Donnerstag, der 17. Mai 2012
"Erneuerung"
Wenn wir an der Schwelle von Silvester zu Neujahr um Mitternacht den Beginn des Jahres 2012 feiern, so ist es das zweitausendundzwölfte der christlichen Zeitrechnung. Diese für uns normale Zeitrechnung stammt erst aus dem 6. Jahrhundert und setzte sich in den folgenden Jahrhunderten durch. Nach welchen Vorgaben und Kriterien der Mönch Dionysius Exiguus das Geburtsjahr Christi rekonstruierte, bleibt im Detail unklar. Er kommt aber den historischen Lebensdaten Jesu sehr nahe. Auch der 25. Dezember als Geburtstag Jesu hat eher eine symbolische Bedeutung. Er hat sich vielleicht erst im dritten oder vierten Jahrhundert von Rom aus durchgesetzt. Ist es aber Zufall, dass Christen die Geburt Jesu feiern, wenn der dunkelste Tag des Jahres (auf der Nordhalbkugel!) vorüber ist und es wieder beginnt, heller zu werden?
In dem schönen und beliebten Lied zur Jahreswende Lobpreiset all zu dieser Zeit (GL 158) wird die Wintersonnenwende und der Wechsel des bürgerlichen Jahres in Beziehung gesetzt zu dem, was wir an Weihnachten feiern.
Christus hat unser Jahr erneut
Und hellen Tag gegeben
Da er aus seiner Herrlichkeit
Eintrat ins Erdenleben.
Wie die Erde um die Sonne kreist und damit das kalendarische Jahr bildet, umkreist die Kirche im Verlauf des "Kirchenjahres" Gott, wie er sich in seiner Geschichte mit uns Menschen zeigt. Insofern geben auch die kirchlichen Jahreszeiten Orientierung und gliedern das Jahr. Aber mit den "Jahren" könnte auch ein innerer Zeitabschnitt gemeint sein. Meine Erfahrungen mit Gott, mein Ringen, die guten Erfahrungen, die mich dankbar sein lassen, und Glaubenserfahrungen prägen ein Jahr. "Du krönst das Jahr mit Deiner Güte" (Psalm 65,12). Vielleicht war das eine Erfahrungen Ihres vergangenen Jahres? Das Evangelium vom menschgewordenen Gott ist jedes Jahr ein anderes, weil wir uns verändern. Und es ist jedes Jahr auf Neue der Appell an uns, unser Leben zu erneuern und uns an Christus auszurichten, zumindest ihn in unserem Leben zu suchen.
In seinem Refrain heißt es von Gott, dass er sich für seine Welt interessiert, sie hält und lenkt. Ich hoffe, dass Gott Wege findet, alles, was geschieht, geschah und geschehen wird, zum Guten zu führen.
Dem Herrn, der Tag und Jahr geschenkt
Der unser Leben trägt und lenkt
Sei Dank und Lob gesungen.
Eigenen Kommentar schreiben:
Evangelium
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes | Joh 15,9-17
Impuls
P. Heinz Lau SCJ zu den Texten des Sonntags
Gottesdienste
Alle Messfeiern in den Häusern der Dehonianer
SCJ Aktuell
Das Archiv

Druckansicht
Weiterempfehlen







