Donnerstag, der 17. Mai 2012

Dehonianischerimpuls 20.11.2011 | Bruder Volker Kreutzmann SCJ zum Sonntagsevangelium

"Alles ist durch ihn"

I. Der November mit seinen Gedenktagen und biblischen Texten lenkt unseren Blick auf die Zukunft und wirft damit grundsätzliche Fragen nach dem Ziel und der Richtung unseres Lebens auf: Wenn der Menschensohn kommt und alle Engel mit ihm... Das Weltgericht - ein toter Klassiker? Es ist vielleicht die Botschaft solcher Texte an unsere Zeit, dass Geschichte und auch unser Leben auf ein Ziel hin läuft. Die alltägliche Erfahrung ist ja oftmals eine andere: Schicksal, Glück oder schlichtweg Zufall prägen den Verlauf der Ereignisse - so scheint es zumindest.  Und Meinungen, Mehrheiten und Ansichten wechseln innerhalb weniger Jahre. Aber was, wenn es doch einen Plan Gottes mit der Welt gibt? Erst vor Kurzem erzählte mir jemand von seiner Sehnsucht nach Gott, nach etwas, was den banalen Alltag übersteigt. Das ist ein erster Schritt, um diesem Plan Gottes mit mir und seiner Schöpfung auf die Spur zu kommen. Manchmal liest man auf Todesanzeigen: "Wenn durch einen Menschen ein wenig mehr Liebe und Güte, ein wenig mehr Licht und Wahrheit in der Welt war, hat sein Leben einen Sinn gehabt." Das deutet darauf, dass sich die meisten Menschen wünschen, "fruchtbar" zu sein, ihr Leben wertvoll und ertragreich zu machen zugunsten anderer und es zeigt, dass Segen wahrgenommen wird.

 

II. Der Text vom Weltgericht bei Matthäus (Mt 25) offenbart Erstaunliches: Er schlägt eine Brücke vom abstrakten 'Gott' in unserer fassbare, wahrnehmbare und gestaltbare Welt. Gott kommt ins Spiel in unserem (!) Umgang mit dem Nächsten. In unserem Umgang mit Mitmensch und Natur gestalten wir eine Wirklichkeit, deren Gewicht und Ernst uns meistens gar nicht bewusst ist. Das kann erschrecken. Es bleibt die Hoffnung, dass die Güte und Liebe, die Menschen ineinander "investieren" und zueignen, aber auch das getragene (Mit)Leid, nicht dem Vergessen anheimfällt sondern aufgehoben ist bei Gott.

 

III. Die kirchliche Tradition hat für den letzten Sonntag im Jahreskreis den Gedanken 'Christkönig' gefunden. In diesem Bild - Christus als König aller Menschen und Nationen - sollte in den Wirren und Entzweiungen nach dem Ersten Weltkrieg betont werden, dass Christus der Herr aller Menschen ist und sie einigt über die Grenzen der Nation, Sprache o.a. hinaus. Dieser Gedanke hat weder etwas verloren noch bleibt er auf das 20. Jahrhundert beschränkt. Schon im Kolosserbrief betet der Verfasser mit den Worten eines urchristlichen Hymnus: In Christus wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten; alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen (Kol 1,16) Diese Worte weiten das Bild eines Königs "oben". Gott selbst steckt in allen Dingen. Er ist, ohne wen nichts ist. Es bleibt unsere Aufgabe, diese Dimension und diese Wahrheit unseres Lebens nicht zu vergessen.

Br. Volker Kreutzmann scj

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(* Pflichtfeld)

Lesungen

Erste Lesung | Apg 10,25-26.34-35.44-48

Zweite Lesung | 1 Joh 4,7-10

Evangelium

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes | Joh 15,9-17

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P. Heinz Lau SCJ zu den Texten des Sonntags

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