Der Ruf der österlichen Zeit

Ostern ist das wichtigste Fest der Christen. Die Auferstehung das Ereignis, das alles verändert. Mit der Auferstehung, so die christliche Überzeugung, hat Jesus nicht nur seinen Tod überwunden, sondern auch unseren Tod bezwungen und uns so das ewige Leben geschenkt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Ostern nicht nur am Ostersonntag und Ostermontag gefeiert wird, sondern eine ganze Woche und noch länger. Pater Ernst-Otto Sloot SCJ, aus dem Dehon-Haus in Oberhausen erzählt, was die österliche Zeit für ihn so besonders macht.

Sah die Auferstehung Christi so aus wie auf diesem Symbolbild? (c) Fotolia Romolo Tavani

Zeichen der Auferstehung in der Natur

„Der Frühling ist die Zeit für das Osterfest, das am Sonntag nach dem Frühlingsvollmond gefeiert wird. Aus den Klauen des kalten Winters befreit, geht es auf die Zeit zu, in der alles wächst und sprießt und im Sommer uns zur Ernte einlädt. Dieses Gefühl von Befreiung begleitet mich durch die Ostertage“, erklärt Pater Sloot. Es sei der Anfang der klimatisch schönsten Zeit im Jahr. „In dieses gefühlte Klima passt das Gefühl, teilhaben zu können an der Auferstehung. Und der Blick nach draußen erzählt mir, dass die Auferstehung schon jetzt geschieht, in meiner Gegenwart. Wie wird es erst in der Gegenwart Gottes sein? In dieser Gegenwart Gottes lebte und lebt Jesus“, sagt der Ordensmann. Das Osterfest ende nicht am Ostermontag, wenn alle Verwandten besucht und allen Freunden ein gesegnetes Osterfest gewünscht ist, sie gehe darüber hinaus.

Die Osteroktav

Jeder der acht Tage vom Ostersonntag bis zum darauffolgenden „Weißen Sonntag“, der auch Barmherzigkeitssonntag genannt wird, wird als Hochfest gefeiert. Die Evangelien dieser Tage berichten von den Begegnungen der Jünger mit dem Auferstandenen. Die Osternacht ist der bevorzugte Tauftermin der Kirche. Früher haben die Täuflinge ihr weißes Taufkleid während der gesamten Osteroktav getragen und dies erst am Weißen Sonntag abgelegt, daher hat dieser Tag seinen Namen. Auch wurden die Neugetauften in der Osteroktav durch Katechesen tiefer mit den Glaubensinhalten vertraut gemacht. In vielen Pfarreien ist der Weiße Sonntag als Tag der Erstkommunionfeier heute sehr beliebt.

Die Osterzeit

So intensiv sich die Kirche durch die vierzigtägige Fastenzeit auf die Kar- und Ostertage vorbereitet hat, feiert sie auch das höchste Fest im Jahreskreis. Die Osterzeit dauert insgesamt 50 Tage, sie endet mit dem Pfingstfest und schließt Christi Himmelfahrt ein. Die Osterzeit biete den Gläubigen die Möglichkeit in den Texten der Evangelien dem Auferstanden zu begegnen. Pater Sloot sagt: „Mit ihm teile ich viele Erfahrungen. Ich weiß, er teilt seine Erfahrungen auch mit mir – auch die der Auferstehung.“ Ohne die Auferstehung Jesu und die darin begründete Hoffnung auf die eigene Auferstehung wäre der Glaube sinnlos. Da der Tod seit Ostern nicht mehr das letzte Wort hat, sondern das Leben, feiern die Christen auf der ganzenWelt Ostern – nicht nur ein paar Tage im Jahr, sondern an jedem Sonntag, ganz besonders aber an Ostern, in der Osteroktav und während der österlichen Zeit bis Pfingsten.

Autorin: Regina Maria Schwarz

 

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