Donnerstag, der 17. Mai 2012
Gott wird Mensch in Jesus Christus
Ich wehre mich dagegen, daß man das Christentum
- zu einer Kinderreligion macht
sentimental von den aufgeklärten, klugen Erwachsenen für die Kleinen
- zu einer Krippenreligion macht
irgendwie dieses idyllische Hirten-Milieu, das uns so fern ist
- zu einer Religion der Emotionen macht - mit Schmuck, Liedern, Lichtern
weil unsere Welt zu nüchtern, zu kalt geworden ist?
- zu einer provinziellen Religion macht – irgendwo da in Bethlehem
und das in einer globalisierten Welt mit den Macht- und Entscheidungszentren
- zu einer befremdlichen Mischreligion macht
Jesus Christus kommt vor lauter Weihnachtsmännern nicht mehr vor
- zu einer Religion der Harmlosigkeit macht
als ob sich mit der Geburt Jesu Christi nichts Bedeutungsvolles verändert habe
- zu einer verbürgerlichten Religion macht
wobei Gott mit der Geburt Jesu eine Option getroffen hat - für die am Rande
Gott hat ein Gesicht bekommen in Jesus Christus. Gott ist keine Idee, kein Dogma, keine Illusion, keine Welterklärung. Gott wird konkret Mensch. Niemand hat Gott gesehen, aber in Jesus begegne ich Gott.
Jesus wird geboren in Bethlehem, in einer Krippe, auf den Feldern. Die Hirten sind die ersten, die zu Jesus finden. Gott erscheint ganz am Rande, wo sonst kein Platz ist, bei den ganz Unerwarteten.
Die Engel verkünden die „Frohe Botschaft“. Eine zweifache große Zusage: „Ehre sei Gott in der Höhe!“ – Ehrerbietung - und „Friede den Menschen auf Erden“ – Friede.
Weil Jesus in großer Übereinstimmung mit dem Vater, im Gehorsam zum Vater gelebt hat, vertraue auch ich in ähnlicher Weise Gott mein Leben an. Gott existiert – und eben nicht entsprechend den Aufschriften auf den Bussen: „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gibt es keinen Gott! Erfreue dich des Lebens!“
Mit Jesus weiß ich, wie Gott denkt; in Jesus Christus kenne ich die „Gesinnungen“ Gottes: hingebende Liebe, Erbarmen, Güte, das innere Verstehen des Menschen, Verzicht auf Urteil, Aufmerksamkeit.
Jesu Geburt erfordert von mir, daß ich in Jesus Christus Gottes Gegenwart erkenne und bekenne.
Jeder Mensch ist ein unendlich Suchender – nach Sinn, Erfüllung, Halt. Das finde ich in Jesus Christus.
Ich kann mich gut auf Jesus Christus einlassen, an ihm mich orientieren. Da bin ich nie betrogen worden – ganz im Gegenteil: reichlich erfüllt, beschenkt, erleuchtet.
Allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest
P. Heinz Lau SCJ

- c by Hans Heindl in pixelio.de
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