet wurden, auseinander. „Es gab einige Kernaussagen, die wir behandelt haben. Das Reich Gottes in den Seelen und der Gesellschaft, die Liebe, Hingabe, Wiedergutmachung, Sühne und Stellvertretung“, so P. Lau.

In der Auslegung dieser zentralen Begriffe gab es auf jeden Fall einen allgemeinen Konsens. In Anderen jedoch, wie bei der Sühne, war man sich nicht einig, da „manche diese Begriffe sehr traditionelle auslegen, andere wiederum mit der Vorstellung und dem Verständnis der Menschen von heute“, so der Herz-Jesu-Priester.

Der Grund für die verschiedenartigen Auffassungen liegt neben der Tradition auch an den unterschiedlichen Kulturen, Lebensumständen und Hintergründen der einzelnen Länder in Europa. „Man kann einfach ein säkulares Holland nicht mit Polen vergleichen. Sühne zum Beispiel sieht man in Polen anders, als in Deutschland. Wir haben aber versucht einen Konsens in anderen wichtigen Punkten zu erwirken.“

„Zu wenig Zeit für einen Konsens“

Die Provinz- und Distriktoberen gingen dabei nach einem bestimmten Schema vor. Ein Dreischritt sollte Gemeinsamkeiten oder Unterschiede aufzeigen. Zuerst wird die Bibel unter die Lupe genommen, danach die SCJ Tradition und schließlich wie die Menschen heute über diese Begriffe denken.

„Bei so vielen Meinungen ist es schier unmögliche innerhalb dieser kurzen Zeit einen gemeinsamen Konsens zu finden. Dennoch werden wir eine kleine Gruppe bilden, die auf europäischer Ebene an diesem Thema weiterarbeitet und ihr Ergebnis präsentiert. Das wird aber noch etwas dauern“, erklärt der Ausbildungsleiter.

Dann jedoch soll es nicht mehr nur um eine theoretische Betrachtung dieser Punkte gehen, sondern um die praktische Anwendung in den einzelnen Ländern. Wie man die Herz-Jesu-Spiritualität präsentieren und leben kann. Im Zuge dieser Arbeit soll die Arbeitsgruppe ein kleines Handbuch erstellen, das ein Ratgeber für fragende Menschen sein soll.

Für den Priester aus Freiburg sind bei der Umsetzung der Spiritualität zwei Aspekte wichtig: Mystik und Politik.

„Es geht um eine tiefe, innere Freundschaft mit Jesus Christus und das Interesse an sozialen und politischen Fragen. Unsere Frömmigkeit und die säkulare Welt soll nicht nebeneinander, sondern ineinander laufen. In der Tradition war das ja oftmals anders.“ Diese Leitlinie verfolgte die deutsche Provinz, die zusammen von P. Lau und Provinzial Pater Dr. Wilmer SCJ als Präsident des Treffens, vertreten wurde.

Mystik und Politik in Freiburg

Auch in der Praxis versucht der Novizenmeister die Idee der Mystik und Politik an seine Schüler weiterzugeben. Zum Beispiel in der eucharistischen Anbetung am Abend versammeln sie sich, um Jesus Christus anzubeten. Dabei soll es aber nicht bei einer reinen Anbetung bleiben, sondern sie „nehmen das, was wir am Tag erlebt, gelesen oder gehört haben in unser Gebet hinein, besprechen es mit Jesus Christus und versuchen es in der Praxis bei den Menschen umzusetzten“. Viele soziale Themen wie die Armut in Lateinamerika oder der Migranten in Deutschland oder hochpolitische Themen wie die Problematik mit der Kernenergie sind dabei ebenso im Fokus. Obwohl in dieser kurzen Zeit noch keine komplette gemeinsame Einigung gefunden werden konnte, ist der Herz-Jesu-Priester sehr zufrieden mit dem Austausch zwischen seinen europäischen Mitbrüdern: „Alle waren extrem fokussiert auf die Thematik und am Ende zufrieden mit der Kommunikation und Atmosphäre. Es war ein hervorragendes Treffen“.

Trotz einiger Differenzen in einigen Fragen der Spiritualität sieht Pater Heinz Lau in dieser Thematik einen Hoffnungsschimmer und ein starkes Interesse: „Wir sind alle an diesem Thema dran und stellen uns der Herausforderung. Ich habe das Gefühl, dass wir etwas bewegen können“, gibt sich der Herz-Jesu-Priester zuversichtlich. Auch der Vorsitzende der Versammlung Pater Heiner Wilmer stimmt dieser Einschätzung zu: „Es war ein historisches Treffen. Nie zuvor hatte sich unsere europäische Führung getroffen, um nur dieses Thema zu diskutieren."

Matthias Biallowons

 

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von Hans

am Mittwoch, 27. April 2011

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Erste Lesung | Apg 10,25-26.34-35.44-48

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+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes | Joh 15,9-17

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